Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Rezession: Frankreich schrumpft Wachstumsprognose

Abendhimmel über Paris: Pessimistischer Ausblick Zur Großansicht
AFP

Abendhimmel über Paris: Pessimistischer Ausblick

Die wirtschaftliche Lage in Frankreich bleibt miserabel. Die Regierung hat ihre geringe Wachstumsprognose für 2013 noch weiter nach unten korrigiert. Der Wirtschaftsminister zeigt sich trotzdem optimistisch.

Paris - Frankreichs Regierung wird immer pessimistischer. Sie schließt sogar eine schrumpfende Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nicht mehr aus. "Wir kennen alle den Trend", sagte Finanzminister Pierre Moscovici in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit mehreren Regionalzeitungen. "In diesem Jahr wird das Wachstum schwach sein, zwischen minus 0,1 Prozent und plus 0,1 Prozent." Weitere Details wolle er am 25. September veröffentlichen.

Die jüngste Regierungsprognose aus dem April geht für 2013 noch von plus 0,1 Prozent aus, was viele Ökonomen aber für zu optimistisch halten. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem Rückgang um 0,2 Prozent.

Noch hängt die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone aber in der Rezession fest, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2013 und zuvor schon im vierten Quartal 2012 um jeweils 0,2 Prozent zurückgegangen war.

Neue Daten am Mittwoch

Wichtig sei, dass der Trend sich umgekehrt habe, sagte Moscovici. Nach dem Minus 2012 und zu Beginn dieses Jahres erwarte er für das dritte und vierte Quartal 2013 wieder eine positive Entwicklung. "Alle Indikatoren verbessern sich, angefangen bei der industriellen Produktion", sagte der Minister. "Ich habe allen Grund zu glauben, dass 2014 seit drei Jahren das erste Jahr wird mit einem wahrhaften Wachstum."

Daten der französischen Wirtschaftsleistung für den Zeitraum April bis Juni werden nächsten Mittwoch erwartet. Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,2 Prozent.

Deutschland dürfte aber die Konjunktur-Lokomotive in der Euro-Zone bleiben. Hier rechnen die Experten mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent im zweiten Quartal. Die Bundesregierung ist mit 0,75 Prozent noch optimistischer. Damit dürfte das BIP hierzulande so stark zugelegt haben wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes wird ebenfalls am Mittwoch erwartet.

ler/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Und wir ?
einwerfer 10.08.2013
Der angebliche Musterknabe BRD, der ja seine 'Hausaufgaben' früh und ordentlich gemacht hat, steht natürlich mit einem von der OECD für 2013 erwarteten Wachstum von 0,3 % (in Worten: NULL komma Drei) ganz toll da.
2. Dürfte, müsste, könnte
seine-et-marnais 10.08.2013
Zitat von sysopAFPDie wirtschaftliche Lage in Frankreich bleibt miserabel. Die Regierung hat ihre geringe Wachstumsprognose für 2013 noch weiter nach unten korrigiert. Der Wirtschaftsminister zeigt sich trotzdem optimistisch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/rezession-frankreich-korrigiert-seine-wachstumsprognose-nach-unten-a-915889.html
Was genaues weiss man nicht, aber die Absicht des Artikels dürfte sein zu zeigen 'wie viel besser' es in Deutschland läuft. Dabei ist der Unterschied gar nicht so gross, und alles basiert nur auf Annahmen, und wie gesagt, in Deutschland ist Wahlzeit und da muss man doch zeigen dass Sozialisten nirgends wirtschaften können. Warten wir mal die realen Zahlen ab, ich erinnere nur an die Überraschung vor einem halben Jahr als plötzlich Deutschland schlechter dastand als Frankreich was das Wachstum betraf, und das entgegen aller Prognosen.
3. Einer der Gründe, weshalb wir den Nordeuro brauchen!
antonraum 10.08.2013
Frankreich schwächelt nicht nur, da tobt die Krise und das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Nicht umsonst stellt sich Frankreich seit einiger Zeit auf die Seite der Nehmerländer in der EU... Wie die Haushaltspartei (die leider nicht bei den Wahlen antreten kann...) im Programm vertritt, ist ein Nord- und Südeuro die einzige nachhaltige Lösung für Europa. Die aktuelle Transferunion wird Deutschland in den Ruin treiben und da sind wir bereits auf dem allerbesten Weg. Das Griechenland & Co. nicht freiwillig die EU verlassen ist klar, sie profitieren durch EU-garantierte Minizinsen, Subventionen usw. Dass wir am Ende mit Target 2 und dem EU-Schutzschild doof dastehen, interessiert den Rest Europas nicht. Nach den Wahlen wird ohnehin die dann immer noch Kanzlerin Merkel verkünden müssen, dass weitere Billionen für die EU notwendig sind. Deutschland hat es ja, wir arbeiten dann einfach noch mal 5 Jahre länger. Hauptsache die Bankster und geldgeilen Politiker in den Südländern können weiter auf Pump leben...
4. Da kann man nur hoffen Franzosen kapieren was Hollande bedeutet
commonsense2 10.08.2013
Klassenkampf durch Steuerpolitik geht in die Hose. Der ohnehin nicht bezahlbare Sozialstaat wurde von ihm noch mehr aufgeblaeht, ohne derartige Wahlversprechen, die dem Neidverhalten seiner Anhaenger entgegenkamen, haette er keine Wahl gewonnen. Aber Versprechen genuegt nicht, man muss auch liefern, ein ohnehin verschuldetes Land, was auf den Exportmaerkten nicht glaenzt, durch in Europa ansonsten unbekanntes fruehes Rentenalter krankt, was eine noch groessere Zahl an Qualitaetsmigranten aus Nordafrika zu versorgen hat, die wie ueberall, problematisch sind, muss sich Reformen, ansonsten geht es so wie den anderen Pleitestaaten des Mittelmeerraumes.
5. optional
yournightmare 10.08.2013
Deutscher Wachstum unterscheidet sich nur im Nachkommabereich von dem französischen, nur ist Deutschland die Lokomotive, Frankreich steht am Abgrund? Naja, naja. Vor weniger als 10 Jahren hatte Deutschland denselben Wachstum, damals hieß es nur, dass wir fast in einer Rezession stecken. Damals wurde die deutsche Wirtschaft schlecht geredet, heute wird dieselbe miserable Wirtschaftslage schöngeredet, da Frankreich ja um ganze 0,2 % langsamer wächst.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: