Vorwahlen der Republikaner: Favorit in Louisiana heißt Santorum

Im tiefen Süden kann er punkten: Der erzkonservative Republikaner Rick Santorum wird wohl die Vorwahl in Louisiana gewinnen. Doch seinen ärgsten Rivalen Romney kann er im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur trotzdem nicht einholen.

Santorum will weiter darum kämpfen, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werdenZur Großansicht
AP

Santorum will weiter darum kämpfen, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden

Der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum ist am Samstag als Favorit ins Rennen im US-Staat Louisiana um die republikanische Präsidentschaftskandidatur gestartet. Nach Umfragen konnte er bei der Vorwahl auf einen zweistelligen Vorsprung vor seinem Hauptkonkurrenten Mitt Romney hoffen.

Allerdings maßen Experten einem Sieg Santorums in diesem Südstaat nur begrenzte Bedeutung bei. Romney, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts, hat mittlerweile mehr als doppelt so viele Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag Ende August gesammelt wie sein Widersacher. In Louisiana ging es am Samstag nur um weitere 20 Delegierte - zu wenig für Santorum, um sich Romney eng an die Fersen zu heften.

Entscheidung frühestens im Juni

Außerdem drohen ihm Niederlagen bei den nächsten Vorwahlen am 3. April unter anderem in Maryland. Erst im Mai stehen wieder Abstimmungen im stark religiös-konservativ geprägten Süden der USA an, wo Santorum bisher bei Vorwahlen punkten konnte.

Dennoch gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass der ehemalige Senator aus Pennsylvania ans Aufgeben denkt. Für Romney bedeutet dies, dass er weiterhin die Nominierung nur im Kriechtempo ansteuern kann. Nach einer Schätzung des Senders CNN vor der Vorwahl in Louisiana lag er zwar mit 529 Delegiertenstimmen klar vor Santorum mit 249, aber er ist immer noch weit von der magischen Zahl 1144 entfernt: So viele Stimmen benötigt er für die Nominierung.

Die beiden weiteren Mitbewerber, Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich und der Abgeordnete Ron Paul, hinken weit abgeschlagen hinterher. Experten erwarten, dass eine Entscheidung frühestens im Juni fällt.

son/dpa

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1980yann 24.03.2012
Nun, die Demokraten hatten 2008 mit Clinton und Obama auch eine endlose Vorwahlsaison - unter anderem eben aufgrund der proportionalen Verteilung der Deligierten, während die Republikaner damals noch auf die reine Lehre von [...]
Zitat von sysopIm tiefen Süden kann er punkten: Der erzkonservative Republikaner Rick Santorum wird die Vorwahl in Louisiana wohl gewinnen. Doch seinen ärgsten Rivalen Mitt Romney kann er im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur trotzdem nicht einholen.
Nun, die Demokraten hatten 2008 mit Clinton und Obama auch eine endlose Vorwahlsaison - unter anderem eben aufgrund der proportionalen Verteilung der Deligierten, während die Republikaner damals noch auf die reine Lehre von The-Winner-Takes-All setzten. Diesmal haben fast alle republikanischen Staaten die proportionale Verteilung und das Rennen dauert entsprechend länger. Allerdings versagt der Mechanismus, der Kandidaten früher aus dem Rennen gedrängt hat: versiegende Spendeneinnahmen. Die große Last der teuren Fernsehwerbung wird inzwischen von pseudo-unabhängigen Super-PACs getragen, Spendensammelvereinen, die unabhängig von den Partei- und Kampagnenfinanzierungsgesetzen, nicht auf viele Unterstützer angewiesen sind, die jeweils nur 2.500$ geben dürfen, sondern Zigmillionenspenden von einzelnen Gönnern annehmen dürfen. Wann waren zuletzt Ende März 4 Kandidaten im Vorwahlrennen einer Partei? Die Pseudo-Unabhängigkeit der Super-PACs führt übrigens auch dazu, dass Inhalte von Werbung mit der Kampagne selbst nicht abgesprochen werden dürfen - stattdessen werden teure Werbespots produziert, in denen dem parteiinternen Gegner möglichst vor breiter Öffentlichkeit ans Bein gepinkelt wird; in einem Maße, in dem Demokraten das untereinander nie getan haben. Der Sieger dieser Schlammschlacht soll dann im Hauptwahlkampf Obama gegenübertreten und will respektabel genug wirken, um einen halbwegs guten Präsidenten abzugeben!
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  • Samstag, 24.03.2012 – 16:18 Uhr
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US-Wahl
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).




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