Plan für Euro-Aus Linken-Chef will Griechen Care-Pakete schicken

Wie schlimm würde der Austritt aus dem Euro die Griechen treffen? Linken-Parteichef Bernd Riexinger entwirft ein Schreckensszenario. Demnach wäre Athen auf humanitäre Hilfe aus Deutschland angewiesen.

Linken-Parteichef Riexinger: "Wir müssten die Griechen mit Medikamenten versorgen"
dapd

Linken-Parteichef Riexinger: "Wir müssten die Griechen mit Medikamenten versorgen"


Berlin - Bei einem Austritt aus der Euro-Zone wäre Griechenland nach Ansicht von Linken-Parteichef Bernd Riexinger auf humanitäre Hilfe aus dem Ausland angewiesen. "Sollte Griechenland zum Verlassen des Euro gezwungen werden, muss sich Deutschland gemeinsam mit den europäischen Partnern darauf einstellen, die griechische Bevölkerung mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen", sagte Riexinger der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Das Schreckensszenario einer Katastrophenhilfe innerhalb der EU müsse verhindert werden. Eine humanitäre Katastrophe sei nach einem Austritt unvermeidlich, weil dann wichtige Importe aus dem Euro-Raum blockiert seien. Angesichts der Verzögerungen beim beschlossenen Sparprogramm in Griechenland wachsen die Zweifel, ob das Land vor dem Staatsbankrott gerettet werden und in der Währungsunion bleiben kann.

EU-Kommissionschef José Manuel Barroso sprach den Griechen bei einem Besuch in Athen Mut zu. Viele Griechen glaubten, jede Hoffnung sei verloren, sagte er. Das stimme nicht. Richtig sei vielmehr, "die Reformen durchzuführen, um eine Zukunft zu haben", sagte er im griechischen Fernsehen. "Die Griechen sind nicht allein", betonte Barroso am Donnerstagabend nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras. Der Verbleib des Landes im Euro-Land sei der einzige Weg, den Schwächeren zu helfen, sagte der EU-Kommissionschef.

Barroso appellierte an die griechische Regierung, zügig die Spar- und Reformauflagen anzupacken. "Verzögerungen darf es nicht mehr geben", sagte der Portugiese. Es war der erste Besuch des EU-Kommissionspräsidenten in Athen nach Ausbruch der schweren Krise.

Die Kontrolleure der Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) wollen sich am Freitag mit Samaras treffen. Von ihrem endgültigen Bericht hängt ab, ob Athen weitere Gelder aus den Hilfsprogrammen bekommt oder das Land zahlungsunfähig wird. Der Bericht der Troika wird für den September erwartet.

fab/dpa

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insgesamt 75 Beiträge
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schreckgespenst 27.07.2012
1. Blubb
Zitat von sysopdapdWie schlimm würde der Austritt aus dem Euro die Griechen treffen? Linken-Parteichef Bernd Riexinger entwirft ein Schreckensszenario. Demnach wäre Athen auf humanitäre Hilfe aus Deutschland angewiesen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,846679,00.html
Falls Herr Riexinger den Wunsch Care Pakete zu schicken soll er doch einfach auf die nächste Poststelle gehen und dies tun. Diese Absicht suggeriert uns die Überschrift. In der Realität wird das deutsche Volk von seinen "Volksvertretern" gezwungen werden hohe Summen nach Griechenland zu überweisen, während sich die griechische Mittelschicht kaputt lacht.
canUCme 27.07.2012
2. ja, durchaus möglich ...
dass wir dort mal humanitäre Hilfe hinschicken müssen. All den Offiziellen, die momentan über die Zukunft Griechenlands debattieren und noch mehr Sparmaßnahmen etc. fordern, sei geraten, vorab eine einwöchige Tour durch das Land (inkl. Inseln) zu absolvieren, um sich ein Bild der Wirklichkeit zu machen. Diese weicht z.T. gewaltig von der Dokumentation auf dem Papier ab. Ganz gleich in welchem Umfang griechische Politiker, reiche Griechen und der 'einfache Mann' am Zustand des Staates schuld sind: So, wie die EU sich die Regeneration des Landes vorstellt, wird das nicht klappen!
freiheitsk 27.07.2012
3. Erstaunlich
Zitat von sysopdapdWie schlimm würde der Austritt aus dem Euro die Griechen treffen? Linken-Parteichef Bernd Riexinger entwirft ein Schreckensszenario. Demnach wäre Athen auf humanitäre Hilfe aus Deutschland angewiesen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,846679,00.html
Es ist schon erstaunlich, wenn sich ausgerechnet die Partei, die bisher einstimmig gegen jedes Rettungspaket für Griechenland im BT stimmte, jetzt auf Samariter macht.
hannes46 27.07.2012
4. Was soll denn diese Überschrift?
Im Artikel ist nicht einmal die Rede davon, dass der Vorsitzende der Partei Die Linke irgendwelche Care-Pakete schicken will. Dass GR bei einem Austritt aus dem Euro mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt werden muss, weil nichts mehr importiert werden wird, ist doch völlig klar. Mithin ist also die Überschrift lediglich ein kleiner Tritt ans Schienbein der Linken, nach dem Motto, was muss das denn für ein Vollpfosten sein, den die Linke sich da als Vorsitzenden gewählt hat.
radler_muc 27.07.2012
5. Griechenland wird weiter alimentiert werden müssen
Es ist klar, daß uns Griechenland auch nach einem Euroaustritt weiter Geld kosten wird. Aber Care-Pakete hätten den Vorteil, daß sie bei den Bedürftigen ankommen. Derzeit finanziert der deutsche Steuerzahler Rekordlöhne für griechische Hafenarbeiter. Mögen die genannten 100000 Euro Jahresgehalt Einzelfälle sein, aber auch die 35000 Euro Durchschnittsgehalt für eine ungelernte Kraft in der Region sind jenseits von Gut und Böse. Man ist in Griechenland offensichtlich nicht willens, derartige Privilegien abzuschaffen. Schön, aber nicht mit unserem Geld!
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