Navy Seal Rob O'Neill Dieser Mann will Osama Bin Laden getötet haben

Er war lange ein Mysterium: Es war offenbar US-Navy Seal Rob O'Neill, der Bin Laden zur Stecke gebracht hat. Der Vater des Mannes bestätigte entsprechende Berichte von US-Medien. Die Identität sollte eigentlich noch fünf Tage geheim bleiben.

REUTERS / Montana Standard

New York - Er hatte bereits über seine Erlebnisse gesprochen und erzählt, wie es war, Bin Laden zu töten - doch seine Identität war bislang streng geheim. Nun erklärte der Navy Seal Rob O'Neill selbst, dass er es war, der am 2. Mai 2011 den meistgesuchten Mann der Welt tötete. Der 38-jährige ehemalige Elitesoldat sagte, er habe bei der Operation in Pakistan bin Laden durch einen Schuss in die Stirn getötet. Das berichtete die "Washington Post" am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Ex-Soldaten. Er habe die letzten Atemzüge des Terroristenführers miterlebt.

Zuvor hatte bereits eine Nachrichtenseite für Armeeangehörige, SOFREP, den Namen enthüllt, die "New York Daily Mail" berichtete, dass O'Neills Vater ihr bestätigt hatte, dass es sich um seinen Sohn handele.

Demnach soll der Mann vielfach ausgezeichnet sein, nach 16 Jahren sei er jedoch im September 2012 in den Ruhestand ausgeschieden. Er soll aus Montana stammen. Aktuell soll O'Neill sein Geld als Redner verdienen.

Bereits Anfang 2013 gab der Mann dem US-Magazin "Esquire" ein langes Interview, erzählte von dem Einsatz, aber vor allem auch davon, Angst vor Rache-Anschlägen zu haben, wenn sein Name bekannt wird. Er habe gemischte Gefühle, sagte er. Gute, weil er "etwas Großartiges für mein Land, für meine Jungs, für die Leute in New York" getan habe. Schlechte, weil er nun selbst um sein Leben fürchten müsse: "Jetzt haben wir ihn getötet, und ich muss mich ewig sorgen."

O'Neills Vater provoziert

Nun hatte sich Rob O'Neill jedoch entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen - aber erst am 11./12. November: Dann sollte auf "Fox News" in zwei großen Interviews seine Identität enthüllt werden.

Sein Vater Tom O'Neill scheint jedoch keine Angst vor Rache von Terrororganisationen zu haben. Er sagte der "Mail Online": "Die Leute fragen, ob wir Angst haben, dass ISIS kommt und uns etwas antut, weil Rob nun enttarnt ist. Ich sage, ich werde eine große Zielscheibe an meine Eingangstür malen und sagen: Kommt und holt uns."

Armee-Kollegen und Offiziere kreiden O'Neill schwer an, an die Öffentlichkeit gegangen zu sein, das widerspreche dem Ethos der Navy Seals. Auch 2013, als O'Neill das große Interview gab, gab es schon viel Kritik, denn er beschrieb den Einsatz sehr detailliert:

"Zweimal in die Stirn. Bapp! Bapp!"

Und wir denken uns, das ist ganz schön ernster Navy-Seal-Shit, den wir jetzt machen. Das ist so krass. Mein Fuß traf den Boden. (...) Mir ist egal, ob ich jetzt sterbe. Das ist so geil. Es gab Sorge, aber keine Angst.

Dann beschrieb er jenen Moment im dritten Stock des Bin-Laden-Hauses in Abbottabad, als er sich direkt mit dem Terrorfürsten konfrontiert sah:

Da stand Bin Laden. (...) In diesem ersten Augenblick dachte ich, wie dünn er war, wie groß und wie kurz sein Bart war, alles auf einmal. Er trug eine dieser weißen Mützen, aber er hatte einen fast kahlrasierten Kopf. (...)

In der Sekunde erschoss ich ihn, zweimal in die Stirn. Bapp! Bapp! Das zweite Mal, als er zusammenbricht. Er sackte vor seinem Bett auf den Boden, und ich traf ihn noch mal, bapp!, selbe Stelle. (...) Er war tot. Bewegte sich nicht. Seine Zunge hing heraus. Ich sah zu, wie er seine letzten Atemzüge tat, nur ein Reflexatem.

mia/ler

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