Russlandaffäre Muellers Ermittlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen

Robert Mueller und sein Team untersuchen die Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl von 2016 und eine mögliche Absprachen zwischen Moskau und dem Trump-Team. Die Ermittlungen sind offenbar bald beendet.

Robert Mueller (Archivbild)
REUTERS

Robert Mueller (Archivbild)


Die Russlanduntersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Das sagte der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker am Montag. "Die Untersuchung ist, soweit ich weiß, kurz davor, abgeschlossen zu werden", sagte Whitaker. "Ich hoffe, dass wir den Bericht sobald wie möglich erhalten werden." Details nannte Whitaker nicht.

Der frühere FBI-Chef Robert Mueller untersucht mit seinem Team seit Mai 2017 die Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl von 2016 und eine mögliche Verwicklung des Wahlkampflagers von Donald Trump. Mueller hat inzwischen mehrere Personen aus Trumps Umfeld angeklagt, es geht dabei um Vorwürfe wie Meineid, Justizbehinderung und Steuerbetrug. Sechs bekannten sich seither schuldig und kooperieren mit Mueller.

Zuletzt wurde Anklage gegen den langjährigen Trump-Berater Roger Stone erhoben: Mueller wirft ihm unter anderem vor, den US-Kongress belogen zu haben, um seine Verwicklung in die Russlandaffäre zu vertuschen.

Video: Roger Stone in Florida festgenommen

Trump hat die Ermittlungen immer wieder scharf kritisiert und als "Hexenjagd" bezeichnet. Der US-Präsident bestreitet jegliche illegale Absprachen mit Russland. Auch Whitaker hatte sich in der Vergangenheit kritisch zu Muellers Ermittlungen geäußert.

Michael Cohen wird am 8. Februar aussagen

Brisante Details zur Russlandaffäre werden von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen erwartet. Er wollte zunächst öffentlich vor dem US-Kongress aussagen, zog die Zusage dann allerdings mit Verweis auf Sicherheitsbedenken wieder zurück. Daraufhin erhielt Cohen eine verbindliche Vorladung, inzwischen steht auch der Termin fest: Cohen wird am 8. Februar vor dem Geheimdienstausschuss aussagen, wie der Vorsitzende des Gremiums, Adam Schiff, mitteilte. Die Anhörung wird demnach nicht öffentlich sein.

Cohen war über ein Jahrzehnt lang ein enger Vertrauter Trumps. Inzwischen haben sich die beiden überworfen - und Cohen kooperiert mit Mueller. Im Dezember hatte ein Bundesgericht in New York Cohen unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte eingeräumt, den Kongress bei dessen Russlanduntersuchungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Moskau angelogen zu haben. Er soll seine Haftstrafe am 6. März antreten.

aar/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.