Pompöses Fest in Simbabwe Mugabe lässt zum Geburtstag geschlachtete Elefanten auftischen

91 Luftballons, Torten mit dem Konterfei Robert Mugabes und geschlachtete Elefanten: Simbabwes greiser Alleinherrscher hat seinen Geburtstag mit einem pompösen Fest gefeiert. Die Opposition in dem bitterarmen Land schäumt.

AFP

Harare - Simbabwes umstrittener Langzeitpräsident Robert Mugabe hat seinen 91. Geburtstag mit einer luxuriösen Party gefeiert. Tausende Anhänger seiner Regierungspartei Zanu-PF strömten am Samstag zu der pompösen Feier in einem Luxushotel bei den legendären Victoria-Wasserfällen.

Zur Feier des Tages hatten die Organisatoren mehrere Elefanten schlachten lassen, in einem weißen Zelt auf dem Golfplatz des Hotels wurden sieben riesige Geburtstagstorten aufgetischt, darunter ein 91 Kilo schweres Backwerk in Form der Victoria-Fälle und ein Kuchen in der Form des Kopfes von Mugabe. Unterstützt von seiner Frau Grace ließ der greise Despot 91 Luftballons aufsteigen.

Die oppositionelle Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) verurteilte die Feier als "obszön". Das Geld für die Party solle stattdessen in eine Renovierung der heruntergekommenen Krankenhäuser und Dorfschulen in der Region gesteckt werden, hatte MDC-Sprecher Obert Gutu schon vor Beginn der Feierlichkeiten gefordert.

Ein Stolper-Foto als viraler Hit

Der frühere Unabhängigkeitskämpfer Mugabe regiert Simbabwe seit mehr als drei Jahrzehnten mit harter Hand. Die einstige britische Kolonie im Süden Afrikas schlittert seit 20 Jahren von einer Wirtschaftskrise in die nächste und leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und extremer Inflation. Die EU und die USA haben wegen der Unterdrückung der Opposition und wegen Wahlfälschungen Einreisesperren gegen Mugabe verhängt.

Menschenrechtsorganisationen prangern Mugabes Regime seit Jahren wegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Verfolgung von Journalisten, Wahlbetrug und zahlreichen anderen Verstößen gegen die Menschenrechte an. Der einzige zugelassene Fernsehsender ist in staatlicher Hand, Signale von Auslandssendern werden gestört, der Besitz von Kurzwellenempfängern ist verboten. Simbabwe liegt im Ranking der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 135 von 180.

Der Gesundheitszustand Mugabes hatte sich zuletzt offenbar verschlechtert. Nach einem Jubelauftritt vor Anhängern war der damals 90-Jährige vor wenigen Wochen gestolpert und zu Boden gegangen. Das Bild des taumelnden Despoten, das Mugabe verschwinden lassen wollte, wurde daraufhin unter dem Hashtag #MugabeFalls als Mem ein Hit im Internet.

mxw/AFP



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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
noalk 01.03.2015
1. Unabhängigkeitskämpfer?
"Der frühere Unabhängigkeitskämpfer Mugabe ..." --- Mugabe war nie Unabhängigkeitskämpfer. Er hat zwar die Briten aus Rhodesien vertrieben, aber unabhängig ist Simbabwe deswegen nicht geworden. Im Gegenteil: die Abhängigkeit ist größer als jemals zuvor, heutzutage eben von jenem Verbrecher.
blob123y 01.03.2015
2. Am Eindrucksvollsten ist wohl die Frau zur Rechten
ein Blick auf die sagt alles was da los ist.
Layer_8 01.03.2015
3. Briten
Zitat von noalk"Der frühere Unabhängigkeitskämpfer Mugabe ..." --- Mugabe war nie Unabhängigkeitskämpfer. Er hat zwar die Briten aus Rhodesien vertrieben, aber unabhängig ist Simbabwe deswegen nicht geworden. Im Gegenteil: die Abhängigkeit ist größer als jemals zuvor, heutzutage eben von jenem Verbrecher.
Die waren schon weg. Vielmehr hat er das dortige südafrikanische Marionetten-Rassistenregime vertrieben. Mit dem anderen haben Sie allerdings leider Recht.
hevopi 01.03.2015
4. Mich interessiert,
wie hoch eigentlich unsere Zahlungen zur Hilfe für die armen Menschen dort sind. Natürlich kommt jede Hilfe nie da an, aber für Champagner und Elefantenfleisch reicht es ja. Warum akzeptieren wir diese Verbrecher?
werbungspamschund 01.03.2015
5. Und warum ist gerade
die Geschichte mit den Elefanten der Aufreisser für diese Story?
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