USA Trumps Vertrauter Roger Stone in Florida festgenommen

Es geht um Falschaussage, Beeinflussung von Zeugen, Behinderung von Ermittlungen: Roger Stone, ein Vertrauter von US-Präsident Trump, ist in Florida festgenommen worden.


Ein weiterer enger Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump ist in das Visier der US-Justiz geraten: Trumps Ex-Berater Roger Stone ist nach übereinstimmenden Meldungen angeklagt und in Florida festgenommen worden.

Dem 66-Jährigen werden in der von Sonderermittler Robert Mueller erwirkten Anklage Behinderung von Untersuchungen durch den Kongress, Falschaussagen und Zeugenbeeinflussung vorgeworfen, wie das Büro des Sonderermittlers erklärte.

Mueller untersucht die Russlandkontakte des früheren Wahlkampfteams von Präsident Trump. Das FBI stand nach einem Bericht von CNN gegen 6 Uhr morgens vor dem Haus des früheren Trump-Vertrauten in Fort Lauderdale (Florida) und forderte ihn auf, die Tür zu öffnen.

Die weiteren Details der Festnahme sind noch unklar. Stone soll aber noch am selben Tag in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida vor Gericht erscheinen.

Ominöses Treffen mit russischem Informanten

Mitte Juni 2018 war bekannt geworden, dass es ein geheimes Treffen zwischen Stone und einem russischen Staatsbürger in Florida gegeben haben soll, bei dem der Russe Stone angeblich schädliche Informationen über Hillary Clinton für zwei Millionen Dollar verkaufen wollte. Stones Anwalt teilte später mit, sein Klient habe das Angebot abgelehnt. Stone äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Bei den Russlandermittlungen Muellers geht es im Kern um die Frage, ob die Präsidentschaftswahlen 2016 von ausländischen Mächten - insbesondere Russland - beeinflusst wurden. Und ob Trumps Wahlkampfteam mit einer solchen Beeinflussung etwas zu tun hatte. Der weist das zurück und spricht von einer Hexenjagd.

Michael Cohen
AFP

Michael Cohen

In den vergangenen Monaten konzentrierten sich die Untersuchungen besonders auf Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen. Cohen war über ein Jahrzehnt lang ein enger Vertrauter Trumps. Inzwischen haben sich die beiden überworfen - und Cohen kooperiert mit Sonderermittler Mueller.

Im Dezember hatte ein Bundesgericht in New York Cohen unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte eingeräumt, den Kongress bei dessen Russlanduntersuchungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Moskau angelogen zu haben. Er soll seine Haftstrafe am 6. März antreten.

mho/Reuters/AP



insgesamt 57 Beiträge
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bigroyaleddi 25.01.2019
1. Ex-Berater?
Alle, welche ins Visier der Ermittler geraten sind irgendwie EX. Erwischen die endlich auch mal einen der noch nicht Ex ist?
KingTut 25.01.2019
2. Schillernd
Mit der Festnahme des schillernden Roger Stone, der sich einst bedingungsloser Loyalität gegenüber Donald Trump rühmte, zieht sich die Schlinge um den "POTUS" immer enger. Wie man sieht ist das ein langwieriger Prozess. Aber dafür sind die USA ein demokratischer Rechtsstaat und ein Beispiel für den Rest der Welt. Wie viele Fälle von Korruption in höchsten Regierungsstellen anderer Länder mögen uns für immer verborgen bleiben. Die Trump-Fans behaupten immer wieder, dass Müller trotz langwieriger Ermittlungen nichts gefunden habe, aber auch diese Festnahme und Anklage (eine von vielen im Umfeld Trumps!) widerlegt sie. Der Sonderermittler geht an die Sache mit der gleichen Akribie, mit der er schon bei verschiedenen Mafia-Clans Erfolg hatte. Auch bei Trump fühlt man sich an dieses Milieu erinnert. Schließlich hat er doch versprochen, den Sumpf trockenzulegen, ihn in Wahrheit aber mit Alligatoren und Tsetse-Fliegen angereichert.
teddyhh 25.01.2019
3. Lock him UP!!!
Und damit mein ich nicht nur Herrn Stone... Es ist schon sehr komisch das Herr Drumpf in seinem Wahlkampf immer gefordert hat das Hillary Rodham Clinton eingebuchtet wird und das immer mehr seiner Ex-Wahlkampf-Berater/Helfer eingebuchtet werden...
tailspin 25.01.2019
4. Na endlich
Thema sind offenbar auch die vom DNC/ Podesta geklauten und vom Wikileaks publizierten emails, die so erschuetternd waren, dass Hillary vollkommen entgegen SPONs Erwartung die Wahl verlor. Dann kommt hoffentlich endlich zur Sprache, dass das ein Insiderjob (nix Russen) war, was forensisch aus der Uebertragungsgeschwindigkeit des Datenflusses herauszulesen war. Irgendjemand hatte den DNC computer direkt mit einem UBS stick angezapft. Der Verdaechtige war der wg. der schaebigen Behandlung von Bernie Sanders veraergerte DNC Mitarbeiter, Seth Rich. Dieser wurde kurz danach vor seiner Haustuer in Wsgington DC erschossen. Ein offenes Geheimnis, und verschiedene Leute aus dem Computer- und Hackwesen wie Kim Ditcom haben Informationen angeboten, wenn sie denn nur nur gefragt werden wuerden, aber Sonderermittler Mueller hat bisher angestrengt in die andere Richtung geschaut.
annoo 25.01.2019
5. Das ist schwierig
Zitat von bigroyaleddiAlle, welche ins Visier der Ermittler geraten sind irgendwie EX. Erwischen die endlich auch mal einen der noch nicht Ex ist?
Das ist schwierig bei jemandem, der Hire-and-Fire-Politik sexy findet.
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