Dokumentation "Iran stellt absolut keine Gefahr dar"

Bei seinem ersten Auftritt vor der Uno hat Irans neuer Präsident Hassan Rohani sich für sofortige Gespräche zum iranischen Atomprogramm bereit erklärt. Die Nachrichtenagentur dpa hat seine Rede auszugsweise im Wortlaut dokumentiert.  


New York - Der Iran ist nach Angaben seines neuen Präsidenten Hassan Ruhani bereit, sofort "fristgebundene und ergebnisorientierte Verhandlungen" über sein Atom-Programm mit "voller Transparenz" aufzunehmen. Die friedliche Nutzung sei der alleinige Zweck dieses Programms, erklärte Ruhani am Dienstag in seiner ersten Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York. Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert Auszüge aus Ruhanis Rede im Wortlaut:

"Die jüngsten Wahlen im Iran sind ein deutliches und lebendiges Beispiel für die kluge Entscheidung des großen iranischen Volkes für Hoffnung, Rationalität und Mäßigung. Die Realisierung von Demokratie im Einklang mit Religion und der friedlichen Übergabe der Macht zeigt, dass der Iran der Anker der Stabilität in einem Meer von regionaler Instabilität ist.

(...)

Der propagandistische Diskurs hat gefährliche Ausmaße angenommen, durch Darstellung und Einschärfung von mutmaßlichen erfundenen Gefahren. Eine dieser erfundenen Gefahren ist die so genannte "iranische Gefahr", die als Ausrede benutzt worden ist, um eine lange Liste von Verbrechen und katastrophalen Methoden in den vergangenen drei Jahrzehnten zu rechtfertigen.

(...)

Der Iran stellt absolut keine Gefahr für die Welt oder die Region dar. In Theorie und Praxis ist mein Land ein Vorbote von fairem Frieden und umfassender Sicherheit.

(...)

Was gegen das unschuldige palästinensische Volk unternommen wurde und wird, ist nichts anderes als organisierte Gewalt. Palästina ist besetzt; die Grundrechte der Palästinenser werden tragisch verletzt und sie werden an ihrem Recht gehindert, ihr Zuhause, ihre Geburtsorte und ihr Heimatland zu betreten. Apartheid kann als Konzept kaum die Verbrechen und die organisierte Aggression gegen das unschuldige palästinensische Volk beschreiben.

(...)

Gewalt und extreme Maßnahmen wie der Einsatz von Drohnen gegen unschuldige Menschen im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus müssen verurteilt werden.

(...)

Unfaire Sanktionen (...) sind unmenschlich und gegen den Frieden. Und anders als von den Menschen, die sie einsetzen, behauptet, treffen sie nicht die Staaten und die politische Elite, sondern die normalen Menschen werden zu Opfern.

(...)

Iran will Probleme lösen, nicht kreieren. Es gibt kein Problem und keine Thematik, die nicht durch den Glauben an Hoffnung, kluge Mäßigung, gegenseitigen Respekt und die Zurückweisung von Gewalt und Extremismus gelöst werden kann. Irans Atomprogramm ist der Beweis dafür.

(...)

Das Ziel eines Atomprogramms eines jeden Landes darf nur die friedliche Nutzung sein. Ich erkläre hier mit aller Deutlichkeit, dass das der alleinige Zweck des iranischen Atomprogrammes ist. Nuklearwaffen und andere Massenvernichtungswaffen haben keinen Platz in der Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin des Iran und widersprechen unseren fundamentalen religiösen und ethnischen Überzeugungen.

(...)

Der Iran ist bereit, sofort an fristgebundenen und ergebnisorientierten Verhandlungen teilzunehmen, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und Unsicherheiten mit völliger Transparenz auszuräumen."

vks/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ariwer 25.09.2013
1. Nanu? Journalistischer Frühling
in unserem Land? Wie kommt´s denn. Sonst ist man eher skeptische und Verrat witternde Töne unserer Presse gewohnt. Sollte es doch noch Hoffnung auf faire Berichterstattung geben? Ist ja schon mal ein Lichtblick, dieser Artikel - und er darf auch kommentiert werden. Schaun wir mal...
analyse 25.09.2013
2. der militärischr Druck der USA,trägt Früchte.
Man sollte Rohani Wort für Wort beim Wort hehmen.Und selbstverständlich darf Iran Atomenergie friedlich nutzen,nach Beitritt zum Internationalen Atomabkommen.
reinerhohn 25.09.2013
3. ob die NSA...
...seine Rede vorher auf seinem Computer schon mal durchgelesen hatte...?
physikus_alt 26.09.2013
4. Wo er Recht hat hat er Recht
---Zitat--- Was gegen das unschuldige palästinensische Volk unternommen wurde und wird, ist nichts anderes als organisierte Gewalt. Palästina ist besetzt; die Grundrechte der Palästinenser werden tragisch verletzt und sie werden an ihrem Recht gehindert, ihr Zuhause, ihre Geburtsorte und ihr Heimatland zu betreten. Apartheid kann als Konzept kaum die Verbrechen und die organisierte Aggression gegen das unschuldige palästinensische Volk beschreiben. ---Zitatende--- Israel hat sich bis heute nicht einmal an die verschiedenen UNO Resolutionen gehalten!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.