Nuklearstreit mit Iran Rohani will Atomverhandlungen notfalls selber führen

Die Wirtschaftssanktionen sollen aufhören, das Recht auf ein friedliches Atomprogramm muss garantiert sein: Dafür will sich Irans Präsident auch persönlich in die Verhandlungen in New York einschalten.

Präsident Hassan Rohani: Aufhebung der Sanktionen ist zwingend nötig
REUTERS

Präsident Hassan Rohani: Aufhebung der Sanktionen ist zwingend nötig


Teheran - Irans Präsident Hassan Rohani will in die Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland offenbar persönlich eingreifen. Sein Ziel sei es, sowohl die Wirtschaftssanktionen zu beenden als auch das Recht Irans auf ein friedliches Atomprogramm zu wahren, sagte Rohani am Mittwoch laut Nachrichtenagentur ISNA. "Falls notwendig, werde ich sogar die Atomverhandlungen selber führen."

Vor der Wahl habe er den Menschen das Ende der Sanktionen versprochen, und dieses Versprechen wolle er auch einhalten, sagte der Präsident. Die Sanktionen haben Iran in den letzten Jahren in eine Wirtschaftskrise geführt, die Rohani nun beenden will. Das nächste Atomtreffen findet Mitte nächsten Monats am Rande der UN-Vollversammlung in New York statt, an der auch der iranische Präsident teilnehmen wird.

Iran macht die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zur Voraussetzung für eine Einigung im Atomstreit. Vor einer Verständigung müssten die Strafmaßnahmen gegen die Islamische Republik vollständig aufgehoben werden, sagte die Sprecherin des iranischen Außenministeriums, Marsieh Afcham, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Teheran.

Zur Vorbereitung der Verhandlungen wollen sich demnach zuvor bereits die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif treffen. Datum und Ort müssten noch besprochen werden, sagte die Sprecherin. Außerdem könnte es in den kommenden Tagen auch weitere Verhandlungen auf Expertenebene geben.

Ende Juli hatte Iran bereits sein Entgegenkommen demonstriert: Es hat die Hälfte seines Bestands an 20-prozentig angereichertem Uran unschädlich gemacht. Teheran hat damit eine wichtige Bedingung des Abkommens erfüllt, das im November mit der sogenannten 5+1-Gruppe der fünf Uno-Vetomächte und Deutschlands geschlossen worden war. Dem IAEA-Bericht zufolge hat Iran auch darauf verzichtet, in seinen Atomanlagen weiteres Uran auf mehr als fünf Prozent anzureichern. Die Frist für eine Einigung auf ein Nachfolgeabkommen für die bisherige vorläufige Vereinbarung wurde noch einmal bis zum 24. November verlängert.

mia/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tylerdurdenvolland 21.08.2014
1. Der will wohl nicht verstehen !
Die USA werden nie verzeihen, dass man sie 1978 aus dem Land geschmissen hat. Das wird sich nie mir ihrem Selbstverständnis als die "Guten" der Welt vertragen,egal was sie dem Land voher angetan haben. ZUr Erinnerung: Man hatte einen demokratisch gewählten Präsidenten in einem Putsch abgesetztund ermordet und einen Folterer zum Schah ernannt, weil der die INteressen der US Energie Konzerne vertritt! Und man hat, wie die USA das ja gerne tun auch das iranische Volk einer Gewalt Diktatur ausgeliefert,um des eigenen Vorteils Willen. Obama hat in seiner Amtszeit niemals den Eindruck erweckt, er könne anders sein als ein normaler US präsident.
schmusel 21.08.2014
2.
Zitat von tylerdurdenvollandDie USA werden nie verzeihen, dass man sie 1978 aus dem Land geschmissen hat. Das wird sich nie mir ihrem Selbstverständnis als die "Guten" der Welt vertragen,egal was sie dem Land voher angetan haben. ZUr Erinnerung: Man hatte einen demokratisch gewählten Präsidenten in einem Putsch abgesetztund ermordet und einen Folterer zum Schah ernannt, weil der die INteressen der US Energie Konzerne vertritt! Und man hat, wie die USA das ja gerne tun auch das iranische Volk einer Gewalt Diktatur ausgeliefert,um des eigenen Vorteils Willen. Obama hat in seiner Amtszeit niemals den Eindruck erweckt, er könne anders sein als ein normaler US präsident.
Wir haben jedoch verstanden, dass es dir nur um USA-Bashing geht. Was damals war, interessiert heute in dieser Sache niemanden mehr - es dient dir nur als Vorwand. Was Rohani einsehen muss: Er sollte nicht Vorbedingungen stellen bevor er nicht zusichert, dass Iran die Fähigkeit zur Hochanreicherung von Uran freiwillig verliert und jederzeit Kontrollen durch die IAEO dieser Anlagen gewährleistet sind.
uvg 21.08.2014
3. Bismarck lehrte wörtlich :
"wer mit vorgefasster Meinung in eine Verhandlung geht, gleicht einem Mann, der nachts durch einen Wald geht und dazu eine 3 m lange Stange in den Mund nimmt". Das gilt gleichermassen für Herrn Rohani wie Herr Netanjahu, die beide nicht begreifen wollen, dass Vorbedingungen zu Verhandlungen eine contradictio in adjectu sind und sich gegenseitig damit ausschliessen. Anders ausgedrückt: wer zuvorderst Bedingungen stellt will nicht verhandeln.
juyagar2012 21.08.2014
4.
Das recht auf ein friedliches Recht auf Atomprogramm muss garantiert sein. Ist das wohl zu viel verlangt!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.