Rohingya-Flüchtlingskrise USA verschärfen Kurs gegen Burma

Burma geht brutal gegen die Rohingya vor. Das hat nun Folgen: Die USA erwägen weitere gezielte Sanktionen - unter anderem gegen Millitärs. Der Exodus der muslimischen Minderheit geht unterdessen weiter.

Rohingya-Flüchtlinge
REUTERS

Rohingya-Flüchtlinge


Vor der Gewalt in Burma sind mittlerweile fast eine Million Rohingya geflohen. Der Exodus ruft nun die Vereinigten Staaten auf den Plan. Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegenüber Burma, um die muslimische Minderheit der Rohingya besser zu schützen.

Das Außenministerium in Washington erklärte, man erwäge eine Reihe weiterer Maßnahmen, um der menschenunwürdigen Behandlung der Rohingya Einhalt zu gebieten. Dazu zählten auch gezielte Sanktionen gegen Einzelpersonen oder Gruppen, wie Armee-Einheiten und Offiziere.

Fotostrecke

7  Bilder
Rohingya in Burma: Durch den Schlamm nach Bangladesch

"Wir sind zutiefst besorgt über die Ereignisse im Bundesstaat Rakhine und die gewaltsamen und traumatisierenden Misshandlungen, die Rohingya und andere Gemeinschaften erleiden mussten", erklärte das Ministerium. Es sei von größter Bedeutung, dass alle Einzelpersonen oder Gruppen, die für Gräueltaten verantwortlich seien, zur Rechenschaft gezogen würden.

Uno stuft Vertreibungen als ethnische Säuberungen ein

Der Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und der muslimischen Minderheit in Burma war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten.

Burmas Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Die Uno stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen ein. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder.

Ein Vertreter Bangladeschs sprach am Montag bei einer Uno-Geberkonferenz in Genf vom "größten Exodus aus einem einzelnen Land seit dem Genozid 1994 in Ruanda".

Entgegen anderslautender Darstellungen gehe die Gewalt in Rakhine weiter, betonte er. Täglich kämen Tausende Menschen über die Grenze. Die Uno erhielten in Genf Hilfszusagen über 340 Millionen Dollar, darunter 30 Millionen von der EU.

Neben Sanktionen gegen führende Militärvertreter wie etwa weitere Reisebeschränkungen erwägen die USA auch "gezielte wirtschaftliche Maßnahmen" gegen Einzelpersonen, die mit den "Gräueln" in Verbindung gebracht würden, hieß es. Schon jetzt unterhalten die USA sehr beschränkte Beziehungen zur Armee in Burma, zudem gilt seit Langem ein Embargo für militärische Ausrüstung.

dop/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.