500.000 Flüchtlinge Uno prangert Rohingya-Verfolgung in Burma an

Landminen gegen Zivilisten, sexuelle Gewalt: Uno-Generalsekretär Guterres hat bei einer Sitzung des Sicherheitsrates erneut die Verfolgung der Rohingya in Burma angeprangert. Kritik richtete sich erneut auch gegen Aung San Suu Kyi.

Geflüchtete Rohingya mit Kind in Bangladesch
REUTERS

Geflüchtete Rohingya mit Kind in Bangladesch


Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Lage der Rohingya in Burma als "Albtraum" kritisiert und ein Ende des militärischen Vorgehens gegen die muslimische Minderheit in der Unruheregion Rakhine gefordert.

Der Uno lägen beängstigende Berichte über den Einsatz exzessiver Gewalt gegen Rohingya und schwere Menschenrechtsverstöße wie den Einsatz von Landminen gegen Zivilisten sowie sexuelle Gewalt vor, sagte Guterres bei einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York.

Die Armee müsse den Einsatz in Rakhine sofort einstellen und einen uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe zulassen, forderte Guterres. Den geflüchteten Rohingya müsse die sichere Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht werden.

Die US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, verurteilte das Vorgehen der burmesischen Regierung ebenfalls scharf, mit einem Seitenhieb auf Burmas De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi: "Wir sollten das Verhalten der Regierung als das bezeichnen, was es offensichtlich ist: eine brutale, fortgesetzte Kampagne, die der ethnischen Säuberung dient. Führungspersönlichkeiten, die früher so viel für die Demokratie in Burma getan haben, sollten sich schämen".

Zuvor hatte Burmas Regierung einen für Donnerstag geplanten Besuch von Uno-Vertretern in der Konfliktregion Rakhine verschoben. Als Grund hatte sie "schlechtes Wetter" genannt.

Der Konflikt in Burma war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Seither flohen nach Uno-Angaben mehr als eine halbe Million Rohingya ins benachbarte Bangladesch.

Die Rohingya gehören zu den am stärksten verfolgten Minderheiten weltweit. Muslime in dem mehrheitlich buddhistischen Burma sind seit Jahren Repressionen ausgesetzt.

hej/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.