Streit über Abtreibung: Romney drängt Rechtsaußen Akin zum Rückzug

Frauen sollen nicht abtreiben, selbst wenn sie vergewaltigt wurden - mit dieser Aussage macht sich Todd Akin im Wahlkampf der US-Republikaner untragbar. Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney verlangt den Rückzug des Parteifreunds, doch der will seine Politikkarriere nicht aufgeben.

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Todd Akin: Der Republikaner kandidiert in Missouri für den Senat

Washington - US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney drängt seinen republikanischen Mistreiter Todd Akin zum Rückzug. Akin, der für einen Sitz im Senat kandidiert, hatte mit kruden Äußerungen über Vergewaltigungen Empörung erregt.

Um ein Verbot von Abtreibungen zu rechtfertigen, hatte der Politiker aus Missouri in einem Interview unter anderem gesagt: "Wenn es sich um eine echte Vergewaltigung handelt, hat der weibliche Körper Möglichkeiten, die ganze Sache abzustellen." Dass eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger werde, sei doch "ziemlich selten".

Schon am Montag hatte Romney die Äußerungen Akins als "beleidigend" und "unentschuldbar" bezeichnet. Nun legte der Präsidentschaftskandidat der Republikaner nach - und forderte Akins Rückzug von den Senatswahlen: "Seine Mitstreiter aus Missouri haben ihn heute dazu gedrängt, und ich denke, er sollte ihren Rat annehmen und aus dem Wahlkampf um den Senat ausscheiden", teilte Romney mit.

Zuvor hatten sich bereits andere führende Republikaner von Akin distanziert. Das National Republican Senatorial Committee sowie die millionenschwere Spendengruppe "Crossroads GPS" entzogen dem Kandidaten ihre Gelder.

Doch Akin widersetzt sich bislang dem Druck der Partei. Er hatte die Äußerungen eilig zurückgezogen und als Versprecher abgetan. Die Forderungen seiner Parteikollegen bezeichnete er als Überreaktion. "Wir werden das Rennen um den US-Senat fortsetzen", betonte Akin auch am Dienstag noch einmal in der Sendung des erzkonservativen Radio-Moderators Mike Huckabee.

Für die Republikaner kommt der Skandal denkbar ungelegen: Romney will sich in der kommenden Woche auf einem Parteitag in Tampa offiziell zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahl küren lassen - ein Höhepunkt seiner Kampagne. Die Affäre um Akin droht nun den großen Auftritt zu überschatten.

Das fürchtet offenbar auch der republikanische Parteichef Reince Priebus: Er forderte Akins ebenfalls zum Rückzug auf - und bat in einem Interview mit CNN zudem, das in Ungnade gefallene Parteimitglied möge dem Treffen der Republikaner in Tampa fernbleiben.

usp/Reuters/AP

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