US-Wahlkampf: Romney übertrumpft Obama als Spendensammler

Mitt Romney wird für Barack Obama immer gefährlicher: Der Republikaner und seine Partei strichen im Mai über 76 Millionen Dollar an Spenden für den Wahlkampf ein. Er überholte den US-Präsidenten damit erstmals beim Fundraising.

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Romney: Obama beim Spendensammeln übertrumpft

Washington - Kann Mitt Romney es doch noch schaffen, Barack Obama aus dem Weißen Haus zu vertreiben? Seine Nominierung als Herausforderer der Republikaner ist dem Multimillionär nicht mehr zu nehmen, in dieser Woche gewann er zudem noch Vorwahlen seiner Partei in fünf weiteren US-Bundesstaaten.

Doch Romney und sein Team schaufeln auch immer mehr Geld in ihre Wahlkampfkasse. Im Mai kamen 76,8 Millionen Dollar an Spenden zusammen. Damit überholte der frühere Gouverneur von Massachusetts nach Angaben seines Team beim sogenannten Fundraising erstmals Barack Obama - denn der Präsident holte demnach im selben Monat nur rund 60 Millionen Dollar.

Romney machte damit im Vergleich zum Vormonat einen gewaltigen Sprung beim Spendensammeln. Denn im April waren nur 40 Millionen US-Dollar für ihn und die Republikaner als Wahlkampf-Hilfe zusammengekommen. Obama und seine Demokraten hatten da mit 43,6 Millionen Dollar noch etwas mehr Geld als der Rivale gesammelt.

Es wird damit gerechnet, dass der Kampf um das Weiße Haus in diesem Jahr der teuerste US-Präsidentschaftswahlkampf aller Zeiten wird. Sowohl Obama als auch Romney dürften insgesamt eine Milliarde US-Dollar investieren.

Noch liegt Obama in den Umfragen gegen Romney in Führung. Aber die Republikaner geben sich noch längst nicht geschlagen. Sie sehen sich auch gestärkt durch die Abstimmung in dieser Woche über den Gouverneur von Wisconsin: Die Demokraten scheiterten mit ihrem Versuch, den Republikaner Scott Walker aus dem Amt zu vertreiben. Bei der Abstimmung gewann Walker gegen seinen demokratischen Herausforderer Tom Barrett. Obama selbst hatte sich noch am Wahltag über Twitter für Barrett ausgesprochen - ohne Erfolg. Wisconsin zählt zu den Staaten, die am 6. November bei der Präsidentschaftswahl als entscheidend gelten.

Es läuft also im Moment alles gut für Romney. Auf dem Parteitag der Republikaner Ende August in Florida soll er offiziell als Gegenkandidat von Obama nominiert werden.

als/dapd/Reuters

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1. Millionen und Abermillionen für Propaganda
winfired 07.06.2012
Hier geht es nicht mehr um Demokratie sondern um Manipulation, diese Typen sind auch nur die Diener der Milliardäre!
2. Eines
widerspruchsgeist 07.06.2012
wird bei der Wahlberichterstattung über die USA völlig übersehen. Ganz gleich, ob Obama oder Romney im November gewählt wird, die Machtposition des Präsidenten natürlich entscheidend auch von den Kräfte-verhältnissen im Kongress ab. Jeder Präsident, der mit einer gegnerischen Mehrheit im Repräsentantenhaus oder - wichtiger noch - im Senat regieren muss, ist von vorn herein in seinen Machtbefugnissen äußerst stark beschränkt. Meine Wunschkonstellation wäre Obama Obama wieder gewählt und eine republikanische deutliche Mehrheit in beiden Kammern.
3. cx by<
Onkel_Karl 07.06.2012
Zitat von sysopREUTERSMitt Romney wird für Barack Obama immer gefährlicher: Der Republikaner und seine Partei strichen im Mai über 76 Millionen Dollar an Spenden für den Wahlkampf ein. Er überholte den US-Präsidenten damit erstmals beim Fundraising. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837611,00.html
Wenn man diese Summen hört...etwa 1 Milliarde Dollar wird nur Obama für sein Wahlkampf zu Verfügung haben. Mit anderen Worten Geld regiert die Welt und ohne einen vollen Sack Dollars hat man keine Chance in USA. Man hat die Wahl zwischen Pepsi und Cola,Pest oder Cholera und am Ende wird der nächste President allen seinen Spendern danken..auf eine oder andere Weise. Land of Freedom...es war ein mal,eigentlich schade aber es gibt in USA wenigstens eine Bewegung und Menschen die etwas dagegen tun und darüber Diskussion gibt...wir dagegen "fiebern" hier für Nobel-Preisträger,obwohl er der Liebling der Republikaner...er hat mehr Gesetze verabschiedet,als Bush in 10 Jahren und das alles mit einem Lächeln...da kann man nur zustimmen.
4. Abartig.
kevinsteve79 07.06.2012
um was fuer Summen es sich hier mittlerweile handelt die Lobbies und andere Interessengruppen mittlerweile fuer Wahlkampfspenen ausgeben. Die Wahl in Wisconsin war ein Paradebesipiel wie sehr das Geld Wahlen beeinflussen kann. Scott Walker z.B. hat ca 2/3 seiner Spenden ausserhalb Wisonsins bezogen (22.6 Mio $) also Lobbies die rein gar nichts mit Wisonsin am Hut haben sondern eher die Preasidentschaftswahl im Auge haben. Daher war es fuer Scott Walker moeglich seit Januar die lokalen TV Kanaele mit Werbespots zu bombardieren. Sein Gegenkandidat Barett hatte "nur" 3.7 Mio $ zur Verfuegung aber ca 74% seiner Spenden kamen aus Wisconsin hauptsaechlich von Gewerkschaften und deren Mitlgiedern. Mir wird einfach uebel dabei, wie sehr die grossen Corporations bei uns, Wahlen in jedem Staate beeinflussen koennen um ihre Interessen und ihren Weg Landesweit um jeden Preis aufrecht zu erhalten und die Mittelschicht zerstoert.
5.
texas_star 07.06.2012
Zitat von kevinsteve79um was fuer Summen es sich hier mittlerweile handelt die Lobbies und andere Interessengruppen mittlerweile fuer Wahlkampfspenen ausgeben. Die Wahl in Wisconsin war ein Paradebesipiel wie sehr das Geld Wahlen beeinflussen kann. Scott Walker z.B. hat ca 2/3 seiner Spenden ausserhalb Wisonsins bezogen (22.6 Mio $) also Lobbies die rein gar nichts mit Wisonsin am Hut haben sondern eher die Preasidentschaftswahl im Auge haben. Daher war es fuer Scott Walker moeglich seit Januar die lokalen TV Kanaele mit Werbespots zu bombardieren. Sein Gegenkandidat Barett hatte "nur" 3.7 Mio $ zur Verfuegung aber ca 74% seiner Spenden kamen aus Wisconsin hauptsaechlich von Gewerkschaften und deren Mitlgiedern. Mir wird einfach uebel dabei, wie sehr die grossen Corporations bei uns, Wahlen in jedem Staate beeinflussen koennen um ihre Interessen und ihren Weg Landesweit um jeden Preis aufrecht zu erhalten und die Mittelschicht zerstoert.
@Kevin Steve (der Ron Paul Fan auf der facebook seite) Also sind die $3.7m von gewerkschaften und deren mitglieder keine "lobby spenden"? wenn ein gouverneur sich erdreistet die rechte der OEFFENTLICHEN gewerkschaften zu beschneiden welche allesamt mit steuergeldern finanziert werden... dann ist es natuerlich absolut eigennuetzige lobbyarbeit wenn die gewerkschaften fleissig geld dem kandidaten geben, der ankuendigt deren pfruende nicht anzutasten..... davon abgesehen kennen sie auch die einstellung von ron paul zu oeffentlichen gewerkschaften und deren einfluss in der politik. aber so wie ich das immer mehr sehe, sind sie eher links von obama und nicht wirklich ein ron paul anhaenger... jedenfalls so wie sie ueber mitt romney abkotzen ....
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US-Wahl
Wahl des Präsidenten
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
Parteien und Swing States
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet: Praktisch spielen nur die demokratische und die republikanische Partei eine Rolle. Da in vielen Bundesstaaten die Mehrzahl der Wähler traditionell einer der beiden Parteien zugetan sind, steht in diesen Staaten praktisch fest, für welchen Kandidaten die Wahlmänner dieses Staates stimmen werden.
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Wahlmänner
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern ("electors"). Ein Wahlmann ist ein Bürger, den die Einwohner eines US-Bundesstaates gewählt haben, damit er oder sie in einem landesweiten Gremium in ihrem Namen seine Stimme für den Präsidenten und den Vizepräsidenten abgibt. Die Wahlmänner werden von ihrer jeweiligen Partei in einem Auswahlprozess aufgestellt, der von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden ist. Normalerweise nominieren die Parteien sie auf einem Parteitag im jeweiligen Bundesstaat, oder der Zentralausschuss ("central committee") der Partei stellt sie auf.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Wahlmännergremium
Das Electoral College ist ein Kollegium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen US-Bundesstaaten, das den US-Präsidenten und seinen Vize wählt - denn Amerikas Bürger entscheiden nicht direkt darüber, wer sie regiert, sondern nur über die Zusammensetzung des Gremiums, das den Präsidenten wählt.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
"Winner takes all"
In 48 US-Bundesstaaten gilt bei den Präsidentschaftswahlen das Mehrheitswahlrecht: Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden komplett dem Präsidentschaftskandidaten zugeordnet, der in diesem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat - "Der Sieger bekommt alles" ("The winner takes it all"). Der in diesem Staat unterlegene Präsidentschaftskandidat geht leer aus, ganz gleich wie viele Stimmen der Bürger er auf sich vereinigen konnte - diese Stimmen entfallen.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.