Republikaner-Parteitag in Tampa: Kämpferischer Romney buhlt um Amerika

"Ich will, dass Amerika erfolgreich ist": Mitt Romney hat beim Parteitag der US-Republikaner in Tampa die wichtigste Rede seiner politischen Karriere gehalten. Er versprach die Schaffung von zwölf Millionen Jobs, ein starkes Militär und die Einigung des tief gespaltenen Landes. Die Menge jubelte ihm zu.

Republikaner-Parteitag: "Dieses Land gehört uns" Fotos
AFP

Tampa - Der republikanische Kandidat Mitt Romney hat versprochen, als Präsident der USA für ein "geeintes Amerika" zu kämpfen. In seiner Nominierungsrede auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa appellierte er vor allem an die Menschen, die vor vier Jahren Barack Obama ins Amt wählten und nun von dem US-Präsidenten enttäuscht sind.

"Ich wünschte, Obama hätte Erfolg gehabt, denn ich möchte, dass Amerika Erfolg hat", rief Romney den Delegierten zu. Der Republikaner wollte sich als Pragmatiker vom demokratischen Konkurrenten absetzen. Mit Spott quittierte er einen wichtigen Punkt in Obamas Programm: den Umweltschutz. Obama habe versprochen, die Erde zu retten. "Ich jedoch verspreche, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen."

Der Kandidat, der oft steif wirkt, versuchte, seine menschliche Seite zu zeigen, indem er lange über seine Familie und Frau sprach - und dafür viel Applaus bekam.

Lesen Sie die Geschehnisse in Tampa im Minutenprotokoll nach.

+++ Erste Reaktionen auf die Rede +++

[5.22 Uhr] Wie hat sich Romney geschlagen? Von Republikanern gibt es - natürlich - Lob. Marco Rubio, Floridas Senator, sagt, er habe eine ausgezeichnete Rede gehört. Auch der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, lobt seinen Parteifreund: "Amerika hat hier den wahren Mitt Romney gesehen." Eine CNN-Reporterin spricht von einer "soliden Rede".

+++ Konfettiregen für das Kandidatenduo +++

[5.15 Uhr] Zu den Klängen von James Browns "Living in America" lassen sich Romney und sein Vize-Kandidat Paul Ryan von den Delegierten feiern. Erst kommen die Ehefrauen auf die Bühne, dann Kinder und Enkel. Unverzichtbar: Ballons und Konfetti regnen auf die jubelnde Menge herab.

+++ Romney will für "vereintes Amerika" kämpfen +++

[5.13 Uhr] Romney verspricht, mit ganzer Energie dafür zu kämpfen, dass ein "vereintes Amerika" wiederauferstehe. "Lasst uns die Zukunft heute Abend beginnen!", ruft er zum Abschluss seiner Rede den Delegierten zu.

+++ Romney beschwört Stärke Amerikas +++

[5.10 Uhr] Romney fordert ein "Amerika, das militärisch so stark ist, dass niemand es jemals wagen würde, es herauszufordern." Gegen Putins Russland will er einen härteren Kurs einschlagen, Obama wirft er vor, die Beziehung zu Israel belastet zu haben.

+++ Romney feiert den Pragmatismus +++

[5.07 Uhr] Romney gibt den Pragmatiker: Obama habe versprochen, das Ansteigen der Meeresspiegel zu bekämpfen, er habe versprochen, die Erde zu heilen. "Ich verspreche, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen."

+++ Romneys Regierungsprogramm +++

[5.03 Uhr] "Anders als der Präsident habe ich einen Plan für 12 Millionen neue Jobs", ruft der republikanische Kandidat. Er listet Schritte auf und verspricht den Parteifreunden: "Wir werden 'Obamacare' zurücknehmen" - dafür gibt es Standing Ovations. Weiter sagt er: "Wir werden der Mittelklasse keine Steuern erhöhen."

+++ Romney betont seine Erfahrung in der Wirtschaft +++

[4.56 Uhr] Nun schaltet Romney auf Angriff. "Obama hat Amerika enttäuscht, weil er das Land in die falsche Richtung geführt hat." Das Problem sei, dass der Präsident keine Wirtschaftserfahrung habe. Dann spricht Romney über seine Erfahrung in der Business-Welt. Über seine umstrittene Zeit bei der Finanzbeteiligungsgesellschaft Bain Capital sagt er, man habe Firmen helfen wollen. "In Amerika feiert man Erfolg, man entschuldigt sich nicht dafür!", ruft Romney.

+++ Romney gibt den menschlichen Kandidaten +++

[4.50 Uhr] Nun spricht Romney über Familie: Er lobt die Rolle seiner Frau Ann bei der Erziehung ihrer fünf gemeinsamen Söhne. Er und seine Ehefrau hätten versucht, ihren Kinder und Enkeln bedingungslose Liebe vorzuleben. Seine Eltern seien 64 Jahre verheiratet gewesen. Viel Applaus.

+++ Romney: "Amerika verdient etwas Besseres" +++

[4.43 Uhr] Romney spricht über die Entbehrungen der Amerikaner nach der letzten Wahl. Die Bürger hätten es verdient, dass die Regierung die Schulden abbaue, die Ausgaben eindämme, doch davon sei nichts geschehen. Obamas Versprechungen hätten zur Spaltung des Landes geführt. "Ich wünschte, Obama hätte Erfolg gehabt, denn ich möchte, dass Amerika Erfolg hat", sagt Romney. Nun müssten die Amerikaner sagen: "Wir verdienen etwas Besseres!"

+++ Romney akzeptiert die Nominierung +++

[4.38 Uhr] "Herr Vorsitzender, liebe Delegierte, ich akzeptiere Ihre Nominierung als Präsident der Vereinigten Staaten!", sagt Romney gleich zu Beginn seiner Rede.

+++ Romney kommt +++

[4.32 Uhr] Mitt Romney marschiert ein und schüttelt die Hände Dutzender Delegierter. Gleich hält er die wichtigste Rede seines Lebens.

+++ Rubio trommelt für den amerikanischen Traum +++

[4.26 Uhr] Der republikanische Senator aus Florida, Marco Rubio, heizt das Publikum weiter für Romney an. Rubio stellt der aktuellen Regierung ein verheerendes Zeugnis aus. Obama sei keine schlechte Person, aber ein schlechter Präsident. Er verdammt die Ausgabenpolitik der Regierung. Millionen Amerikaner seien verunsichert über die Zukunft. Rubio spricht viel über den amerikanischen Traum und den Weg seiner kubanischen Eltern.

+++ Clint Eastwood heizt den Republikanern ein +++

[4.10 Uhr] Mit Witzen über Barack Obama begeistert Hollywood-Star Clint Eastwood den Parteitag der Republikaner. Der Schauspieler und Regisseur war der Überraschungsgast der Veranstaltung. Seine Bilanz zu dreieinhalb Jahren Obama-Regierung sei diese, sagt Eastwood zu den jubelnden Delegierten: "Wenn jemand seinen Job nicht erledigt, müssen wir ihn rauswerfen."

Er selbst sei gerührt gewesen, als Obama gewählt wurde: "Jetzt weine ich wieder, weil es 23 Millionen Arbeitslose in diesem Land gibt." Das sei eine Schande für das Land, und die Regierung habe nicht genug getan, um das Problem zu beheben. Nun brauche Amerika einen Geschäftsmann an der Spitze. Jetzt sei es Zeit "für Mitt Romney, unsere Probleme zu lösen", ruft der vierfache Oscar-Gewinner den Delegierten entgegen.

+++ Romney wird Jobs versprechen +++

[4.03 Uhr] In einem rund zehnminütigen Video wird Romney den Delegierten als Sanierer und Pragmatiker, aber auch als Familienmensch vorgestellt. Der republikanische Kandidat wird in seiner Ansprache seinen Landsleuten eine bessere Zukunft und Millionen neue Arbeitsplätze versprechen. Laut vorab verbreitetem Manuskript fordert er in seiner Dankesrede für die Nominierung die Wähler dazu auf, ihre Enttäuschung über Amtsinhaber Barack Obama zu überwinden und mit ihm gemeinsam die angeschlagene US-Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen.

"Wir brauchen keine besondere Regierungskommission, um herauszufinden, was Amerika benötigt. Amerika benötigt Arbeitsplätze. Viele Arbeitsplätze", heißt es in dem Manuskript. Es gelte, zwölf Millionen neuer Jobs zu schaffen. Romney wolle vor dem Parteitag auch seine Ziele für die nächsten Jahre betonen. Bis 2020 müsse das Land unabhängig von Energie aus dem Ausland sein. Militärisch müssten die USA stark bleiben. Mit Blick auf Handelshindernisse Chinas hieß es, die USA dürften sich keinen Betrug gefallen lassen.

Die Präsidentenwahlen finden am 6. November statt. Umfragen sehen Romney und Amtsinhaber Obama in einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Abgesang auf Obama!
b.oreilly 31.08.2012
Also in einem Punkt hat Romney recht: das tief gespaltene Land muss wieder geeint werden. Was Obama da angerichtet hat, wird noch lange negativ nachwirken. Das wird auch alles sein, was in den Geschichtsbüchern von seiner 4jährigen Präsidentschaft übrig bleibt. Der Mann ist doch ein noch schwächerer Präsident, als es Jimmy Carter war!
2. Sollte er denn gewählt werden..............
Early Bird 31.08.2012
...........haben es die Amerikaner so und nicht anders verdient. Bedenklich in meinen Augen ist es schon, dass ein derartiger ********** auch am roten Knopf sitzen wird; und das bei seiner Weltsicht, die aus dem 1. Drittel des letzen Jahrhunderts und früher kommt. Aber, liebe Amis: wählt ihn, wenn Ihr denn endgültig den Bach runtergehen wollt - nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und darin haben gerade die USA ja schon einige Erfahrung..................................
3. Kopfschütteln
abominog 31.08.2012
12 Millionen neue Jobs will er also herbeizaubern, ist ja interessant. Vermutlich ähnlich wie hier in Deutschland: Millionen "neue Jobs", von denen kein Mensch mehr anständig leben kann. Man arbeitet nicht mehr um zu leben, sondern man lebt nur noch um zu arbeiten. Während andere ihre Millionen regelrecht im Schlaf verdienen, zum Beispiel so Typen wie Mitt Romney. Abgesehen davon frisst das amerikanische Militär gigantische Ressourcen, vor allem Energie. Erkundigt euch mal bitte, wieviel Kerosin ein einziger Kampfjet pro Flugstunde verbraucht, danach wundert ihr euch über nichts mehr... Romney ist ein typischer Amerikaner: völlig merkbefreit, täuschend, tricksend, blendend und demagogisch. Der Mann weiss leider ganz genau, wie er die amerikanischen Dumpfbacken für sich gewinnen kann. Man kann nur hoffen, dass sich manche Amerikaner noch daran erinnern können, wie der letzte Republikaner im Weissen Haus regiert hat. Also ich traue diesem Romney mit seinen dubiosen Versprechen nicht über den Weg, sorry!
4. geeintes Amerika..
oneil57 31.08.2012
Bei Romney klingt das irgendwie zynisch. Im Klartext heisst das: Reiche noch reicher, Arme noch ärmer. Wer jetzt meint, "bei uns ist das aber auch so" kennt die krassen Unterschiede in den sozialen Bereichen nicht.
5. Ist er so wichtig,
lemongras 31.08.2012
oder sind es nicht viel mehr die Männer hinter ihm? Bei G.W.Bush waren es der Vize, Pearle, Wolfowitz u.a., die die Richtung angaben. Die Nr. 1 wirkte immer wie eine Marionette. Bei Hr. Romney gibt es Anzeichen für ähnliche Verhältnisse.
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