Phnom Penh - Der Kambodschaner Ieng Sary war Mitbegründer und Außenminister des Rote-Khmer-Regimes, unter dessen Herrschaft wahrscheinlich bis zu zwei Millionen Menschen ums Leben kamen. 2011 kam er vor das kambodschanische Sondertribunal, angeklagt wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und in Arbeitslagern.
Aber zu einem Urteil ist es nicht mehr gekommen: Der 87 Jahre alte Sary ist jetzt gestorben. Seit Anfang März war er im Krankenhaus. Er hatte vor Gericht alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Seine Frau Ieng Thirith wurde ebenfalls angeklagt, sie war Sozialministerin der Roten Khmer. Wegen ihrer im vergangenen Jahr diagnostizierten Alzheimer-Erkrankung blieb ihr ein Prozess aber erspart. Damit geht der Prozess gegen nur noch zwei Angeklagte weiter: den früheren Staatschef Khieu Samphan (81) und den damaligen Stellvertreter von Regimechef Pol Pot, Nuon Chea (86).
Ieng Sary wurde als Sohn einer armen Khmer-Familie in Vietnam geboren und entwickelte sich zu einem radikalen Studenten und schließlich zu einem der wichtigen Männer im Land. Das Regime der Roten Khmer, das einen utopischen Agrarstaat schaffen wollte, wurde von "Bruder Nummer Eins" Pol Pot angeführt, der 1998 starb. Unter der Schreckensherrschaft starb fast ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung durch Hinrichtung, Hunger oder in Arbeitslagern.
kgp/dpa/AFP
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