Überfall in Somalia Bewaffnete entführen deutsche Krankenschwester

Unbekannte haben in Somalias Hauptstadt ein Gebäude der Hilfsorganisation Rotes Kreuz gestürmt und eine Mitarbeiterin verschleppt. Laut Polizei stammt die Frau aus Deutschland.

Waffen in Mogadischu (Symbolbild)
REUTERS

Waffen in Mogadischu (Symbolbild)


In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist am Mittwochabend gegen 20 Uhr eine Mitarbeiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt worden. Das teilten die Polizei und die Hilfsorganisation mit. Den Behörden zufolge handelt es sich um eine Frau aus Deutschland. Nähere Details zu ihrer Identität wurden nicht mitgeteilt.

Nach Angaben von Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Somalia wurde die Frau von Bewaffneten aus dem Rotkreuz-Gebäude verschleppt. Die Entführer seien durch einen Hinterausgang mit ihrer Geisel entkommen, um den am Hauptzugang postierten Wachposten zu entgehen.

Ein Polizeisprecher erklärte, eine großangelegte Suchaktion sei eingeleitet worden. Augenzeugen zufolge wurde das betroffene Viertel weiträumig abgeriegelt.

"Wir machen uns größte Sorgen um die Sicherheit unserer Kollegin", heißt es in einer Mitteilung des IKRK. Sie sei eine Krankenschwester, die jeden Tag gearbeitet habe, um Menschen zu helfen und Leben zu retten.

Entführungen von Ausländern sind in Somalia keine Seltenheit. Angesichts der miserablen Sicherheitslage und fehlender staatlicher Strukturen wird das krisengebeutelte Land am Horn von Afrika häufig als Paradebeispiel eines gescheiterten Staates herangezogen. Neben Armut und Hungersnöten setzen den Menschen dort auch die Terroristen der islamistischen Miliz Al-Shabaab zu. Sie kämpfen in Somalia seit Jahren für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaates.

aar/Reuters/dpa

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