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13. Februar 2018, 17:23 Uhr

Niederlande

Lüge über Putin-Treffen - Außenminister tritt zurück

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra zieht Konsequenzen aus einem peinlichen Vorfall: Der Politiker hatte von einem Treffen mit Wladimir Putin berichtet, an dem er gar nicht teilgenommen hatte.

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra ist nach einer Lüge über ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückgetreten. "Ich sehe keine andere Option, als meinen Rücktritt einzureichen", sagte Zijlstra laut dem niederländischen Rundfunksender NOS.

Zijlstra hatte erklärt, er habe 2006 von Putin gehört, wie dieser seine Pläne eines "Groß-Russlands" darlegte. Auf Grundlage der vermeintlichen Äußerungen von Putin hatte Zijlstra vor der Aggression Russlands gewarnt.

Am Montag musste er gegenüber der Tageszeitung "De Volkskrant" zugeben, dass er über das Treffen mit Putin gelogen hatte.

Geplante Reise nach Russland

Die Enthüllung war für den niederländischen Außenminister besonders peinlich, da Zijlstra für Dienstag seine erste Reise als Außenminister nach Russland geplant hatte. Mit der Lüge habe er denjenigen schützen wollen, der ihm von dem Gespräch mit Putin erzählt habe, sagte Zijlstra.

Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem großen Fehler seines Ministers. Die russische Botschaft in den Niederlanden hat laut der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen auf die Lüge von Zijlstra reagiert. "Russland wird der Vorwurf gemacht, es verbreite Desinformationen", schrieb die Botschaft in einer Mitteilung. "Ist das nicht ein Beweis für 'Fake News' gegen unser Land?", heißt es darin weiter.

höh/dpa/AP/AFP/Reuters

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