Rüstzeug für den Kopf Was 19-jährige US-Soldaten über den Irak wissen müssen

Täglich werden die jungen US-Soldaten im Irak mit einer fremden Gesellschaft konfrontiert, die ihnen oft feindselig gegenübersteht. 16 vom Geheimdienst zusammengestellte Karten soll den GIs helfen, sich im kulturellen Minenfeld zurechtzufinden. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die "Iraq Culture Smart Cards".

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Bagdad - Wie gibt man einem Iraker die Hand? Was bedeuten die Gesten der Männer? Und wie befiehlt man, dass sich ein Verdächtiger auf den Boden legen soll? Jeden Tag setzen die jungen US-Soldaten im Irak ihr Leben aufs Spiel. Aber sie sind unerfahren, wissen fast nichts über die fremde Kultur.

Auf die Karte klicken, um die Smart Cards im englischen Original und in der deutschen Übersetzung anzusehen

Die Marine Corps Intelligence Activity (MCIA), eine Abteilung des amerikanischen Marine-Geheimdienstes, hat ein kulturelles Survival-Kit für die Männer an der Front ausgearbeitet: Die "Iraq Culture Smart Cards" sollen den GIs helfen, sich bei ihrem Zusammentreffen mit den Irakern besser auszukennen. "Sie ist gemacht für 19- oder 20-jährige Soldaten, die in einer feindlichen Umgebung von Tür zur Tür gehen", sagt Colonel Keith Lawless von der MCIA in der "New York Times".

Die 16 "Smart Cards" sind auf einer wasserfesten, laminierte Faltkarte abgebildet. Es geht um ethnische und religiöse Zusammenhänge im Irak, um Traditionen und Gebräuche des Islam, um Umgangsformen der Bewohner. Ein ähnliches Kartenmaterial hat die MCIA auch für die US-Soldaten in Afghanistan anfertigen lassen, andere Einsatzgebiete sollen folgen.

Colonel Lawless ist sich jedenfalls sicher: Die Karten, eine Art kleine Fibel für den Alltag im Irak, werde den GIs helfen, beim Kontakt mit der Bevölkerung "keinen Ärger zu bekommen".



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