Freizügigkeit in der EU Rumäniens Präsident fordert rasche Aufnahme in Schengen-Raum

Wann sollte das junge EU-Mitglied Rumänien dem grenzfreien Schengen-Raum beitreten? Ginge es nach Staatschef Johannis, am besten so schnell wie möglich. Doch es gibt Bedenken - auch in Deutschland.

Rumäniens Staatschef Johannis : Rumänien enger in Europa vernetzen
AP

Rumäniens Staatschef Johannis: Rumänien enger in Europa vernetzen


Berlin - Rumäniens neuer Staatspräsident Klaus Johannis will einen zügigen Beitritt seines Landes zum grenzfreien Schengen-Raum der Europäischen Union erreichen. "Wenn diese Frage gelöst wird, würde mich das sehr freuen", sagte er der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".

Der deutschstämmige Politiker war im November zum Präsidenten des EU-Landes gewählt worden und hatte sein Amt Ende Dezember angetreten. Vor allem Deutschland lehnte in der Vergangenheit die Aufnahme Rumäniens in das Schengen-Gebiet ab, weil Bukarest nicht genug Fortschritte im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen mache. Sorge gibt es auch vor einem ungesteuerten Zuwanderungsschub.

Zweifel am Wandel in Rumänien

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte der Zeitung, es gebe weiterhin Bedenken gegen einen Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum. "Deshalb bleibt es die Aufgabe Rumäniens, die Beitrittsfähigkeit herzustellen." Bosbach zeigte sich überzeugt, dass Rumänien dieses Ziel 2015 nicht erreichen werde. Mit der Wahl von Johannis seien zweifellos große Erwartungen und Hoffnungen verbunden, so Bosbach: "Aber alleine dadurch verändert sich die politische Situation in Rumänien doch nicht grundlegend."

Die bereits bestehende Arbeitnehmerfreizügigkeit für Menschen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien zeichnet sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt schon seit Jahren ab: Im Oktober waren in Deutschland rund 257.000 Menschen aus den beiden Ländern beschäftigt, insgesamt lebten im November mehr als eine halbe Million Bulgaren und Rumänen in Deutschland. Unter Rumänen ist die Arbeitslosenquote laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) sogar niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Für Rumänien gilt seit einem Jahr ebenso wie für Bulgarien die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa. Diese Neuerung hatte eine heftige Debatten über eine angebliche "Armutszuwanderung" aus den beiden Staaten ausgelöst.

mxw/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rabbitfeet 02.01.2015
1. Bitte noch nicht
Rumänien ist noch nicht "reif" dafür. Bitte nicht
mebschmw 02.01.2015
2. Thema verfehlt
Rumänien und Bulgarien sollten erst einmal (gezwungen werden) die Situation ihrer Minderheiten, insbesondere die der Sinti und Roma) in ihren Ländern so verbessern, dass diese dort akzeptabel leben können. Denn im Gegensatz zur Behauptung unserer Politiker und Medien gibt es sehr wohl eine Armutszuwanderung. Nur eben keine von "Rumänen und Bulgaren", sondern von Sinti und Roma aus diesen Ländern. Leider sind unsere Politiker und Medien derart politisch korrekt, dass dies verschwiegen wird und statt dessen immer wieder von Bilgaren und Rumänen im Allgemeinen die Rede ist. Dass diese Zensur eher das Gegenteil bewirkt, als sie bezwecken soll, zeigen die "Lügenpresse"-Rufe der Pegida-Demonstranten.
pimpflegionaer 02.01.2015
3. Auch das noch
Dort gibt es noch eine Grenze? Die scheint ziemlich sinnlos zu sein! Meine letzten Einbrecher waren drei rumänische Fachkräfte zwischen 15 und 17 Jahren. Die hat auch keine Grenze aufgehalten, nur die Polizei und meine Videoüberwachung. Wobei die kulturelle Bereicherung, dank 68er Richter, sicher wieder freigelassen wurde.
t dog 02.01.2015
4. Sorry
Aber Rumänien gehört nicht wirklich zur EU, weil es arm ist.
BeBeEli 02.01.2015
5. Ist eh alles egal
Es kommt doch ohnehin jeder, der will, nach Deutschland. Migranten sparen allenfalls bei der Durchreise durch Rumänien das Geld für die Bestechung rumänischer Grenzbeamter. Das ganze System hat doch keinen Sinn mehr.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.