EU-Sanktionen Rumänien verwehrt russischem Vizepremier den Überflug

Die Regierung in Bukarest hat dem russischen Vizepremier den Flug durch den rumänischen Luftraum verweigert. Moskau spricht von einer Gefahr für "das Leben der Passagiere".


Rumänien hat dem russischen Vizeministerpräsidenten Dmitri Rogosin die Nutzung des rumänischen Luftraums verwehrt. Dies bestätigte das rumänische Außenministerium in Bukarest. Rogosin wollte von Moskau in das abtrünnige Gebiet Transnistrien fliegen, das zur Republik Moldau gehört. In der Hauptstadt Chisinau wollte er sich mit dem prorussischen Präsidenten Igor Dodon treffen.

Rogosin musste nach eigenen Angaben in der weißrussischen Hauptstadt zwischenlanden. "Die rumänischen Behörden haben somit das Leben der Passagiere gefährdet", schrieb Rogosin auf Twitter. An Bord des Linienflugs waren nach Angaben der Fluglinie 170 Menschen, darunter einige Kinder. Das russische Außenministerium wertete das Vorgehen Bukarests als Provokation, das die bilateralen Beziehungen gefährde. "Wir fordern von Rumänien eine Erklärung", teilte das Außenamt mit.

Die rumänischen Behörden hatten dem Flugzeug den Überflug über Rumänien unter Berufung auf die geltenden Sanktionen der EU gegen Russland verwehrt. Rogosin steht auf der Liste von Personen aus Politik und Wirtschaft, die aufgrund der Sanktionen nicht in die EU einreisen dürfen. Die Maßnahme richtet sich gegen das militärische Vorgehen Russlands in der Ukraine seit 2014.

bam/dpa



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