Reaktion auf Brandkatastrophe Rumäniens Regierung tritt zurück

Rumäniens Regierung unter Victor Ponta ist geschlossen zurückgetreten. Am Vortag hatten Zehntausende Demonstranten wegen der Brandkatastrophe von Bukarest gegen den Premier protestiert.

Ex-Premier Ponta: Rücktritt nach Großdemonstration
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Ex-Premier Ponta: Rücktritt nach Großdemonstration


Rumäniens Ministerpräsident Victor Ponta gibt sein Amt auf. Das hat der Politiker in Bukarest offiziell mitgeteilt. "Ich gebe mein Mandat zurück. Ich trete zurück und meine Regierung damit auch", sagte Ponta.

Die Staatsanwaltschaft in Bukarest ermittelte seit Monaten wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegen Ponta. Deshalb hatte der Premier bereits im Juli den Parteivorsitz des PSD niedergelegt. Das Parlament weigerte sich, dem 43-Jährigen die Immunität als Abgeordneter zu entziehen. Dies verhinderte seine mögliche Verhaftung.

Ponta wies die Vorwürfe stets zurück. Trotz wiederholter Rücktrittsforderungen wollte er bis zum Ende seiner Amtszeit im November 2016 Regierungschef bleiben.

Seit der Brandkatastrophe in einem Bukarester Klub am vergangenen Freitag hatte der Druck auf Ponta weiter zugenommen. Viele Rumänen geben der Regierung und den Behörden eine Mitschuld an dem Unglück, bei dem mindestens 32 Menschen ums Leben kamen. Die grassierende Korruption sei für die Katastrophe mitverantwortlich.

Am Dienstag demonstrierten in der rumänischen Hauptstadt rund 20.000 Menschen gegen Ponta. Sie skandierten Parolen wie "Ponta Rücktritt" und "Mörder!". Auch in anderen Städten des Landes gab es Proteste.

Nach seinem Amtsverzicht sagte Ponta, er hoffe, "dass der Rücktritt der Regierung die Menschen zufriedenstellen wird. Die Verärgerung ist legitim", sagte Ponta. "Es wäre ein großer Fehler, dies zu ignorieren."

syd/dpa/AP



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