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Zwischenfall nahe Schweden: Russischer Militärjet fliegt mit abgeschalteter Kennung

Russischer Tupolev-Bomber und ein Tankflugzeug während einer Militärübung Zur Großansicht
REUTERS/ Norwegian NATO QRA Bodø

Russischer Tupolev-Bomber und ein Tankflugzeug während einer Militärübung

Schwedens Verteidigungsminister Hultqvist nennt den Zwischenfall "ernst": Zum wiederholten Mal ist ein russisches Militärflugzeug offenbar ein gefährliches Manöver unternommen - und kam dabei einer Passagiermaschine nahe.

Kopenhagen - Erneut hat es über der Ostsee einen Zwischenfall mit einem russischen Militärflugzeug gegeben. Ob die Maschine dabei in den schwedischen Luftraum eingedrungen ist, geht aus den Meldungen nicht eindeutig hervor. Der Transponder sei bei dem Militärjet ausgeschaltet gewesen, meldete die schwedische Luftwaffe. Transponder übermitteln als automatischer Signalgeber den Fluglotsen wichtige Angaben zu einem Flugzeug, wie etwa die Kennung oder den Typ.

Auf seinem Flug soll die russische Maschine einem Passagierflugzeug aus Kopenhagen nahegekommen sein. Die beiden Flugzeuge seien weniger als 70 Kilometer voneinander entfernt gewesen, das Passagierflugzeug habe sofort Anweisung erhalten, den Kurs zu ändern, hieß es weiter aus der schwedischen Luftwaffe.

"Es ist ernst. Es ist unangemessen. Das ist ganz und gar gefährlich, den Transponder auszuschalten", empörte sich der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist laut "Guardian" im schwedischen Radio. Der Vorfall war am Freitag passiert. Er sei jedoch nicht so gefährlich gewesen wie ein ähnlicher Zwischenfall im vergangenen März, teilte Micael Byden, Chef der schwedischen Luftwaffe, mit. Damals gab es einen Beinahe-Zusammenprall zwischen einer Passagiermaschine und einem russischen Flugzeug, das ebenfalls ohne angeschalteten Transponder in dem Luftraum unterwegs gewesen war.

Moskau sieht keine Gefahr

Das russische Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe am Sonntag zurück. Das Militärflugzeug habe sich am Freitag an die Regeln des internationalen Luftraums gehalten, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konashenkov. Und es habe ausreichend Abstand zu zivilen Flugzeugen gehalten.

"Es gab keine Voraussetzungen für einen Flugzeugunfall", teilte der Sprecher laut russischen Nachrichtenagenturen in einem Statement mit. Zwischen dem russischen Jet und dem Passagierflugzeug sei ein Nato-Aufklärungsflugzeug geflogen.

Russland hat in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz in und über der Ostsee verstärkt. Nach Nato-Angaben hat das westliche Bündnis in diesem Jahr mehr als hundertmal russische Flugzeuge im europäischen Luftraum entdeckt, dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Hintergrund sind die Spannungen mit dem Westen über das Verhalten Russlands im Ukraine-Konflikt. Die Nato hat ihre Patrouillen im Luftraum über der Ostsee ebenfalls verstärkt.

lgr/AP

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