Russland Ablehnung von Schwulen und Lesben steigt

Homosexuelle stoßen in Russland immer stärker auf Ablehnung. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage sind erschreckend: 43 Prozent der Befragten sind für eine Zwangsheilung, eine Isolierung oder gar eine Liquidierung von Schwulen und Lesben.

Protest in St. Petersburg: 67 Prozent für Verbot von "Homosexuellen-Propaganda"
AP

Protest in St. Petersburg: 67 Prozent für Verbot von "Homosexuellen-Propaganda"


Moskau - Der Druck auf Homosexuelle in Russland steigt: Nach einer aktuellen Umfrage wächst die Ablehnung von Schwulen und Lesben. 43 Prozent der Befragten sind entweder für eine "Zwangsheilung" (22 Prozent), eine "Isolierung" (16 Prozent) oder sogar "Liquidierung" (5 Prozent). Das teilte das Meinungsforschungsinstitut Lewada der Agentur Interfax mit. Diese Werte seien im Vergleich zu früheren Studien gestiegen.

Homosexuelle werden in Russland immer wieder Opfer von Gewalt. In mehreren russischen Regionen und Städten sind bereits umstrittene Gesetze in Kraft, die öffentliches Reden über Homosexualität unter Strafe stellen. Die Staatsduma hatte Ende Januar in erster von drei nötigen Lesungen ein solches Gesetz für das gesamte Land gebilligt.

Außenminister Guido Westerwelle beschwerte sich daraufhin beim russischen Botschafter. Westerwelle ist mit seinem langjährigen Partner Michael Mronz verheiratet.

Der Umfrage zufolge unterstützen 67 Prozent der Befragten ein Verbot von "Homosexuellen-Propaganda". Knapp 90 Prozent der Russen gaben an, keinen Homosexuellen im eigenen Umfeld zu kennen. Ähnlich hoch ist die Ablehnung der "Homo-Ehe" oder von "Gay-Paraden".

Russland steht wegen der Tabuisierung und Stigmatisierung von Homosexualität international in der Kritik. Parlamentsabgeordnete bezeichnen Schwule und Lesben ohne wissenschaftliche Grundlage immer wieder offen als Kranke.

heb/dpa

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