Russlandaffäre Trump-Vertrauter Stone im Visier von US-Sonderermittler Mueller

Der Ex-Trump-Berater Roger Stone soll sich 2016 in einem Café in Florida mit einem Russen getroffen haben. Es ging um zwei Millionen Dollar - und Informationen über Hillary Clinton.

Roger Stone (links)
AP

Roger Stone (links)


Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort muss wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Untersuchungshaft. Er gilt als Schlüsselfigur der Russlandaffäre, in der Sonderermittler Robert Mueller nun den Fall eines weiteren Vertrauten des US-Präsidenten näher untersucht: den von Roger Stone.

Zwischen Stone und einem russischen Staatsbürger soll es ein bislang öffentlich nicht bekanntes Treffen gegeben haben, bei dem dieser dem amerikanischen Spin Doctor angeblich schädliche Informationen über Hillary Clinton für zwei Millionen Dollar verkaufen wollte.

Der Kontakt soll laut Briefdokumenten, die dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhaus vorliegen, im Mai 2016 entstanden und von Michael Caputo, einem weiteren Mitarbeiter von Trumps-Kampagne, arrangiert worden sein.

Weder Stone noch Caputo hatten sich bislang zu dem Treffen geäußert. Nun vermuten sie, der russische Staatsbürger, der sich als "Henry Greenberg" ausgab, sei ein FBI-Agent gewesen, der ihnen etwas anhängen wollte. Der Mann weist dies gegenüber der "Washington Post" zurück.

Geheimes Treffen in Florida

Aus den Dokumenten geht hervor, dass Caputo einen Anruf eines russischen Geschäftspartners erhalten habe. Der schlug ihm demnach ein Treffen mit "Greenberg" vor. Caputo soll stattdessen eine Begegnung mit Stone vorgeschlagen haben, der Trumps Kampagne zwar bereits 2015 verlassen hatte, aber auch danach als dessen informeller Berater weiter tätig war.

Das fragliche Treffen zwischen Stone und "Greenberg" fand demnach in einem Café in Florida statt. Dort soll auch der Deal - vermeintliche Informationen gegen Geld - zur Sprache gekommen sein. Stone habe aber abgelehnt, wie sein Anwalt behauptet.

Die Russlandaffäre dreht sich um die mutmaßlichen Wahlkampfeinmischungen des Kreml zugunsten Trumps und mögliche illegale Absprachen zwischen dem Team des heutigen Präsidenten und Moskau.

dop/AP

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