Russland: Atomare Aufrüstung gegen die andere Bedrohung

Russlands Präsident Putin hat angekündigt, die russischen Streitkräfte in den kommenden Jahren mit neuartigen Atomwaffen auszurüsten. Außer dem Terrorismus gebe es auch noch "andere Bedrohungen".

Moskau - "Das werden Modelle sein, die keine andere Atommacht im Moment hat oder in nächster Zukunft haben wird", sagte Putin auf einer Kommandeurstagung in Moskau. Er sei überzeugt, dass die Waffen "in den nächsten Jahren" in den Dienst gestellt werden.

Bei aller Wachsamkeit gegenüber dem internationalen Terrorismus dürfe Russland aber auch andere Bedrohungen nicht außer Acht lassen. "Deshalb werden wir in Zukunft hartnäckig den Umbau der Streitkräfte und auch ihrer Atomwaffen vorantreiben", sagte Putin.

Über die mögliche Beschaffenheit des neuen Waffensystems wurde vorerst nichts bekannt. Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat jedoch schon angedeutet, dass in Kürze eine neue Version der Langstreckenrakete Topol-M getestet werde. Der Prototyp könnte dann im kommenden Jahr in Serie gehen.

Medienberichten zufolge könnte die neue Version zehn atomare Sprengköpfe mit einem Gesamtgewicht von vier Tonnen auf einer Entfernung bis zu 10.000 Kilometern befördern. Bislang betrug die maximale Belastung 1,2 Tonnen.

Topol-M-Raketen sind nur schwer aufspürbar. Anfang des Jahres war aus dem russischen Verteidigungsministerium verlautet, Russland habe eine Waffe entwickelt, die das geplante neue Raketenabwehrsystem der USA nutzlos mache.

Die US-Regierung reagierte auf die Ankündigung Putins zurückhaltend. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte in Washington, dies sei für die Regierung keine Neuigkeit. Die russischen Bemühungen zur Modernisierung der Streitkräfte seien Washington bekannt. Präsident George W. Bush und Putin hätten bereits früher darüber gesprochen. McClellan verwies zugleich auf gültige amerikanisch-russische Abkommen zur Verringerung der Atomwaffenarsenale beider Seiten.

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