Russland Belästigungsvorwürfe gegen Duma-Politiker

Die #MeToo-Debatte ist in Russland angekommen: Drei Journalistinnen werfen dem ranghohen Politiker Leonid Sluzki vor, zudringlich geworden zu sein. Abgeordnete in Moskau sprechen von einer Intrige.

Leonid Sluzki
imago/ ITAR-TASS

Leonid Sluzki


Bislang hat ein Großteil der russischen Öffentlichkeit den Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein und die #MeToo-Debatte als westliche politische Korrektheit abgetan. Nun sorgen Zudringlichkeiten aber auch in Moskau für Schlagzeilen. Drei Journalistinnen werfen dem Vorsitzenden des Außenausschusses der Staatsduma, Leonid Sluzki, vor, sie sexuell belästigt zu haben.

Unterstützung fanden die Frauen bei der prominenten Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Sie berichtete, auch gegen sie sei der Politiker von den rechtspopulistischen Liberaldemokraten zudringlich geworden. Dessen Anhänger bekundeten hingegen am Montag vor dem Parlament in Moskau Solidarität mit ihm, wie Medien berichten.

Sluzki weist alle Vorwürfe zurück. In einer Botschaft zum Internationalen Frauentag am 8. März entschuldigte er sich aber dafür, was Frauen seinetwegen hätten durchleben müssen. Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin und viele Abgeordnete schlugen sich auf seine Seite, sie sprachen von einer Intrige.

vks/dpa



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