US-Sanktionen Medwedew warnt Amerikaner vor Wirtschaftskrieg

Die neuen US-Sanktionen haben in Russland für heftige Empörung gesorgt. Jetzt meldet sich Premier Dmitrij Medwedew zu Wort: Man werde mit wirtschaftlichen, politischen oder anderen Mitteln reagieren.

Dmitrij Medwedew
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Wie die einzelnen Strafmaßnahmen gegen Russland konkret aussehen sollen, ist noch nicht bekannt. Doch die Ankündigung von neuen US-Sanktionen hat in Moskau Wut und Empörung ausgelöst. Die Amerikaner wollen mit dem Schritt auf den Giftgasanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in England reagieren.

Bereits am Donnerstag hatte es scharfe Kritik aus dem Kreml an den neuen Sanktionen gegeben. Die USA führten sich wie ein Polizeistaat auf, hieß es. Jetzt meldete sich Ministerpräsident Dmitrij Medwedew zu Wort - und warnte eindringlich vor weiteren Strafmaßnahmen.

"Ich kann eines sagen: Wenn es zum Verbot von Bankgeschäften oder des Gebrauchs der einen oder anderen Währung kommt, könnte man das eindeutig die Erklärung eines Wirtschaftskrieges nennen", zitierte die Nachrichtenagentur Tass Medwedew. Darauf müsse Russland mit wirtschaftlichen, politischen oder anderen Mitteln reagieren. "Und unsere amerikanischen Freunde müssen das verstehen."

Russland weist Beteiligung zurück

Die nun verkündeten US-Sanktionen sollen Exportgüter aus den Bereichen Elektronik, Laser, Sensoren sowie Öl- und Gastechnologie betreffen. Ein amerikanischer Regierungssprecher sprach von einem Handelsvolumen in dreistelliger Millionenhöhe.

Der Ex-Agent Skripal und seine Tochter Julija hatten im März im englischen Salisbury eine Vergiftung mit dem in der Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok nur knapp überlebt. Großbritannien macht Russland für die Attacke verantwortlich und wies mehrere russische Diplomaten aus. Viele andere Staaten haben sich dem angeschlossen.

Washington wertet den Fall als verbotenen Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Bereits im März hatte die US-Regierung deswegen 60 russische Diplomaten ausgewiesen und das russische Konsulat in Seattle geschlossen. Die russische Regierung hat eine Beteiligung stets zurückgewiesen, ihrerseits bereits 60 amerikanische Diplomaten ausgewiesen und das US-Konsulat in St. Petersburg geschlossen.

kev/Reuters

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