Bürgerkrieg: Russland drängt Assad zu Gesprächen mit Opposition

Es ist bestenfalls zaghafter Druck, aber dennoch ein Signal: Syriens Verbündeter Russland macht sich für einen Dialog zwischen der politischen Führung in Damaskus und der Opposition in dem Bürgerkriegsland stark - und fordert von der Assad-Regierung konkrete Vorschläge.

Russlands Außenminister Lawrow: Aufforderung an die syrische Regierung Zur Großansicht
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Russlands Außenminister Lawrow: Aufforderung an die syrische Regierung

Moskau - Auf seinen Verbündeten in Moskau konnte sich der international weitgehend isolierte syrische Machthaber Baschar al-Assad bislang immer verlassen. Aber jetzt deutet sich erster Druck Russlands auf die politische Führung in Damaskus an: Außenminister Sergej Lawrow hat das Assad-Regime zu Gesprächen mit der Opposition gedrängt. Sein Land habe Syrien aufgefordert, seine "Absichten zum Dialog mit der Opposition zu konkretisieren", sagte Lawrow am Freitag auf eine Frage nach Ergebnissen eines Treffens mit einer syrischen Regierungsdelegation am Vortag.

Russland habe die syrische Regierung außerdem ermutigt zu bekräftigen, dass sie sich an ein im Juni in Genf ausgehandeltes Abkommen halten werde, das für Syrien einen Dialog beider Konfliktparteien vorsieht.

Russland ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten der syrischen Führung von Staatschef Assad. In den vergangenen Tagen verstärkte Moskau trotzdem seine Bemühungen um Gespräche mit Vertretern aller Seiten. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag berichtete, lud Vize-Außenminister Michail Bogdanow den Chef des wichtigsten syrischen Oppositionsbündnisses, Ahmed Moas al-Chatib, zu Gesprächen ein. Am Samstag wird der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi in Moskau erwartet.

Russland forderte bislang aber nicht den Rücktritt Assads. Lawrow bekräftigte diese Haltung am Freitag. "Mit allem Respekt für die internationale Gemeinschaft, aber es ist noch immer das syrische Volk, das entscheiden muss", sagte Lawrow nach einem Treffen mit Ägyptens Außenminister Mohammed Amr in Anspielung auf Assads Schicksal.

Die Bundesregierung sieht bereits einen beschleunigten Zerfall des Assad-Regimes. "Es gibt durchaus Anzeichen dafür, dass der Erosionsprozess des Regimes von Präsident Assad sich fortsetzt, um nicht zu sagen sich beschleunigt", sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, am Freitag in Berlin. Das Regime höhle sich gewissermaßen von innen aus. Schäfer verwies auf eine "lange Kette von hohen Funktionären", die bereits die Seiten gewechselt hätten.

Der blutige Konflikt in Syrien zwischen Regierungstruppen und Aufständischen tobt seit März 2011. Seitdem wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 45.000 Menschen getötet.

hen/AFP/dpa

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1. Russland drängt Assad
huberwin 28.12.2012
klingt so wie: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff damit sie frei sind das nächste zu besetzen!
2. Nun ja,...
topodoro 28.12.2012
Zitat von sysopEs ist bestenfalls zaghafter Druck, aber dennoch ein Signal: Syriens Verbündeter Russland macht sich für einen Dialog zwischen der politischen Führung in Damaskus und der Opposition in dem Bürgerkriegsland stark - und fordert von der Assad-Regierung konkrete Vorschläge. Russland drängt Syriens Führung zu Gesprächen mit Opposition - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-draengt-syriens-fuehrung-zu-gespraechen-mit-opposition-a-874971.html)
Russland bleibt seiner Haltung treu und betreibt eine aktive Friedenspolitik des Dialogs. Es ist nun an Katar, SaudiArabien und der Türkei, und der "Freunde Syriens", die "Aktivisten" aufzufordern, ihre Absichten zum Dialog mit der syrischen Regierung zu konkretisieren. Auch unser Westerwelle ist da so seltsam stumm, wenn es um eine friedliche Lösung für Syrien geht.
3. Quadratur des Kreises
seine-et-marnais 28.12.2012
Zitat von sysopEs ist bestenfalls zaghafter Druck, aber dennoch ein Signal: Syriens Verbündeter Russland macht sich für einen Dialog zwischen der politischen Führung in Damaskus und der Opposition in dem Bürgerkriegsland stark - und fordert von der Assad-Regierung konkrete Vorschläge. Russland drängt Syriens Führung zu Gesprächen mit Opposition - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-draengt-syriens-fuehrung-zu-gespraechen-mit-opposition-a-874971.html)
Das Ganze gab es bereits gestern Abend im frz TV. Offensichtlich sieht es so aus dass man eine syrische Regierung mit Assad beibehalten will mit Neuwahlen in ca zwei Jahren bei denen dann Assad nicht mehr kandidiert. Das Ganze läuft wohl darauf hinaus dass in einem Staat Syrien die Warlords ihre Gebiete behalten werden. So wahren Russen und US-Amerikaner ihr Gesicht, Syrien ist kaputt, zehntausende von Toten, aber man hat das Gesicht gewahrt. Problem wird wohl: - wer überwacht diese Wahlen in Gesamtsyrien, und wie bekommt man anschliessend wieder eine Zentralregierung? - wie wird man die ganzen Islamisten in Syrien wieder los? Exportieren? Wohin? Ein Kompromiss mit religiösen Radikalen dieser Spezies ist unmöglich. Da hat wohl der 'Westen' Verbrecherbanden in die Welt gesetzt die nun vagabundierend, mordend und sengend durch alle möglichen Länder ziehen. Von Libyen nach Syrien, und dann nach Mali? Wenn es den Staaten mit Unterstützung des 'Westens' gelingt diese religiösen Fanatiker aus Mali zu vertreiben, geht der Terror in welchem Land weiter?
4.
widder58 28.12.2012
Zitat von sysopEs ist bestenfalls zaghafter Druck, aber dennoch ein Signal: Syriens Verbündeter Russland macht sich für einen Dialog zwischen der politischen Führung in Damaskus und der Opposition in dem Bürgerkriegsland stark - und fordert von der Assad-Regierung konkrete Vorschläge. Russland drängt Syriens Führung zu Gesprächen mit Opposition - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-draengt-syriens-fuehrung-zu-gespraechen-mit-opposition-a-874971.html)
Darum gehts in Syrien, dafür werden die Terroristen und Söldner bezahlt, dadurch erklärt sich die Position der Türkei etc: 1. Die Zahl der syrischen Streitmacht soll auf 50.000 begrenzt werden [vgl. zur Zeit: 420.000 Mann]. 2. Unter Schirmherrschaft der USA und von Qatar unterschreiben Israel und Syrien Friedensabkommen und einigen sich über die Golanhöhenzugehörigkeit.* 3. Das Land muß alle biologischen und chemischen Waffen sowie Lenkflugkörper abgeben. 4. Es muß zugunsten der Türkei seine Gebietsansprüche auf Liwa Iskenderun und seine Souveränitätsrechte über einige Orte an der Grenze zur Türkei aufgeben. 5. Auf Wunsch der Türkei werden alle Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans [denen als Ziel ein eigener Kurdenstaat vorschwebt] an diese ausgeliefert. Die Partei gilt künftig auch in Syrien als terroristische Vereinigung. 6. Alle Verträge mit Rußland und China, die sich auf Untertageabbau und Rüstung beziehen, sind zu beenden. 7. Qatar wird der Bau einer Gaspipeline durch syrisches Territorium in Richtung der Türkei erlaubt. 8. Die Türkei kann Wasserpipelines durch syrisches Gebiet nach Israel bauen. 9. Wiederaufbau unter der Bedingung, daß Saudi-Arabien und Qatar bzw. Firmen aus diesen Ländern das ausschließliche Recht zur Ausbeutung syrischer Öl- und Gas-Vorkommen zuerkannt wird. 10. Die Beziehungen zu Rußland, China und dem Iran werden abgebrochen. 11. Ebenso zur Hizbullâh und zum palästinensischen Widerstand. 12. Selbstredend wird Syrien ein islamischer Staat! 13. Mit dem Sieg der Opposition tritt die Übereinkunft in Kraft.
5. lächerlich
Comander 28.12.2012
Wo betreibt denn Russland bitte eine aktive Friedenspolitik :D Russland war bisher und wird auch noch weiterhin ein aktiver Kriegstreiber in diesem Konflikt spielen indem es Assad mit Waffen und Munition unterstützt, damit dieser wiederum seine Bevölkerung abschlachten kann (die sich im übrigen mehrheitlich längst gegen ihn gestellt hat). Es muss ein Weg gefunden werden die Rebellen und Freiheitskämpfer noch stärker mit Waffen zu beliefern, damit sie sich gegen Assad verteidigen können!
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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