Nähe zur Nato Russland droht Schweden und Finnland

Moskau sieht das Verhältnis von Schweden und Finnland zur Nato kritisch. Verteidigungsminister Schoigu warnt: Sollten die Länder dem Bündnis beitreten, werde Moskau reagieren.

Russlands Verteidigungsminister Schoigu
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Russlands Verteidigungsminister Schoigu


Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat sich kritisch zu dem engen Verhältnis von Finnland und Schweden zur Nato geäußert. Sollten beide Länder dem Verteidigungsbündnis beitreten, werde Russland darauf reagieren müssen, sagte Schoigu der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Eine derartige Ausweitung der Nato würde die globale Sicherheit gefährden.

Des Weiteren äußerte sich der russische Verteidigungsminister auch zu dem Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, das in der vergangenen Woche in Helsinki stattgefunden hatte. Aus dem Zusammentreffen der Präsidenten könnte laut Schoigu eine engere militärische Zusammenarbeit resultieren.

Ein Sprecher des Kremls teilte derweil mit, dass Trump den russischen Präsidenten zu einem weiteren Treffen in Washington Ende des Jahres eingeladen habe. Demnach stimme Moskau zwar zu, dass weitere Gespräche zwischen Trump und Putin notwendig seien. Jedoch gebe es auch andere Möglichkeiten für ein Zusammenkommen der beiden. "Vielleicht gibt es andere internationale Veranstaltungen, an denen Trump und Putin teilnehmen", sagte der Sprecher. Vorbereitungen zu einem weiteren USA-Russland-Gipfel gebe es derzeit nicht.

Überraschendes deutsch-russisches Treffen in Berlin

In Berlin ist es derweil überraschend zu einem deutsch-russischen Treffen auf höchster politischer Ebene gekommen: Obwohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eigentlich im Urlaub ist, kamen sie und Außenminister Heiko Maas (SPD) mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Generalstabschef Walerij Gerassimow zusammen, wie Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer mitteilte. Das Treffen sei vergangene Woche zwischen Merkel und Russlands Präsident Putin vereinbart worden.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand den Angaben zufolge die Lage im Nahen Osten, vor allem in Syrien. Auch der Konflikt in der Ostukraine war demnach ein Thema. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

asc/dpa/AFP/Reuters



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Seite 1
g0r3 24.07.2018
1.
Wenn man so reagiert, wenn souveräne Staaten einem Verteidigungsbündnis beitreten wollen, braucht man sich nicht wundern, dass sie sie einem Bündnis beitreten. Russland sollte sich die Frage stellen, warum sie das überhaupt in Betracht ziehen. Und dann eventuell Konsequenzen für die eigene Politik ziehen.
mens 24.07.2018
2. Russland keine Gefahr bla bla
Die Finnen und Schweden können machen, was sie wollen, solange sie nicht russisches Territorium angreifen, betreten oder besetzen. Die Russen haben jedoch ihrerseits schon einmal die Finnen angegriffen (von wegen niemals andere Länder überfallen, liebe Moskau-Fans). Diese Drohungen zeigen wessen Geistes Kind Russland noch immer ist. Das Land ist schwer Bewaffnet und stellt für Europa auf jeden Fall eine potentielle Gefahr dar. Wenn sich einige nicht von Russland bedroht fühlen, wie es immer wieder zu lesen ist, ist das ihr emotionales Privatvergnügen. Hat aber nichts mit realer Machtpolitik Russlands zu tun.
ricson 24.07.2018
3.
Ja was erlauben sich solche Länder auch einfach selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. Wenn Russland entscheidet das es Interessen hat, dann habe sich die betreffenden Ländern gefälligst vor jeder politischen Entscheidung in Moskau eine Erlaubnis zu holen. schriftlich. Schützenswert sind generell nur russische Interessen.
g.eliot 24.07.2018
4.
Schweden und Finnland kennen die ablehnende Haltung Russlands zu einem potenziellen Nato-Beitritt schon seit vielen Jahren. Nicht ohne Grund beobachten die Schweden seit Jahren Verletzungen des schwedischen Luftraums durch russische Militärmaschinen. Auch wurden schon verdächtige Aktivitäten durch russische U-Boote in schwedischen Gewässern beobachtet. Den Finnen gegenüber wurden auch vorher schon einschlägige mündliche Kommentare gerichtet, welche verschleierte aber unmissverständliche Drohungen, auch schon seitens Putin. Des weiteren wurde Finnland die Kopie eines Schreibens von Stalin überreicht, in welchem erheblich Passagen unlesbar gemacht waren, sodass die Message unmissverständlich lautete: Gegen Russland hättet ihr keine Chance. Und dann labern hier die Putin-Freunde andauernd, dass die Angst der Nachbarländer Russlands nur "Hysterie" sei. Sicher, jetzt wurde Russland durch Trump noch der Rücken gestärkt. Na ja, welch ein Zufall! Putin promotet den europäischen Faschismus, ähnlich wie Bannon, Bolton und Grenell (der allerdings zurückgepfiffen wurde; durch Bolton und Grenell mit einer direkten Verbindung ans Weiße Haus. Das, was Trump da mit den Russen gerade veranstaltet, halte ich für gefährlich. Diese Annäherung dient nur der Machtzunahme von Trump, und dafür wird er wohl bereit sein, Europa zu opfern. Sollte er 2020 wiedergewählt werden, wird die Zeit für Europa sehr ungemütlich, und für die Nachbarländer sogar gefährlich.
smilesuomi 24.07.2018
5. Das kennen die Finnen schon...
...die Siegermächte des 2. WK haben genau wie bei Polen die Rolle Russlands einfach mal ignoriert. Schon im ersten Winterkrieg wurde Finnland von Russland grundlos am 30. November 1939 überfallen...aber wenn man zu den Siegern gehört, hat man ja keine Konsequenzen zu befürchten...Noch heute hält Russland Teile Finnlands unter Besatzung. Dass diese von Finnland nicht zurückgefordert wurden, ist natürlich der unrühmlichen Tatsache des Fortsetzungskrieges mit deutscher Unterstützung zu sehen. Es bleibt aber eine Tatsache, dass Finnland von der damaligen UDSSR angegriffen wurde und nach dem 2. WK die UDSSR führ diesen Angriffskrieg auch noch belohnt wurde. In dieser Tradition sind viele Finnen schon seit jeher besorgt, wann der nächste Angriff wohl kommen mag...Grenzverletzungen gabs in der Vergangenheit ja schon zur Genüge...
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