Russland-Ermittler Mueller Lange Haftstrafe für Ex-Trump-Berater Manafort gefordert

Geht es nach Russland-Sonderermittler Robert Mueller, soll Paul Manafort für lange Zeit ins Gefängnis: 19 bis 24 Jahre Haft seien für den ehemaligen Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump angemessen.

Paul Manafort im Juni 2018
REUTERS

Paul Manafort im Juni 2018


US-Sonderermittler Robert Mueller hat bis zu 24 Jahre Haft für den früheren Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, gefordert.

Der Sonderermittler in der Russlandaffäre stimme mit einer Einschätzung des Justizministeriums überein, wonach Manafort zwischen 235 und 293 Monate ins Gefängnis solle und eine Geldstrafe von bis zu 24,3 Millionen Dollar zahlen müsse, erklärte Muellers Büro. Folgen die Gerichte der Empfehlung, müsste Manafort für mindestens 19 Jahre in Haft.

Zuvor war eine Bundesrichterin zu dem Schluss gekommen, dass Manafort die Ermittler wiederholt belogen und damit gegen eine Kooperationsvereinbarung mit Mueller verstoßen habe. Damit sieht sich Mueller nicht mehr an seine früheren Zusagen an Manafort gebunden.

"Absichtliche Falschaussagen" und Verschwörung gegen die USA

Bundesrichterin Amy Berman Jackson sagte am Mittwoch, es sei erwiesen, dass Manafort "absichtlich mehrere Falschaussagen" gegenüber dem FBI, dem Team von FBI-Sonderermittler Robert Muellerund vor der Jury gemacht habe.

Der Ex-Lobbyist Manafort hatte sich im Rahmen der Vereinbarung einer Verschwörung gegen die USA und der Zeugenbeeinflussung schuldig bekannt. Im Gegenzug ließen die Strafverfolger mehrere andere Anklagepunkte fallen. Ihm drohte im Zuge dieses Deals nur noch eine Höchststrafe von zehn Jahren.

Manafort hatte Trumps Wahlkampfteam zwei Monate lang geleitet. Er musste den Posten im August 2016 abgeben, nachdem mutmaßliche Geldflüsse an ihn aus dem Umfeld des prorussischen Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, bekannt geworden waren.

Auch Trump-Sprecherin Sanders sprach mit Robert Mueller

Der Ex-Lobbyist war im vergangenen August in einem ersten Prozess wegen Steuer- und Bankenbetrugs im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine schuldig gesprochen worden; die Strafmaßverkündung in diesem Verfahren steht noch aus und soll am 13. März erfolgen. Die Kooperationsvereinbarung mit Mueller ging Manafort ein, um einem zweiten Prozess zu entgehen.

Bei seinen Ermittlungen um das Ausmaß der versuchten Einflussnahme aus Russland auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 hat Sonderermittler Mueller auch Trumps Sprecherin Sarah Sanders befragt. "Der Präsident hat mich, wie auch jeden in der Regierung, gedrängt, mit dem Sonderermittler voll zu kooperieren", sagte Sanders am Freitag dem Sender CNN. "Ich habe mich gern freiwillig mit ihnen zusammengesetzt." Das Gespräch mit Mueller und seinem Team sei bereits Ende 2018 geführt worden.

cht/AFP/Reuters



insgesamt 55 Beiträge
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claus7447 16.02.2019
1. Schön, einer weniger
Um den sich Mueller kümmern muss. Vielleicht fängt er doch noch an und packt weiter aus, bzw seine Mitkomplizen. Aber gleich kommen wieder die Trolle aus St. Petersburg und werden alles relativieren.
RalfHenrichs 16.02.2019
2. Müller verzettelt sich
Sollte er eigentlich nicht die Wahlkampfhilfe für Russland aufdecken? Jetzt beschäftigt er sich offensichtlich recht intensiv um etwas, was mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun hat. Wahrscheinlich um irgendetwas vorweisen zu können und sein eigenes Versagen zu vertuschen.
michael.mittermueller 16.02.2019
3.
Eine angemessene Strafe, falls man zu einem totalitären Staat werden will, der politische Gefangene braucht. Als Exempel und zur Abschreckung gegen jeden der nicht mit, sondern gegen ein System arbeitet. Ich bin nur entsetzt, wenn ich höre, was sich da in den USA aktuell abspielt und wie wenig kritisch die Medien in Deutschland hierauf reagieren. Wer so frage ich mich steckt hier mit wem unter einer Decke. Und weshalb hinterfragt man nicht, was jedem einleuchten sollte. Das es keine politischen Schauprozesse geben darf, in einer Demokratie. Und keine sog. Sonderermittler. Joseph McCarthy lässt grüßen. Und dass das Ganze auf dem Mist von John McCain gewachsen ist macht es kein Stück besser. Die hohe Strafandrohung ist ein Trick. Er hat in der VW Affäre gewirkt, Es geht darum Zeugenaussagen zu erpressen, die man wirtschaftlich und politisch nutzen kann.
Beat Adler 16.02.2019
4. Der Wahlkampfchef von Trump hat mit der Wahl von Trump nichts zu tun
Zitat von RalfHenrichsSollte er eigentlich nicht die Wahlkampfhilfe für Russland aufdecken? Jetzt beschäftigt er sich offensichtlich recht intensiv um etwas, was mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun hat. Wahrscheinlich um irgendetwas vorweisen zu können und sein eigenes Versagen zu vertuschen.
RalfHenrichs Heute, 08:18 2. Müller verzettelt sich Sollte er eigentlich nicht die Wahlkampfhilfe für Russland aufdecken? Jetzt beschäftigt er sich offensichtlich recht intensiv um etwas, was mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun hat. Wahrscheinlich um irgendetwas vorweisen zu können und sein eigenes Versagen zu vertuschen. ................ Der Wahlkampfchef von Trump hat mit der Wahl von Trump nichts zu tun, gar nichts. Mit der heute schon bewiesenen, russischen Einflussnahme auch nichts, gar nichts. Das wissen wir Alle! mfG Beat
favorit601 16.02.2019
5. Was für Kommentare
Lieber Michael.mittermueller, tuen Sie doch bitte nicht so, als wenn es sich bei Manafort um einen armen politischen Gefangen wie Nelson Mandela handeln würde. Dieser Mann ist als Lobbiist an vielen blutigen Brennpunkten auf der Welt tätig gewesen, hat Mörder und Diktatoren in ihrem blutigen Tun beraten, ist über Leichen gegangen. Manafort ist eines der niederträchtigsten Subjekte, die ich kenne. Leider steht er hier nicht für diese Taten vor Gericht. Hier geht es um Steuerhinterziehung, Lüge, Meineid, Behinderung der Justiz und Verschwörung. Nichts anderes hat Manafort gemacht. Das hat aber auch gar nichts mit einem politischen Prozess zu tun sondern mit Gefahrenabwehr in einem Staat und Durchsetzung von Recht in einer Demokratie. Die Strafmaße hierfür liegen im durchaus üblichen Rahmen. Die USA waren und sind hier nicht so liberal wie andere westliche Länder.
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