Russland und die Populisten Front national soll 40-Millionen-Kredit aus Moskau bekommen

Putin unterstützt Europas Rechtspopulisten mit allen Kräften - auch mit viel Geld: Der Kreml leiht dem französischen Front national laut einem Zeitungsbericht 40 Millionen Euro.

FN-Vorsitzende Le Pen: Millionen aus Moskau
AFP

FN-Vorsitzende Le Pen: Millionen aus Moskau


Moskau/Berlin - Neun Millionen Euro soll die russische Regierung dem rechtspopulistischen Front national (FN) geliehen haben, hieß es bislang - doch der Kredit aus Moskau fiel wohl deutlich höher aus: Die französische Partei von Marine Le Pen soll für die nächsten Wahlkämpfe insgesamt 40 Millionen Euro als Unterstützung des Kreml bekommen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf das französische Investigativ-Portal "Mediapart" schreibt.

Demnach habe "Mediapart" aus der Parteispitze des FN erfahren, dass der bislang bekannte Neun-Millionen-Kredit lediglich die erste Tranche sei, die eine russisch-tschechische Bank der Partei überweist. Damit dürfte der Geldbedarf der französischen Rechtspopulisten bis auf Weiteres gedeckt sein: Bis zum Wahljahr 2017 hat Le Pen den Bedarf für Wahlkämpfe laut der "FAZ" auf 45 Millionen Euro beziffert.

"Eine gewisse Bewunderung" für Putin

Der Front national gehört zu den schärfsten Kritikern der Sanktionspolitik der Europäischen Union gegenüber Russland. Nachdem russische Soldaten im März die Macht auf der Krim übernommen hatten, reiste der FN-Abgeordnete Aymeric Chauprade auf die Halbinsel und bescheinigte den prorussischen Machthabern, dass das eilig abgehaltene Referendum "legitim" sei. Wenig später fuhr Le Pen nach Moskau und versicherte Russland ihre Solidarität. Für Putin hegt sie "eine gewisse Bewunderung", wie sie dem SPIEGEL einmal sagte.

Der Deal mit Moskau schürt Befürchtungen, Putins Russland finanziere gezielt populistische Parteien und Gruppierungen im Westen, um die Europäische Union als außenpolitischen Konkurrenten zu schwächen. Denn nicht nur nach Frankreich zum Front national streckt der Kreml seine Fühler aus.

In Großbritannien umwirbt der Kreml die radikalen Europa-Gegner von Ukip, in Ungarn unterhält Russland gute Beziehungen zur rechtsextremen Jobbik-Partei - und angeblich ist Putin in Deutschland auf der Suche nach einem politischen Partner fündig geworden: bei der Alternative für Deutschland. Die AfD wies einen entsprechenden Bericht jedoch als "falsch" zurück.

mxw



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insgesamt 134 Beiträge
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Seite 1
KV491 27.11.2014
1.
Ich dachte immer, der geliebte Führer macht alles nur aus Antifaschismus und gegen die braunen Horden in der Ukraine? Bitte, liebe Kremlkinder, erklärt mir, warum ich die französischen Rechtsradikalen doch ganz doll lieb haben kann und warum der geliebte Führer auch hier wieder unfehlbar auf dem rechten Weg ist. Und, liebe SED: Auch daran ist doch nur Merkel schuld, oder? Ich bitte um ein paar prägnante Worte von Sarah "My country for old men" W.
Kaldahan 27.11.2014
2. Gähn.. alter Hut...
Als ob der Westen nicht das selbe in Russland machen würde... nächtes Thema....
sunhaq 27.11.2014
3.
Das haben die Rechtsextremen und Putin gemeinsam: Den Hass auf Europa und vermutlich auch die USA.
Europa! 27.11.2014
4. Ach, jetzt kommt die Nummer ...
Jetzt wird dann als Nächstes behauptet, die AfD sei Putins fünfte Kolonne. Der Propaganda ist wirklich nichts zu blöde.
n.nixdorff 27.11.2014
5. Das wächst wohl zusammen
was zusammen gehört. Interessant, dass die Russen noch Geld für solche Abenteuer haben. Man könnte vermuten, dass die EU destabilisiert werden soll. Ob der AFD auch schon etwas bekommen hat? Hoffentlich tauchen demnächst hier keine grünen Männchen wie damals auf der Krim auf. Es ist schon interessant, früher hat die Sowjet Union kommunistische Gruppen im Westen unterstützt und heute unterstützt Russland die Nazis. Daraus könnte man schließen, dass die Faschisten entgegen der russischen Propaganda gar nicht in der Ukraine sitzen, sondern in Russland Offensichtlich sind die Sanktionen noch nicht hart genug und auch der Verfall des Ölpreises wirkt noch nicht.
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