Russland Geheimdienstmitarbeiter wegen Verrats festgenommen

Der Vorwurf lautet Hochverrat: Russische Behörden haben drei Experten für Cybersicherheit festgenommen. Zwei von ihnen sind offenbar ranghohe Geheimdienstmitarbeiter.

Firmengebäude von Kaspersky in Moskau
ILNITSKY/ EPA/ REX/ Shutterstock

Firmengebäude von Kaspersky in Moskau


In Russland sind nach Angaben eines Rechtsanwalts zwei ranghohe Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB sowie ein Abteilungsleiter des Softwareherstellers Kaspersky festgenommen worden. Den drei Männern werde Verrat vorgeworfen, sagte am Mittwoch Rechtsanwalt Iwan Pawlow der Nachrichtenagentur AFP.

Den Männern werde vorgeworfen, im Interesse der USA gehandelt zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf einen Anwalt. Regierung und Geheimdienste der USA hatten Moskau in den vergangenen Wochen wiederholt systematische Hackerangriffe vorgeworfen.

Bei den festgenommenen FSB-Mitarbeitern handelt es sich Pawlow zufolge um den Vizechef für Informationssicherheit, Sergej Michailow, und dessen Stellvertreter Dmitri Dokutschajew. Zudem sei mit Ruslan Stojanow der Leiter der Ermittlungsabteilung von Kaspersky festgenommen worden. Das Unternehmen mit Sitz in Moskau gehört zu den größten Softwareproduzenten im Bereich Internet- und Computersicherheit.

Die russischen Behörden wollten die Festnahmen nicht bestätigen. Nach Angaben des Kreml wurde Präsident Wladimir Putin aber über entsprechende Medienberichte informiert. Kaspersky hingegen bestätigte die Festnahme seines Mitarbeiters bereits in der vergangenen Woche. Demnach betreffen die Anschuldigungen einen Zeitraum, als Stojanow nicht für Kaspersky arbeitete.

Der Kreml hat bislang sämtliche Berichte über staatlich unterstützte Hackerangriffe auf westliche Einrichtungen kategorisch zurückgewiesen. Die US-Geheimdienste dagegen sind davon überzeugt, dass Russland die Wahlen zugunsten des neuen US-Präsidenten Donald Trump manipuliert hat.

als/AFP/Reuters

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