Politik

20 Tage Arrest

Gericht lehnt Berufung von Kreml-Kritiker Nawalny ab

Bei den angekündigten Massenprotesten in Russland wird Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nicht dabei sein können. Ein Gericht bestätigte das Urteil gegen ihn - demnach muss er 20 Tage ins Gefängnis.

SHIPENK/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Alexej Nawalny im Gerichtsgebäude in Moskau

Freitag, 06.10.2017   17:05 Uhr

Der russische Aktivist Alexej Nawalny soll mehrfach unerlaubte Kundgebungen organisiert haben - deshalb ist er zu 20 Tagen Arrest verurteilt worden. Zu Recht, wie ein Moskauer Gericht nun entschieden hat. Die Richter lehnten eine Berufung des Politikers ab, meldete die Agentur Interfax. Der 41-jährige Oppositionelle war am 29. September festgenommen worden.

Für diesen Samstag - dem 65. Geburtstag von Präsident Wladimir Putin - hatte Nawalny zu landesweiten Protesten gegen die Staatsspitze aufgerufen. Die größte Kundgebung wird in Putins Heimatstadt St. Petersburg erwartet. Auch in Moskau und rund 80 anderen Orten planen Nawalnys Anhänger für Samstag Demonstrationen.

Die Behörden hatten die Demonstration unter dem Motto "Sa Nawalnogo" (Für Nawalny) im Vorfeld nicht genehmigt. Beobachter halten eine Eskalation der Gewalt für sehr wahrscheinlich. Bereits im März und Juni waren bei Massenprotesten Hunderte Menschen festgenommen worden.

Nawalny will bei der Präsidentenwahl im März 2018 antreten. Wegen einer Bewährungsstrafe schließt die Wahlkommission seine Kandidatur aber aus. Der Politiker und selbst ernannte Antikorruptions-Aktivist war bereits mehrfach in diesem Jahr mit den Behörden in Konflikt geraten.

vks/dpa

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