Unfall in Eismeerhafen Schwimmdock sinkt - russischer Flugzeugträger demoliert

Ein Arbeiter wird vermisst, vier wurden verletzt: In einer Werft in Murmansk ist es zu einem schweren Unfall auf Russlands größtem Marineschiff gekommen.

Russlands Flugzeugträger "Admiral Kuznezow" im Dock (Archivbild)
REUTERS

Russlands Flugzeugträger "Admiral Kuznezow" im Dock (Archivbild)


Ein gigantisches russisches Schwimmdock ist bei Reparaturen am Flugzeugträger "Admiral Kusnezow" nahe der Stadt Murmansk gesunken. Vier Arbeiter stürzten bei dem Unfall in der Nacht ins eisige Wasser und wurden mit Unterkühlungen geborgen, teilten die örtlichen Behörden mit. Ein fünfter Mann werde noch vermisst.

Demnach ereignete sich der Unfall, als Russlands einziger und oft pannengeplagter Flugzeugträger aus dem Dock in dem Ort Rosljakowo herausfahren sollte. Durch einen Stromausfall fielen die Pumpen aus, die das Dock schwimmfähig hielten, und es sank bis auf den Grund. Dabei stürzten auch zwei Kräne um, von denen einer das Flugdeck der "Admiral Kusnezow" leicht beschädigte. Das Schiff sei mit Schleppern in einen anderen Hafen bugsiert worden, berichteten Medien.

Wie die Gouverneurin von Murmansk, Maria Kovtun, später mitteilte, sei es den Arbeitern der Werft gelungen, das Schiff loszumachen, bevor das Dock vollständig versank. Ein Arbeiter gilt seit dem Zwischenfall als vermisst, vier wurden verletzt.

"Admiral Kuznezow" bei Murmansk
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"Admiral Kuznezow" bei Murmansk

Laut Werft-Chef Alexei Rakhmanov ist kein Schaden an tragenden Strukturen entstanden. "Natürlich kann es Schäden geben, wenn ein 70 Tonnen schwerer Kran auf das Deck eines Schiffes fällt", sagte er der Agentur Interfax. Aber "erste Berichte zeigen, dass es sich um nicht signifikante Schäden handelt".

Das 1980 in Schweden für die sowjetische Marine gebaute Schwimmdock zählt mit 330 Metern Länge und 67 Metern Breite zu den größten der Welt. Seine Fläche entspricht etwa dem Roten Platz in Moskau.

Der Zeitplan für die Umbauten an der "Admiral Kusnezow" bis 2020 werde trotz des Unfalls eingehalten, teilten die Vereinten Russischen Schiffbaubetriebe OSK mit. Die "Admiral Kusnezow", Stapellauf 1985, ist mit Marschflugkörpern und 30 Kampfjets bewaffnet, leidet aber unter der Anfälligkeit ihres Antriebs mit Dampfturbinen. 2016 schickte Russland das Schiff zu einem seiner seltenen Einsätze ins Mittelmeer vor die syrische Küste.

cht/asa/dpa/Reuters



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