Warschaus "Patriot"-Großeinkauf Russland fühlt sich von Polen bedroht

Russland protestiert massiv gegen den polnischen Großeinkauf von US-Abwehrraketen: Moskau wirft seinem Nachbarland eine "zunehmende Militarisierung" vor.

"Patriot"-Abwehrraketensystem
REUTERS

"Patriot"-Abwehrraketensystem


Es ist das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte Polens: Für 4,75 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) wurden "Patriot"-Abwehrraketen aus den USA gekauft. Doch Russland macht der Deal offenbar nervös.

Moskau warf Polen eine "zunehmende Militarisierung" vor. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von einer "Bedrohung von Russlands nationaler Sicherheit". Warschau trage mit steigenden Wehrausgaben und der Modernisierung seiner Streitkräfte zur "Destabilisierung der militärischen und politischen Lage in Europa" bei. Die Lieferung der ersten "Patriot"-Batterien ist ab 2022 geplant.

Polen und die Baltenstaaten sorgen sich wegen der russischen Militärpräsenz an ihren Grenzen. Im vergangenen Jahr hatte die Nato in Polen sowie in Estland, Lettland und Litauen vier multinationale Bataillone stationiert. Die Bundeswehr führt das Bataillon in Litauen. Die Aufrüstung im Baltikum und in Polen, ehemals Einflussgebiet der Sowjetunion, sorgt in Moskau für Irritationen.

Russland hat wiederholt gegen die Aufstellung von "Patriot"-Batterien in Polen und Rumänien protestiert. Moskau sieht darin die Verletzung eines Vertrags aus dem Jahr 1987.

Das "Patriot"-Raketensystem bietet Schutz vor angreifenden Flugkörpern. Die bodengestützten Batterien sind mobil, die Abschussrampen können auf Lastwagen montiert werden. Die Lenkwaffen können Flugzeuge, Raketen, Marschflugkörper und Drohnen in der Luft zerstören.

als/AFP



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