MiG-29 für Syrien: Russland liefert zehn Kampfjets an Assad

Russland rüstet das syrische Regime weiter auf. Mindestens zehn Kampfjets vom Typ MiG-29 will Moskau in das Bürgerkriegsland schicken. Die Kampfflugzeuge sind mit Luft-Boden-Raketen ausgestattet - und können zudem feindliche Flugzeuge abschießen.

Mig-29: Moskau liefert mindestens zehn Jets nach Syrien Zur Großansicht
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Mig-29: Moskau liefert mindestens zehn Jets nach Syrien

Moskau/Hamburg - Russland liefert weitere Kampfjets nach Syrien. Nach eigenen Angaben handelt es sich um mindestens zehn Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29. Damit werde ein bestehender Vertrag erfüllt, sagte MiG-Generaldirektor Sergej Korotkow am Freitag der Agentur Interfax zufolge.

Insgesamt soll das Abkommen ein Volumen von 600 Millionen Euro haben. Damaskus habe zwölf Jäger vom Typ MiG-29 bestellt und besitze eine Kaufoption auf zwölf weitere Maschinen. Über die Kaufoption war bislang nichts bekannt. "Eine syrische Delegation ist derzeit in Moskau und handelt die Details des Vertrags aus", sagte Korotkow.

Bei den Kampfflugzeugen handelt es sich um eine modernisierte Variante der MiG-29. Ein erster Prototyp der Lieferung an die Syrer soll Ende 2012 fertiggebaut worden sein. Die Maschine ist zweisitzig. Danach begann die Serienproduktion der Jets. Die Flieger sollten mit Luft-Luft-Raketen und Luft-Boden-Raketen ausgestattet werden.

Moskau bestreitet Lieferung von S-300-Raketen nach Syrien

Russland ist einer der letzten Verbündeten der syrischen Führung von Präsident Baschar al-Assad. Waffensysteme sowjetischer Bauart wie MiG-Kampfjets bilden seit den siebziger Jahren das Rückgrat der syrischen Armee.

Beobachter in Moskau werteten die Vereinbarung als direkte Antwort auf die Beendigung des EU-Waffenembargos gegen Syrien. Moskau hatte den Beschluss scharf kritisiert und bekräftigt, man werde dem Regime helfen, sich gegen eine ausländische Militärintervention zu wehren. Juri Uschakow, außenpolitischer Berater des russischen Präsidenten, warf am Freitag dem Westen erneut vor, mit dem Auslaufen des EU-Waffenembargos die im Juni in Genf geplante Friedenskonferenz zu untergraben. Die Entscheidung der Europäer "ist so einem wichtigen Ereignis nicht dienlich", sagte Uschakow.

Die MiG-29 könnte die Einrichtung einer Flugverbotszone sowie Luftschläge zur Unterstützung der Rebellen verhindern. Bereits vor 14 Tagen war bekannt geworden, dass Russland moderne Anti-Schiff-Raketen an Syriens Marine geliefert hat.

Dagegen hat Russland entgegen anderslautender Behauptungen aus Damaskus bislang noch keine S-300-Flugabwehrraketen nach Syrien geliefert. Ein namentlich nicht genannter Vertreter aus der russischen Rüstungsindustrie sagte der angesehenen Wirtschaftszeitung "Wedomosti", frühestens im Herbst werde Moskau die Raketen an Assad schicken. Dies meldete auch die Agentur Interfax.

syd/beb/heb/dpa/Reuters

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insgesamt 231 Beiträge
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1. Assad wird sich wehren können.
yei 31.05.2013
damit wird der krieg andere demensionen annehmen, als der irak oder afghanistankrieg, sollten die amerikaner oder andere westlich staaten sich entscheiden dort einzugreifen..
2. .
UnitedEurope 31.05.2013
Ist das nicht genau so illegal wie die Waffenlieferungen der Araber? Wo sind die Russland Verteidiger, sagt es mir. Ist das jetzt auch nur einen Deut besser als das was Katar oder die USA machen? Ist das nicht genau so ein einseitiges militärisches Eingreifen auf einer Seite einer Bürgerkriegspartei? Sind Kampflugzeuge ok, aber Raketen an die Rebellen nicht? Die selbe Doppelmoral die viele hier dem Westen vorwerfen wird bei Russland verteidigt. Oh die Ironie ...
3.
GilbertWolzow 31.05.2013
Zitat von sysopRussland rüstet das syrische Regime weiter auf. Mindestens zehn Kampfjets vom Typ MiG-29 will Moskau in das Bürgerkriegsland schicken. Die Kampfflugzeuge sind mit Luft-Boden-Raketen ausgestattet - und können zudem feindliche Flugzeuge abschießen. Russland liefert zehn Mig-29-Kampfjets nach Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-liefert-zehn-mig-29-kampfjets-nach-syrien-a-902971.html)
Na wenigstens geben die Russen ihre Waffenlieferungen zu. Die USA, Saudi-Arabien und einige westeuropäische Staaten tun dies eher heimlich und noch unter dem Deckmantel der Förderung von Freiheit und Demokratie (John Kerry bspw.). Verlogener also geht es kaum. Ich drücke Assad die Daumen, dass er den Krieg bald beenden kann und wieder Frieden einkehrt in Syrien. Ich glaube, nichts anderes wünschen sich die meisten Syrer auch.
4. Tja, das ist das Ende des ...
luwigal 31.05.2013
Zitat von sysopRussland rüstet das syrische Regime weiter auf. Mindestens zehn Kampfjets vom Typ MiG-29 will Moskau in das Bürgerkriegsland schicken. Die Kampfflugzeuge sind mit Luft-Boden-Raketen ausgestattet - und können zudem feindliche Flugzeuge abschießen. Russland liefert zehn Mig-29-Kampfjets nach Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-liefert-zehn-mig-29-kampfjets-nach-syrien-a-902971.html)
Waffenembargos, egal was über die Presse verlautet wird. Luftabwehrraketen hin oder her, Kampfflugzeuge sind ein ganz anderes Kapitel. Diese Maschinen werden garantiert direkt in die Bodenkämpfe eingreifen, was die Luftabwehrraketen nicht können. Die Katze ist aus dem Sack.
5. Halb so wild....
holzauge2 31.05.2013
Herrliche Panikmache. Selbst wenn Assad heute das komplette Arsenal der Bundeswehr bekommen würde, ändert dies kaum etwas. Insbesondere bei High-Tech Waffen, wie einem Kampfflugzeug oder einer Luftabwehrbatterie braucht es mehrere Monate von der Lieferung bis zur Einsatzfähigkeit. Bis dahin haben diese Waffen für Syrien keinen Wert. Israel wird informiert genug sein, um die Bedrohung einschätzen zu können. Viel entscheidender für den Bürgerkrieg ist die Belieferung mit "einfachem Gerät" und Monition, welche sofort eingesetzt werden können und es keine komplizierte und langwierige Ausbildung bedarf. Wenn Assad in ein paar Monaten weg ist, kann sich die neue Regierung über 1a MIG-29 und S-300 freuen - bezahlt und einsatzbereit.
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