Dagestan Mann erschießt fünf Frauen nach Gottesdienst

Bluttat in Südrussland: Ein Mann eröffnete das Feuer, als Gläubige eine Kirche verließen. Dabei kamen fünf Frauen und der Täter ums Leben. Russische Medien spekulieren über einen islamistischen Hintergrund.


In der russischen Teilrepublik Dagestan hat ein Mann nach einem Gottesdienst fünf Menschen erschossen. Alle Todesopfer seien Frauen, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Machatschkala mit. Zudem seien mindestens drei Menschen verletzt worden.

Der Mann soll mit einem Jagdgewehr auch auf einen Polizisten und ein Mitglied der Nationalgarde geschossen haben. Vier Frauen waren sofort tot, eine weitere sei im Krankenhaus gestorben, hieß es. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei erschossen. Er hatte auch ein Messer bei sich, wie die Agentur Tass meldete. Sein Motiv war zunächst unbekannt. Das zentrale Ermittlungskomitee leite Untersuchungen wegen Mordes an mehreren Personen ein.

Tatort war eine Kirche in der 50.000-Einwohner-Stadt Kisljar, die in der Nähe der Grenze zu Tschetschenien liegt. In sozialen Netzwerken reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Tat für sich, ohne Belege dafür zu veröffentlichen.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll der 22 Jahre alte Täter das Feuer eröffnet haben, als die Menschen gerade die Kirche verließen. Es soll sich um einen Bewohner der Stadt handeln. Seine Ehefrau soll von den Ermittlern befragt worden sein, meldeten russische Agenturen.

Russische Medien spekulierten darüber, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hatte. Die Zeitung "RBK" zitierte den Priester, der gehört haben will, wie der Angreifer "Allahu Akbar" rief. Nicht näher genannten Quellen zufolge soll der Mann Mitglied einer IS-Schläferzelle gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu Schießereien, die sich besonders gegen die Behörden richten. In der Region kämpfen kriminelle Banden sowie radikalislamische Gruppen gegen die Zentralregierung. In der Region haben sich offiziell mehrere Hundert Menschen der Terrormiliz IS angeschlossen.

max/dpa



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