St. Petersburg: Merkel und Putin besuchen doch Beutekunst-Ausstellung

Kanzlerin Merkel und Präsident Putin: "Es ist eine wichtige Ausstellung, wir werden dann Stellung nehmen" Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel und Präsident Putin: "Es ist eine wichtige Ausstellung, wir werden dann Stellung nehmen"

Jetzt doch: Angela Merkel und Wladimir Putin besuchen am Abend eine Ausstellung in St. Petersburg, die auch Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Zuvor war der Termin noch abgesagt worden - man habe den Zeitplan der Kanzlerin prüfen wollen, so der russische Präsident.

St. Petersburg - Russlands Staatschef Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchen am Freitagabend gemeinsam nun doch eine Ausstellung in St. Petersburg. Das teilte Putin am Nachmittag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit.

"Wir haben jetzt verabredet, dass wir heute Abend in die Eremitage gehen", bestätigte Merkel. "Es ist eine wichtige Ausstellung, wir werden dann noch mal Stellung nehmen." Ein direktes Gespräch zwischen ihr und dem Präsidenten habe dazu geführt, dass nun beide etwas über die Ausstellung zur Presse sagen werden - "damit ist das Problem gelöst".

Putin bestritt allerdings, dass die Ausstellungseröffnung abgesagt worden sei. Es sei lediglich eine Zeitfrage gewesen. Man wollte nur prüfen, ob es genügend Zeit für die Fahrt zur Ausstellung gebe. "Jetzt haben wir mit der Frau Bundeskanzlerin die Agenda angeschaut und gesehen, dass wir genügend Zeit haben. Diese Problem existiert gar nicht", betonte er.

Streit über Merkels Grußwort

Am Morgen war der Besuch der Ausstellung "Bronzezeit - Europa ohne Grenzen" in der berühmten Eremitage abgesagt worden. Dort wird unter anderem spektakuläre Beutekunst wie der Goldschatz von Eberswalde ausgestellt, den Sowjetsoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Moskau brachten. Deutschland erhebt seit Jahren Anspruch auf die verschleppten Kunstschätze.

Der Termin wurde unmittelbar vor Merkels Abflug nach Russland gestrichen - dabei war er als krönender Abschluss des Deutschlandjahres in Russland geplant gewesen. Streitpunkt und Grund für den Eklat waren die geplanten Grußworte von Merkel und Putin zur Eröffnung der Ausstellung. Diese wurden kurzzeitig von russischer Seite vom Programm genommen - offenbar passten der russischen Seite nicht, dass Merkel in ihrer Ansprache auf den Streit eingehen wollte."Sie hätte versucht, es ein bisschen einzuordnen und hätte den deutschen Standpunkt zum Thema Beutekunst erwähnt", erklärte der Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Morgen in Berlin zu Merkels geplantem Grußwort.

Sensibler Bereich

Die Beutekunst gehört zu den sensibelsten Bereichen in den deutsch-russischen Beziehungen. In Russland ist für Kunstwerke und Museumsstücke, die 1945 aus Ostdeutschland von Sowjetsoldaten abtransportiert worden, der Begriff "Trophäenkunst" gebräuchlich. Moskau sieht darin eine Entschädigung für von Deutschen angerichtetes Leid.

Putin sagte am Freitag zum Thema Beutekunst: "Eine sehr heikle Frage für die Gesellschaften beider Länder. Wir müssen nach Lösungen suchen, nicht das Thema aufblasen. Wir dürfen nicht gegeneinander aufrechnen, sondern sollten den Weg der Kunstexperten gehen."

Angespannte Beziehungen

Merkel besuchte erstmals das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Sie diskutierte dort mit Putin. Anschließend trafen sich die beiden zu einem Vieraugengespräch. Putin lobte in der Pressekonferenz die lebendigen deutsch-russischen Beziehungen. Das Handelsvolumen der beiden Staaten liege bei 80 Milliarden Dollar. "Wir hoffen, es auf 100 Milliarden zu erhöhen", sagte der Staatschef.

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit einiger Zeit angespannt. Unter anderen gibt es unterschiedliche Positionen zum Syrien-Konflikt. Auch das russische Vorgehen gegen ausländische Stiftungen wie die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hat für Verstimmung gesorgt.


Lesen Sie dazu im SPIEGEL 28/2012 ein Gespräch mit der Direktorin des Moskauer Puschkin-Museums: Warum der Eberswalder Goldschatz ihrem Museum gehört - nicht den Deutschen (9.7.2012).

heb/dpa

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insgesamt 97 Beiträge
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1.
Steuerzahler0815 21.06.2013
wer hätte gedacht dass putin sich so vorführen lässt
2. Wat denn nu
bauerbernd 21.06.2013
Wat denn nu?
3. Nah,bitte -geht doch....
juergw. 21.06.2013
Zitat von sysopAPJetzt doch: Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin besuchen am Abend eine Ausstellung in Sankt Petersburg, die auch Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Zuvor war der Termin noch abgesagt worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-merkel-und-putin-besuchen-doch-beutekunst-ausstellung-a-907204.html
interessant :am 20.Juni in der Nacht zum21.Juni begann das Unternehmen Babarossa.Der Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion.Miteinander Reden ist doch die bessere Lösung.
4. Kunst
DasKlo 21.06.2013
Zitat von sysopAPJetzt doch: Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin besuchen am Abend eine Ausstellung in Sankt Petersburg, die auch Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Zuvor war der Termin noch abgesagt worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-merkel-und-putin-besuchen-doch-beutekunst-ausstellung-a-907204.html
Sehr gut, noch einmal die Kurve bekommen! Vielleicht besteht auch die Möglichkeit diese Kunstgüter in Form einer Leihe in deutschen Museen auszustellen.
5. Hoffentlich
gesterngingsnoch 21.06.2013
hält Angie ihre Ansprache auf Russisch, damit gewollte Übersetzungsfehler vermieden werden...
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