Konflikt mit Russland Nato fliegt Rekordzahl an Kampfjet-Einsätzen

Die Spannungen zwischen der Nato und Russland haben die Zahl der Alarmstarts von Kampfjets drastisch ansteigen lassen. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Rekord in der Ära nach dem Kalten Krieg registriert.

Russischer Kampfjet Sukhoi Su-25
REUTERS/ Ministry of Defence of the Russian Federation

Russischer Kampfjet Sukhoi Su-25


Kampfflugzeuge der Nato haben 2016 so viele Alarmstarts absolviert wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Von europäischen Militärbasen aus seien im vergangenen Jahr rund 780 Einsätze zur Identifizierung und Überwachung russischer Flugzeuge geflogen worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Bündnisstützpunktes in Ramstein der Deutschen Presse-Agentur. 2015 waren es mit 410 Einsätzen nur etwa halb so viele gewesen.

Bei sogenannten Alarmstarts müssen die Piloten mit ihren Jagdflugzeugen innerhalb von wenigen Minuten in der Luft sein, um zum Beispiel durch Sichtkontakt festzustellen, ob von einem verdächtigen Luftfahrzeug eine Gefahr ausgeht. Notfalls könnte dieses dann mit Gewalt aufgehalten werden.

Alarmstarts, die nichts mit russischen Flugzeugen zu tun haben, sind in Europa vergleichsweise selten. Von den insgesamt 870 Einsätzen im Vorjahr wurden lediglich rund 90 wegen Militärflugzeugen anderer Staaten oder nicht sofort identifizierbarer Passagier- oder Frachtmaschinen geflogen.

Konfliktherd Syrien - auch in der Luft

Die deutlich erhöhte Alarmstartzahl ist nach Bündnisangaben vor allem darauf zurückzuführen, dass die türkische Luftwaffe ihre Einsätze seit 2016 vermehrt unter Nato-Kommando fliegt. Als Grund dafür gilt die drastische Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region und vor allem das militärische Eingreifen Russlands in den Syrienkonflikt.

Kurz bevor die türkische Luftwaffe mit den Flügen unter Nato-Kommando begann, hatte sich im November 2015 an der türkisch-syrischen Grenze ein folgenschwerer Zwischenfall ereignet. Nach einer angeblichen Luftraumverletzung schoss eine türkische F-16 damals einen russischen Bomber ab. Nach Angaben aus Nato-Kreisen wäre es vermutlich nicht zu dem Abschuss gekommen, wenn die türkische Luftwaffe bereits damals unter Nato-Kommando geflogen wäre.

Russlands Flugmanöver sind meist legal

Leicht entspannt hat sich nach den jüngsten Zahlen hingegen die Lage in Osteuropa, wo auch die Bundeswehr regelmäßig an Einsätzen zur Überwachung russischer Flugzeuge beteiligt ist. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Litauen ging die Zahl der Alarmstarts im Baltikum von 160 im Jahr 2015 auf 110 im Jahr 2016 zurück. Sie lag damit aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie in der Zeit vor dem Ukrainekonflikt. Dieser eskalierte 2014, als Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte und damit begann, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

Die Nato sieht die verstärkte Luftraumüberwachung als angemessene Reaktion auf die Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff. Zudem stellen ohne elektronische Erkennungssignale fliegende Flugzeuge Bündnisangaben zufolge eine Gefahr für den zivilen Luftverkehr dar.

Flugsicherungsexperten weisen allerdings darauf hin, dass die russischen Manöver in der Regel völlig legal sind und nicht gegen internationale Regeln verstoßen. Ihren Angaben zufolge fliegen auch Jets von Alliierten zeitweise ohne Signalgeber, wenn sie nicht unter Nato-Kommando fliegen. Über die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) wird deswegen derzeit daran gearbeitet, die internationalen Regeln zu verschärfen.

mae/dpa



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Seite 1
spiegelneuronen 22.04.2017
1. neuer Rekord ...
Ein neuer Rekord. - SEIT DEM ENDE DES KALTEN KRIEGES. Also doch kein Rekord. Dürfte aber ein neuer Boom für Rüstungsunternehmen werden. Mit irgendwas müssen diese Kampfjet-Einsätze ja geflogen werden. Im kalten Krieg waren diese Einsätze daily business. Wie sagte Pispers.: "Wenn man weiss wo der Feind ist, dann hat der Tag Struktur." Und für alle, die es noch nicht wissen und sich mit Irritationen plagen: - Die Türkei ist unser NATO-PARTNER. - Saudi Arabien ist wichtiger Waffenkäufer bei uns und VERBÜNDETER im Kampf gegen den IS. - Katar (siehe Saudi- Arabien), gleichzeitig auch Standort für den BND bzw. partnerschaftliche Geheimdienstprojetkte im Nahen Osten. Macht nachdenklich? - Tja ... das ist nun aber kein Problem, das sich in 140 Zeichen fassen lässt.
ade 22.04.2017
2. Wenn
man den Schluss des Berichtes liest ist das zum größten Teil eine Provokation der U N ( Amerika ) .
HeisseLuft 22.04.2017
3. Was soll denn die UN damit zu tun haben?
Zitat von ademan den Schluss des Berichtes liest ist das zum größten Teil eine Provokation der U N ( Amerika ) .
Also, die UN haben damit nun mal gerade gar nichts zu tun. Wenn Sie sich auf den Satz beziehen wollen: "Flugsicherungsexperten weisen allerdings darauf hin, dass die russischen Manöver in der Regel völlig legal sind und nicht gegen internationale Regeln verstoßen. Ihren Angaben zufolge fliegen auch Jets von Alliierten zeitweise ohne Signalgeber, wenn sie nicht unter Nato-Kommando fliegen." ... so ist eine solche Reaktion mit aufsteigenden Abfangjägern keine Provokation der USA oder der NATO. Russland verfährt im umgekehrten Falle genauso. Wenn der Befund allerdings lautet: "Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Litauen ging die Zahl der Alarmstarts im Baltikum von 160 im Jahr 2015 auf 110 im Jahr 2016 zurück. Sie lag damit aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie in der Zeit vor dem Ukrainekonflikt. ... so kann man daraus ablesen, woher hier wohl die Provokation kam.
kuac 22.04.2017
4.
Dann ist die NATO doch nicht obsolet. Im Zweifelsfall ist der DT selbst obsolet.
Patrizier 22.04.2017
5.
Zitat von HeisseLuftAlso, die UN haben damit nun mal gerade gar nichts zu tun. Wenn Sie sich auf den Satz beziehen wollen: "Flugsicherungsexperten weisen allerdings darauf hin, dass die russischen Manöver in der Regel völlig legal sind und nicht gegen internationale Regeln verstoßen. Ihren Angaben zufolge fliegen auch Jets von Alliierten zeitweise ohne Signalgeber, wenn sie nicht unter Nato-Kommando fliegen." ... so ist eine solche Reaktion mit aufsteigenden Abfangjägern keine Provokation der USA oder der NATO. Russland verfährt im umgekehrten Falle genauso. Wenn der Befund allerdings lautet: "Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Litauen ging die Zahl der Alarmstarts im Baltikum von 160 im Jahr 2015 auf 110 im Jahr 2016 zurück. Sie lag damit aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie in der Zeit vor dem Ukrainekonflikt. ... so kann man daraus ablesen, woher hier wohl die Provokation kam.
Stimmt, der Kommentator meinte sicherlich die USA, nicht die UN. Die Überschrift suggeriert hier, dass Russland mit agressiven Aktionen gegen die NATO für diese Alarmstarts sorgen würde. Aus dem Text geht dann hervor, dass es in Osteuropa weniger Alarmstarts gibt, dass die Flüge keineswegs illegal sind und dass NATO-Partner oder -Mitglieder (was auch immer mit "Alliierte" gemeint ist) ebenfalls gern ohne Signalgebung unterwegs sind. Ob die NATO ihrerseits ihre Manöver an der russischen Grenze immer brav mit Signalgebung durchführt, das geht aus dem Artikel nicht hervor und kann durchaus angezweifelt werden. Schließlich steht noch im Artikel, dass der Syrienkonflikt, in den Russland nun mal (im Gegensatz zum Westen völkerrechtlich legal) ebenfalls involviert ist, für steigende Alarmzahlen sorgt. Das ist ja auch klar - würde die NATO nicht dort außerhalb ihres Bündnisgebiets ohne UN-Legitimation und ohne Zustimmung der immer noch völkerrechtlich anerkannten syrischen Regierung Krieg führen, dann gäbe es diese Zahl nicht. Aber die Überschrift klingt ja so schön verunsichernd und suggeriert dem flüchtigen Leser, dass wir unbedingt mehr Geld für das Militär ausgeben müssen, um uns vor dem Iwan zu schützen.
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