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Tote Journalisten in Ostukraine: Russland wirft ukrainischer Pilotin Mord vor

Nadja Sawtschenko in der Hand von Separatisten (am 19. Juni): Schwere Vorwürfe gegen die Pilotin Zur Großansicht
AP/dpa

Nadja Sawtschenko in der Hand von Separatisten (am 19. Juni): Schwere Vorwürfe gegen die Pilotin

Russische Ermittler werfen einer ukrainischen Pilotin vor, zwei Journalisten in der Ostukraine gezielt getötet zu haben. Sie wird offenbar in einem russischen Gefängnis festgehalten. Kiew spricht von Entführung.

Moskau/Kiew - Ein neuer Konflikt bahnt sich zwischen Kiew und Moskau an - es geht um eine ukrainische Hubschrauberpilotin. Sie wird von russischen Ermittlern wegen Mordvorwürfen festgehalten. Doch wie gelangte die Frau überhaupt nach Russland? Kiew spricht von Entführung.

Russische Ermittler teilten am Mittwoch mit, dass die Soldatin Nadja Sawtschenko, 33, an der Ermordung zweier russischer Journalisten beteiligt gewesen sein soll. Igor Korneljuk und Anton Woloschin, Mitarbeiter des russischen Staatssenders Rossija, waren am 18. Juni nahe der ostukrainischen Stadt Lugansk bei einem Angriff der ukrainischen Armee getötet worden.

Nach Darstellung der Ermittler hatte Sawtschenko den Aufenthaltsort der "russischen Journalisten und anderer Zivilisten" herausgefunden und weitergeleitet. Mit Hilfe der Koordinaten seien dann Granaten auf die Stelle abgefeuert worden.

Die ukrainische Armee kämpft seit Wochen gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes, die eine Abspaltung der Region erreichen wollen. Beide Seiten hatten sich zuletzt unversöhnlich und zum Kampf entschlossen gezeigt.

Unklar ist, wie Sawtschenko überhaupt in die Hände der russischen Ermittler gelangte. Diese geben an, die Pilotin sei gefasst worden, als sie ohne Papiere und als Flüchtling getarnt nach Russland einreiste.

Allerdings hatte die russische Zeitung "Komsomolskaja prawda" bereits Ende Juni ein Interview mit Sawtschenko geführt. Die Soldatin war zuvor in die Hände der ukrainischen Separatisten gefallen und wurde von ihnen festgehalten.

Die Regierung in Kiew wirft Moskau vor, die Soldatin entführt zu haben. Agenten hätten Sawtschenko nach Russland gebracht, so die Vorwürfe. Dass Sawtschenko in einem russischen Gefängnis aufgetaucht sei, belege, dass die Rebellen "ihre Verbrechen in der Ukraine in enger Abstimmung mit russischen Sicherheitskräften planen und ausführen", erklärte das ukrainische Außenministerium. Die Diplomaten forderten, dass Sawtschenko "ohne Bedingungen" freigelassen werde.

kgp/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
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1. Soll das so weiter....
cartje 09.07.2014
gehen, das Journalisten in der Ukraine und auch sonst in der Welt, gezielt getötet oder vergiftet werden? Vor allem, wenn ihre Berichte und Fotos als missliebig betrachtet werden? Dem muss dringend Einhalt geboten werden,es mussten schon so viele daran glauben und sie fehlen und sie sind unwiederbringlich. Dadurch und über die Unterdrückung der journalistischen Freiheit untergräbt man auch ganz bewusst die Meinungs- und Informationsfreiheit von uns allen. Es wird Zeit, das wir endlich dafür auf die Straße gehen, für uns alle und die Kollegen in der ganzen Welt! Wenn nicht wir,wer dann?❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️
2. Von den Amerikanern lernen ...
Oleg 09.07.2014
Zitat von sysopAP/dpaRussische Ermittler werfen einer ukrainischen Pilotin vor, zwei Journalisten in der Ostukraine gezielt getötet zu haben. Sie wird offenbar in einem russischen Gefängnis festgehalten. Kiew spricht von Entführung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-nimmt-pilotin-der-ukraine-fest-und-wirft-ihr-mord-vor-a-980205.html
Was des einen seine Eule ist des anderen seine Nachtigall. (Sprichwort) http://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-ermittler-nehmen-russischen-hacker-auf-guam-fest-a-979847.html Unabhängig davon ist die gezielte Tötung von Journalisten in einem Kriegs-/Krisengebiet ein schweres Kriegsverbrechen. Sollte auch nur der dringende Verdacht bestehen, dass die Pilotin, so wie im Text beschrieben, an dem Angriff auf die russische Journalisten beteiligt gewesen war, so ist die Strafverfolgung durch russische Behörden nur folgerichtig.
3. Motiv
P.Ohlmann 09.07.2014
Welches Motiv hätte die ukrainische Armee, gezielt russische Journalisten zu töten? Ein solche Aktion wäre doch absolut kontraproduktiv für Kiew, da neben Russland ja auch die befreundeten Länder Kritik übten. Es schien mehr aus Unfähigkeit und/oder Unwissenheit passiert zu sein; da sich die Journalisten auf einen bewaffneten Checkpoint der Separatisten zu bewegt haben als der Einschlag erfolgte.
4. Ein bekanntes Verhaltensmuster...
halliburtonium 09.07.2014
Jetzt wo es eng wird, für die Söldner und Aggressoren aus Russland merken sie, dass der vermeintliche Rückhalt schwindet. Da kommt so eine Pilotin gerade recht. Wie es um die "Unschuldsvermutung" in der lupenreinen Demokratie Putins steht, ist ja hinlänglich bekannt. Ich wünsche der Dame, dass sie bald wieder auf freien Füßen steht.
5.
Jean P. v. Freyhein 09.07.2014
Zitat von cartjegehen, das Journalisten in der Ukraine und auch sonst in der Welt, gezielt getötet oder vergiftet werden? Vor allem, wenn ihre Berichte und Fotos als missliebig betrachtet werden? Dem muss dringend Einhalt geboten werden,es mussten schon so viele daran glauben und sie fehlen und sie sind unwiederbringlich. Dadurch und über die Unterdrückung der journalistischen Freiheit untergräbt man auch ganz bewusst die Meinungs- und Informationsfreiheit von uns allen. Es wird Zeit, das wir endlich dafür auf die Straße gehen, für uns alle und die Kollegen in der ganzen Welt! Wenn nicht wir,wer dann?❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️
Das Problem ist, hier wirft Russland einer Kampfpilotin vor, Schuld an Toten durch Mörserangriffe zu sein. Ausserdem muss man sich überhaupt fragen, warum Russland embedded Journalisten bei den Separatisten hat - die dann die Propaganda der Separatisten verbreiten. Seltsamerweise das Russland, das selbst ein Problem damit hat, dass Journalisten die Kritik am Kreml üben immer wieder ermordet werden.
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