Festnahmen und Tränengas Russische Polizei geht hart gegen Demonstranten vor

Tausende Menschen protestieren in mehreren russischen Städten gegen Korruption und die Regierung. Die Polizei setzt Tränengas ein, Hunderte Demonstranten wurden verhaftet.

CHIRIKOV/ EPA/ REX/ Shutterstock

Bei Protesten gegen Korruption und die russische Regierung hat die Polizei landesweit Hunderte Menschen festgenommen. Nach Angaben des unabhängigen Nachrichtenportals Meduza wurden allein in Moskau 400 Demonstranten verhaftet, in Sankt Petersburg gab es demnach 300 Festnahmen.

Bilder zeigen, wie die Einsatzkräfte Dutzende Teilnehmer abführen. Augenzeugen berichten zudem, dass Polizisten Tränengas einsetzen. Auch die Menschenrechtsgruppe OWD berichtete von Hunderten Festnahmen. In der russischen Hauptstadt wurden seien rund 120 Demonstranten von der Polizei abgeführt worden, obwohl sie einer Reporterin des Senders Doschd zufolge keine Losungen gerufen oder Plakate dabei hatten. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, Polizisten durchsuchten die Demonstranten auf der Straße.

Andere Teilnehmer der Proteste kommentierten die Festnahmen mit "Putin ist ein Dieb" und "Schande, Schande". Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hatte landesweit in etwa 200 Städten zu Demonstrationen aufgerufen. Er wurde am Montagvormittag noch vor Beginn der Demonstrationen vor seinem Haus verhaftet.

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Russland: Zahlreiche Festnahmen in Moskau

In Sankt Petersburg wurden laut OWD und der Nachrichtenagentur AP mehr als 200 Demonstranten verhaftet. Dort hatten sich insgesamt rund 1000 Menschen versammelt.

Berichte über Festnahmen gab es auch aus Kasan, Wladiwostok und Norilsk. Die Demonstranten würden sich unangemessen verhalten, sagte Wladimir Tschernikow, Leiter der Abteilung für regionale Sicherheit und Anti-Korruption.

Das harte Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten ist in Russland nicht ungewöhnlich. Bereits im März waren etliche Menschen - darunter auch Nawalny - bei Demonstrationen festgenommen worden.

Auch dieses Mal hatte die Staatsmacht bereits im Vorfeld versucht, die Teilnehmer der Demonstrationen einzuschüchtern (lesen Sie hier den Hintergrundbericht aus Wladimir). Noch in der Nacht warnte die Staatsanwaltschaft, die Polizei werde am Montag "Maßnahmen" ergreifen.

brk/dpa/Reuters



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KKaLinKa 12.06.2017
1.
So viel zum Thema nicht sanktionierte Demonstrationen in Russland. Navalny sucht sich ja auch immer Festtage für seine Veranstaltungen aus, da wo diese nicht sanktioniert werden können.
fliege 12.06.2017
2. Feiertage sind kein Problem
Es gibt keine Regel, dass an Feiertagen keine Demos stattfinden dürfen. Korruption ist in Russland ein Riesenthema, alle führenden Politiker sind unglaublich reich. Dass die Regierung versucht Proteste so gut wie es geht zu sabotieren und alle Anführer und Teilnehmer einzuschüchtern, wird tagtäglich dokumentiert.
KingTut 12.06.2017
3. Verständlicher Protest
Zitat von KKaLinKaSo viel zum Thema nicht sanktionierte Demonstrationen in Russland. Navalny sucht sich ja auch immer Festtage für seine Veranstaltungen aus, da wo diese nicht sanktioniert werden können.
Nein, die Menschen haben die Nase voll von Korruption, die das ganze Land durchzieht, dass sie den Gürtel immer enger schnallen müssen, während einige Wenigen einen sagenhaften Reichtum angehäuft haben. Von denen, die das in der Vergangenheit kritisiert haben, sind einige auf mysteriöse Weise durch Kopfschuss oder Polonium ums Leben gekommen. Und Sie erregen sich darüber, dass die Demonstrationen an einem Festtag stattfinden.
d.r.c.b. 12.06.2017
4. Russische Polizei geht hart gegen Demonstranten vo
Das Video von Reuters zeigt eine friedliche Demonstration mit einer Festsetzung. Knüppelnde oder prügelnde Polizisten, wie die Headline es mit "Russische Polizei geht hart gegen Demonstranten vor" suggeriert, sehe ich hier nicht. Was soll das? Habt ihr da was bei SPON verwechselt?
Die Happy 12.06.2017
5.
Zitat von d.r.c.b.Das Video von Reuters zeigt eine friedliche Demonstration mit einer Festsetzung. Knüppelnde oder prügelnde Polizisten, wie die Headline es mit "Russische Polizei geht hart gegen Demonstranten vor" suggeriert, sehe ich hier nicht. Was soll das? Habt ihr da was bei SPON verwechselt?
Wenn ich den Artikel lese, glaube ich kaum, SPON hat sich das ausgedacht. Ich kann ihnen aber auch gerne die Berichte anderer seriöser Medien verlinken, die berichten das Gleiche. 700 Verhaftungen allein in 2 Städten, Tränengas usw., dass würde ich "hart gegen Demonstranten vorgehen" nennen.[...]
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