Russland Pussy-Riot-Mitglied Aljochina aus Haft entlassen

Die Pussy-Riot-Musikerin Maria Aljochina ist in Freiheit. Die Aktivistin war zu zwei Jahren Straflager wegen einer Protestaktion in einer Moskauer Kirche verurteilt worden. Jetzt wurde das neue Amnestiegesetz auf den Fall der jungen Mutter angewandt.

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Moskau - Eine der beiden in russischer Haft verbliebenen Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot ist wieder frei. Maria Aljochina sei am Montag nach einer Amnestie-Regelung aus dem Gefängnis entlassen worden, sagte ihr Anwalt Pjotr Saikin der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Sie fiel unter eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin veranlasste Massenamnestie.

Aljochina war zusammen mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa im August vergangenen Jahres wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Sie hatten in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein Protestkonzert gegen Putin und den Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche Kyrill gespielt. Eine dritte Aktivistin, Jekaterina Samuzewitsch, wurde später auf Bewährung freigelassen.

Auch Tolokonnikowa könnte noch am Montag freikommen, wie ihre Angehörigen mitteilten.

Putin hatte vergangene Woche angekündigt, dass sein Amnestiegesetz auch für die 24 und 25 Jahre alten Pussy-Riot-Frauen gelten werde. Die beiden Mütter sollten planmäßig im März kommenden Jahres aus der Haft freikommen.

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Russland: Pussy-Riot-Sängerin Aljochina frei
Den Weg für ihre vorzeitige Freilassung ebnete ein am Donnerstag vom russischen Parlament verabschiedetes Amnestiegesetz, unter das Menschen fallen, die zu weniger als fünf Jahren Haft verurteilt wurden. Erwähnt werden insbesondere Frauen mit minderjährigen Kindern und wegen "Rowdytums" Verurteilte.

Nach einem Gnadenakt Putins wurde auch der Oligarch und Michail Chodorkowski aus der Haft entlassen. Der frühere Milliardär reiste nach Berlin aus und trat am Sonntag dort vor die Presse.

Das Vorgehen der Justiz gegen die Aktivistinnen hatte weltweit Kritik ausgelöst. Auch der Oberste Gerichtshof des Landes rügte vergangene Woche das Urteil, das schwere Fehler aufweise.

Aljochina verbüßte ihre zweijährige Lagerhaft wegen Rowdytums in Nischni Nowgorod, 450 Kilometer östlich von Moskau. Tolokonnikowa sitzt die zwei Jahre in Sibirien ab.

Dass die Frauen nun freikommen, werten Beobachter als Kreml-Zugeständnis an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die im Februar in Sotschi stattfinden.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 167 Beiträge
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Seite 1
Gerald 23.12.2013
1.
Und, ab nach Berlin?
DocW 23.12.2013
2.
... dieser russische Zar Wladimir.
alterkaufmann 23.12.2013
3.
Zitat von sysopDPADie Pussy-Riot-Musikerin Maria Aljochina ist in Freiheit. Die Aktivistin war zu zwei Jahren Straflager wegen Kritik an Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilt worden. Jetzt wurde das neue Amnestiegesetz auf den Fall der jungen Mutter angewandt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-pussy-riot-mitglied-aljochina-aus-haft-entlassen-a-940595.html
Wann steht denn Putin vor Gericht wegen seiner menschenfeindlichen Politik.
martje12 23.12.2013
4. Falsch!
Sie wurde nicht verurteilt, weil sie über Putin schlecht geredet hat, sondern, weil sie in einer Kirche randaliert hat! Warum wird das immer verdreht? Warum wird Putin immer als unfähiger Diktator dargestellt und in Deutschland völlig blind, gerade in der Richtung EU, alles als alternativlos demokratisch, geschluckt?
Wololooo 23.12.2013
5.
Zitat von sysopDPADie Pussy-Riot-Musikerin Maria Aljochina ist in Freiheit. Die Aktivistin war zu zwei Jahren Straflager wegen Kritik an Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilt worden. Jetzt wurde das neue Amnestiegesetz auf den Fall der jungen Mutter angewandt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-pussy-riot-mitglied-aljochina-aus-haft-entlassen-a-940595.html
Ich finde es nicht gut, wie Putin die unabhängige Justiz Russlands mit Hilfe von Massenamnestien übergeht. Das was jetzt geschieht, ist das genaue Gegenteil von Gewaltenteilung. Außerdem wurden die Verbrecherinnen von Pussy Riot nicht wegen Kritik an Putin, sondern für eine Entweihung einer Kirche zum politischen Zweck (fällt unter den Straftatbestand Rowdytum) verurteilt.
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