Russland: Pussy-Riot-Musikerinnen wurden ins Straflager verlegt

Sie sind nun Hunderte Kilometer entfernt von ihren Familien: Die zwei zu Haftstrafen verurteilten Pussy-Riot-Musikerinnen Aljochina und Tolokonnikowa sind aus dem Untersuchungsgefängnis in Moskau in ein Straflager gebracht worden. Beide Frauen sind Mütter kleiner Kinder.

Musikerinnen Samuzewitsch, Aljochina, Tolokonnikowa (v. l.): Strafe wegen "Rowdytums" Zur Großansicht
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Musikerinnen Samuzewitsch, Aljochina, Tolokonnikowa (v. l.): Strafe wegen "Rowdytums"

Moskau - Knapp zwei Wochen nach ihrer umstrittenen Verurteilung zu zwei Jahren Haft sind die beiden Musikerinnen der russischen Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa, in ein Straflager verlegt worden. Die jungen Mütter, 22 und 24 Jahre alt, sollen Berichten zufolge ihre international kritisierte Strafe Hunderte Kilometer von ihren Familien entfernt absitzen. Das Untersuchungsgefängnis in Moskau habe den Abtransport bestätigt, sagte Verteidiger Mark Fejgin der Agentur Interfax am Montag. Die Frauen waren nach einem Kreml-kritischen Punkgebet in einer Kirche wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die dritte Angeklagte, die 30-jährige Jekaterina Samuzewitsch, hatte eine Bewährungsstrafe erhalten.

Der Fall Pussy Riot wird auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigen - das wurde Ende vergangener Woche bekannt. Die freigelassene Samuzewitsch hat nach Angaben ihrer Anwältin bei dem Gericht in Straßburg Beschwerde gegen die Bedingungen ihrer sechsmonatigen Untersuchungshaft erhoben. "Ihre Rechte wurden verletzt, als sie kein Essen erhielt und nicht schlafen durfte", sagte die Anwältin Irina Chrunova über ihre Mandantin. Die 30-jährige Musikerin hatte sich bereits in einem Interview über die Haftbedingungen beklagt. Sie und die beiden anderen Band-Mitglieder hätten auch dann morgens um fünf Uhr aufstehen müssen, wenn sie erst um ein Uhr nachts ins Gefängnis zurückgekehrt seien. "Es war ständiger Stress, wir wurden ständig bewacht, in Handschellen", sagte Samuzewitsch.

Dem SPIEGEL hatte Samuzewitsch gesagt, sie wolle sich trotz ihrer Bewährungsstrafe nicht von weiteren Protesten gegen die russische Regierung abhalten lassen. "Der Kampf geht weiter", sagt sie im Interview und bezeichnet Präsident Wladimir Putin als "Kopf, Symbol und Garant eines autoritären Systems, das mit Hilfe der Geheimdienste und mit immer neuen Mitteln und Gesetzen gegen Kreml-Kritiker vorgeht".

Die Gruppe hatte im Februar in einer Kathedrale mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern in einem "Punk-Gebet" ihre Wut über den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Wladimir Putin sowie dessen enge Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht.

anr/Reuters/dpa/AFP

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1. immer wieder gut zu sehen, das es Leute gibt, die für ihre
thanks-top-info 22.10.2012
je einfacher es uns fallen könnte, desto gleichgültiger sind wir doch. Mit den Piraten habe wir uns mal geregt. Wie unsinnig hart ich die Strafen auch finden mag, warum sollten junge hübsche Mütter anders behandelt werden, als andere der männlichen Gattung. Da kommt mir der Gedanke das Kinder in der Beziehung zu einer Person diese in einem derart anderem Bild erscheinen lassen, das sie einer Art Missbrauch ausgesetzt sind. Man bekommt sie um Beziehungen zu flicken, um sich als Mutter gebraucht zu fühlen, um Partner unter Druck zu setzten. Demnach finde ich es falsch, das darauf das es sich hier um junge Mütter handelt derart oft verwiesen wird
2.
hartomic 22.10.2012
Zitat von thanks-top-infoje einfacher es uns fallen könnte, desto gleichgültiger sind wir doch. Mit den Piraten habe wir uns mal geregt. Wie unsinnig hart ich die Strafen auch finden mag, warum sollten junge hübsche Mütter anders behandelt werden, als andere der männlichen Gattung. Da kommt mir der Gedanke das Kinder in der Beziehung zu einer Person diese in einem derart anderem Bild erscheinen lassen, das sie einer Art Missbrauch ausgesetzt sind. Man bekommt sie um Beziehungen zu flicken, um sich als Mutter gebraucht zu fühlen, um Partner unter Druck zu setzten. Demnach finde ich es falsch, das darauf das es sich hier um junge Mütter handelt derart oft verwiesen wird
Die Strafen sind nicht unsinnig, sondern typisch für dieses totalitäre System. Sie zeigen uns wie stark dieses System bekämpft werden muss. Weiterhin bekommt man Kinder nicht um jemand zu erpressen, sondern weil es das natürlichste auf der Welt ist. Wer es schon mal erlebt hat längere Zeit von seiner Familie, seinem Kind entfernt leben zu müssen, weiß wie schlimm es ist. Wer kümmert sich jetzt um die Kinder? Die Kinder werden mal Erwachsene. Wer kümmert sich dann um deren Psychosen? Man kann sich gar nicht vorstellen, welchen Schaden man anrichtet mit solchen Aktionen. Deshalb kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden.
3. Willkommen im Leben
hpxl 22.10.2012
Wieso sollten junge Mütter anders behandelt werden? Hmm, ja wieso eigentlich? Nur weil zur Gefängnisstrafe, die emotionale Härte hinzukommt, sein Kind 2 Jahre nicht sehen zu können, nicht einmal an Besuchstagen. Und nur, weil das unschuldige Kind durch die Trennung von der Mutter mitbestraft wird? Als nächstes Stellen Sie wahrscheinlich noch die These auf, das Arbeitslager in Russland auch nicht schlimmer sind, als Gefängnisse in Deutschland, also warum überhaupt noch darüber berichten. Ein bißchen mehr Empathie tut dieser unserer Gesellschaft ganz gut, wie man an Ihrem Beispiel deutlich erkennen kann. Also, weiter so mit den Berichten.
4.
sincere 22.10.2012
Eltern haben idR immer Verantwortung für ihr Kind zu tragen. Sich gegen sein Kind zu entscheiden und all das zu riskieren bestätigt nur die Dummheit von Aljochina und Tolokonnikowa.
5. Rassismus durch SPON?
empire2002 22.10.2012
Zitat von sysopSie sind nun Hunderte Kilometer entfernt von ihren Familien: Die zwei zu Haftstrafen verurteilten Pussy-Riot-Musikerinnen Aljochina und Tolokonnikowa sind aus dem Untersuchungsgefängnis in Moskau in ein Straflager gebracht worden. Beide Frauen sind Mütter kleiner Kinder. Russland: Pussy-Riot-Mitglieder wurden ins Straflager verlegt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-pussy-riot-mitglieder-wurden-ins-straflager-verlegt-a-862607.html)
Viele Männer die ins Gefängnis müssen, haben ebenfalls kleine Kinder zu Hause. Warum wird dieser Umstand von SPON nie erwähnt? Entwerder Mann ist Mann, und Frau ist Frau, oder es gibt Gleichberechtigung, dann aber bitte für Frau und Mann.
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  • Montag, 22.10.2012 – 09:40 Uhr
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Bevölkerung: 142,958 Mio.

Fläche: 17.098.200 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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