Wegen US-Sanktionen Oleg Deripaska gibt Privatjets zurück

Erst zieht er sich aus seinen Unternehmen zurück, nun gibt er auch die Privatjets auf: Dem russischen Unternehmer Oleg Deripaska machen die US-Sanktionen weiter zu schaffen.

Oleg Deripaska
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Oleg Deripaska


Der russische, Putin-nahe Unternehmer Oleg Deripaska hat wegen der gegen ihn verhängten Sanktionen durch die USA drei Privatjets zurückgegeben. Die Sanktionen machten es Deripaska unmöglich, die Jets zu nutzen, sagte ein Mitarbeiter einer Vermittlungsfirma, die von den Jet-Besitzern mit dem Verkauf beauftragt wurde. Sie stehen nun für rund 30 Millionen US-Dollar pro Flieger zum Verkauf.

Gegen Deripaska waren Anfang April US-Sanktionen erlassen worden. Er und andere russische Großunternehmer hätten von "bösartigen Aktivitäten" des Kreml profitiert, begründete Washington die Entscheidung. Daraufhin hatte Deripaska die Kontrolle über seine Konzerne abgegeben.

Jede Person, die auf der Sanktionsliste der USA steht, darf nicht mehr in die USA reisen und keine geschäftlichen Beziehungen mit US-Firmen und -Bürgern unterhalten. Auch Unternehmen außerhalb der USA können mit Strafen aus Washington belegt werden.

Bei den Flugzeugen handelt es sich um Jets des Herstellers Gulfstream Aerospace. Dass Deripaska sie zurückgegeben hat, kann als Anzeichen dafür gedeutet werden, wie stark sein Geschäft tatsächlich angeschlagen ist.

Alireza Ittihadieh, ein Flugzeugverkäufer, der die Jets im Internet anbietet, sagte gegenüber Reuters, dass die Rückgabe auch etwas mit Sanktionsregeln zu tun habe. "Er ist sanktioniert, seine Unternehmen sind sanktioniert. Er muss die Leasing-Vereinbarung also verfrüht aufgeben." Auf welche Regeln er genau anspielte, sagte er nicht.

Die Flugzeuge sind demnach Eigentum von den Kreditanstalten Credit Suisse und Raiffeisen. Eine Credit-Suisse-Sprecherin sagte, das Unternehmen arbeite mit Behörden in der ganzen Welt zusammen, um zu versichern, dass Sanktionen eingehalten werden.

ans/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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sven2016 11.05.2018
1.
"Angeschlagen" scheint nach dem Inhalt des Artikels übertrieben zu sein. Der Mann beendet die Verträge, die er wegen der amerikanischen Blockaden nicht mehr einhalten kann, ua weil Banken keine Finanzierung mehr fortführen "dürfen". Auf welcher Rechtsgrundlage die USA das machen können bleibt unklar. Recht des Stärkeren vermutlich.
ovi100 11.05.2018
2. gleich drei Flugzeuge
Nimmersatt sind die Leute die fuer Bacsis die Hand aufhalten und keine Moral kennen..
edgarzander 11.05.2018
3. Also ist es in diesem Fall....
...eher ein finanzielles Problem von Credit Suisse und der Raiffeisenbank und zeigt, dass die Sanktionen direkte Folgen für amerikanische Unternehmen, wir Gulfstream, haben.
SanchosPanza 11.05.2018
4. Geschäftsbeziehungen
Internationale Kunden werden daraus lernen und mit westlichen Firmen und Finanzinstituten keine Geschäfte mehr machen.
jsavdf 11.05.2018
5. Anders herum:
US Bürger und US Firmen dürfen keine Geschäftsbeziehungen zu den auf der Sanktionsliste stehenden Personen haben. Ist zwar nur ein kleiner Unterschied, aber noch beschränkt sich die Kontrolle der USA auf die USA.
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