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Armenische Militärbasis: Russland meldet Stationierung von Kampfhubschraubern nahe der Türkei

Russische Kampfhubschrauber in Syrien im Oktober: Russland rüstet in Armenien auf Zur Großansicht
Corbis/ ITAR-TASS

Russische Kampfhubschrauber in Syrien im Oktober: Russland rüstet in Armenien auf

Das Verhältnis zwischen der Türkei und Russland ist belastet wie selten zuvor. Russlands Präsident Putin drohte, Ankara werde den Abschuss eines russischen Kampfjets noch bereuen. Jetzt schickt er Kampfhubschrauber ins Nachbarland Armenien.

Russland hat nach eigenen Angaben Kampf- und Transporthubschrauber in Armenien stationiert. Damit werde eine Militärbasis nahe der Hauptstadt Eriwan verstärkt, meldet das Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Demnach seien dort nun sieben MI-24 und MI-8-Hubschrauber aufgestellt. Weitere sollen noch folgen. Auch die staatliche "Rossijskaja Gazeta" und "RBK" melden die Stationierung, beide beziehen sich auf den Pressedienst des Südlichen Militärbezirks mit Hauptquartier in Rostow am Don.

Damit rüstet Moskau in einem Nachbarland der Türkei auf. Die Basis wurde 1995 aufgebaut. Seit 1998 sind dort russische MIG-29-Kampfjets stationiert. Moskau verfügt über eine weitere militärische Einrichtung in Gyumri, der zweitgrößten Stadt Armeniens nahe der türkischen Grenze.

Das Verhältnis zwischen Ankara und Moskau ist seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei angespannt. Russland soll zuletzt durch ein russisches Kriegsschiff auf dem Bosporus provoziert haben: Türkische Medien zeigten Bilder von einem Soldaten auf dem russischen Kriegsschiff "Cäsar Kunikow". Er präsentierte sich offenbar mit einem Abschussgerät für eine Flugabwehrrakete. Die türkische Regierung fühlte sich provoziert - und bestellte den russischen Botschafter Andrej Karlow ins Außenministerium ein.

Der türkische Premier Ahmet Davutoglu sagte am Dienstag, er sei zwar bereit zu Gesprächen mit Moskau. Gleichzeitig denke die Regierung in Ankara jedoch über mögliche Maßnahmen gegen Russland sowie Sanktionen nach.

Außerdem hat ein russisches U-Boot laut einem Bericht den östlichen Teil des Mittelmeers erreicht. Die Nachrichtenagentur Interfax zitiert einen anonymen Gesprächspartner, der "mit der Situation vertraut ist". Es soll es sich um die "Rostow am Don" handeln, ein dieselelektrisches Jagd-U-Boot vom Typ "Projekt 636-Warschawjanka". Die offizielle Nato-Bezeichnung lautet "Improved Kilo".

Die "Rostow am Don" ist ein neues U-Boot, das vor etwa einem Jahr in Dienst gestellt wurde. An Bord sollen sich Cruise Missiles vom Typ Kaliber-PL befinden, die mit jenen vergleichbar sind, die bereits von russischen Raketenkreuzern im Kaspischen Meer abgeschossen wurden. Ziel sollen dabei Stützpunkte des "Islamischen Staats" (IS) gewesen sein.

vek/Reuters/ Mitarbeit: Pavel Lokshin

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Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
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