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Airbus-Absturz über dem Sinai: Russland setzt 50 Millionen Dollar Belohnung aus

Wrackteile auf dem Sinai: Russische Ermittler gehen von Bombenanschlag aus Zur Großansicht
DPA

Wrackteile auf dem Sinai: Russische Ermittler gehen von Bombenanschlag aus

Die russische Regierung lockt jetzt mit Geld: 50 Millionen Dollar erhält derjenige, der dabei hilft, die Hintermänner des Airbus-Absturzes über dem Sinai zu fassen. Moskau geht jetzt von einem Bombenanschlag aus.

Der russische Geheimdienst FSB erhärtet seine Theorie: Der Airbus-Absturz über dem Sinai ist demnach durch einen Anschlag verursacht worden. Zweieinhalb Wochen nach der Tragödie mit 224 Todesopfern informierte FSB-Chef Alexander Bortnikow Präsident Wladimir Putin darüber, dass es sich "eindeutig um einen Terroranschlag gehandelt" habe. Moskau setzte jetzt eine Belohnung von 50 Millionen Dollar (umgerechnet 47 Millionen Euro) für die Ergreifung der Täter aus.

Während des Fluges sei eine selbst gebastelte Bombe mit im Ausland gefertigtem Sprengstoff detoniert, der die Sprengkraft von einem Kilogramm TNT entfaltet habe, sagte Bortnikow laut dem Kreml. Als Folge sei das Flugzeug in der Luft auseinandergebrochen, deswegen seien die Trümmer auch so breit verstreut gewesen. Fast alle Opfer waren Russen. Der Absturz am 31. Oktober war der verheerendste in der russischen Luftfahrt - und der schwerste Anschlag auf das Land seit zehn Jahren.

Schon kurz nach dem Anschlag hatte sich der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) dazu bekannt - das Bekenntnis war von ägyptischen und russischen Sicherheitskreisen aber in Zweifel gezogen worden.

Putin will Luftangriffe in Syrien verstärken

Putin kündigte am Dienstag Vergeltung an - ohne dabei aber gezielt den IS ins Visier zu nehmen. Die Hintermänner würden bestraft, sagte er. "Wir werden sie suchen, egal wo sie sich verstecken." Er zähle dabei auch "auf die Hilfe unserer Freunde". Überdies würden die russischen Luftangriffe in Syrien "intensiviert, damit den Kriminellen klar wird, dass die Bestrafung unausweichlich ist".

Ziel der am 30. September gestarteten russischen Luftangriffe ist der IS, aber auch andere, gemäßigtere Gegner von Machthaber Baschar al-Assad.

Die russische Passagiermaschine war kurz nach ihrem Start im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich abgestürzt. Die offizielle Untersuchung der Absturzursache ist noch nicht abgeschlossen. Die Regierungen der USA und Großbritanniens gingen allerdings schon früh davon aus, dass der Airbus durch das Zünden einer Bombe zum Absturz gebracht worden sei. Russland hatte die Einschätzung zunächst nicht geteilt, aber trotzdem den Luftverkehr nach Ägypten zwischenzeitlich gestoppt.

Die von ägyptischen Experten geleitete Untersuchungskommission zu dem Absturz sieht dagegen bisher keine Beweise für eine Bombe an Bord. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus dem Luftfahrtministerium hat das Team in Kairo bislang keine Sprengstoffspuren oder andere Anhaltspunkte gefunden.

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Absturz in Ägypten: Spurensuche auf dem Sinai

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1. 50 Millionen $ Belohnung?
Bin_der_Neue 17.11.2015
Ob da mal nicht der eine oder andere "Glaubenskrieger" dem verhassten Kapitalismus der Ungläubigen zum Opfer fällt und ganz schnell zum Judas wird? Man wird sehen. Zuzutrauen ist diesem Pack alles.
2.
tolate 17.11.2015
Kann sich noch jemand an den Spott und die Häme erinnern, gleich nach dem Absturz, von wegen schlecht gewartetes und beschädigtes Flugzeug? Kann sich jemand an eine Trauer erinnern, oder an eine Besorgnis darüber, dass Russland jetzt wegen seiner Aktionen in Syrien ins Fadenkreuz dieser offiziell nicht zum Islam gehörenden Islamisten gerät? Hat jemand eine Vorstellung davon, was die Entwicklung der letzten Wochen für das Problem der weiteren Migration bedeutet? Ist der Regierung klar, dass sie hoffnungslos hinter den Anforderungen zurück bleibt? Ist ihr klar, dass es sich nicht um die Folgen einer Naturkatastrophe handelt, bei der das auslösende Ereignis die Rettungsarbeiten nach einiger Zeit nicht mehr behindert? Frau Merkel, die den Migranten Mut machende Mutter aller Verfolgten, könnte bereits die Chance auf eine Besserung verpasst haben, durch ihre beharrliche und von den Medien bewunderte Sturheit in Sachen Wir schaffen das. Ein fähiger Nachfolger wäre allenfalls Wolfgang Schäuble, alle anderen müssten sich erweisen als der Phönix aus der Asche, ein eher seltenes Ereignis.
3. Kopfgeld für Barbaren
Sonia 17.11.2015
Bedauerlicherweise gab es weder für diese ermordeten Menschen noch für die auf der Friedensdemo in der Türkei ermordeten 100 Menschen eine Minute des Gedenkens. Irgendwie habe ich das Gefühl, uns wird viel vorenthalten, wir sollen durch die Morde in Frankreich für mehr Aufrüstung u. Überwachung vorbereitet werden. Die Russen hatten in den letzten Jahren viele Opfer von tschechenischen, islamistischen, Terroristen, die sich auch im IS wiederfinden. Vielleicht veröffentlichen die Russen, wer den IS mit Waffen, Raketen, Fahrzeugen, Munition beliefert und Bomben dem IS zur Verfügung stellt.
4. @3
pansatyr 17.11.2015
"Irgendwie habe ich das Gefühl, uns wird viel vorenthalten, wir sollen durch die Morde in Frankreich für mehr Aufrüstung u. Überwachung vorbereitet werden. " Sie sollten Ihre Weltanschauung nicht aus obskuren "alternativen Medien", sondern aus seriösen Quellen und aus eigener Anschauung bilden. Dann hätten Sie auch nicht so komische Gefühle.
5.
helmut46 17.11.2015
Nach dem Terroranschlag in Paris konnten doch deutsche Politiker, besonders Merkel und Gauck, nicht schnell genug ihre Solidarität mit den Opfern des Terrorakts auszudrücken und rituale Trauerbekundungen für die Opfer abzugeben. Wo bleibt jetzt, wo ein Terroranschlag gegen das russische Flugzeug bewiesen ist, die Anteilnahme dieser Figuren mit den Opfern dieses Terroraktes? Ähnlich sieht die Berichterstattung und Anteilnahme der Qualitätsmedien aus.
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