Russland: Staatsfernsehen meldet mehrere Attentatspläne gegen Putin

Russische Spezialkräfte wollen wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl einen Anschlag auf Wladimir Putin vereitelt haben. Angeblich soll es in den vergangenen Jahren noch drei weitere Attentatspläne gegen den wichtigsten Politiker des Landes gegeben haben.

Adam Osmajew: Mit Verletzungen im Gesicht und an den Händen im Fernsehen Zur Großansicht
AFP / Channel One

Adam Osmajew: Mit Verletzungen im Gesicht und an den Händen im Fernsehen

Moskau - Der russische Staatsender "Erster Kanal" zeigte ihn mit Verletzungen im Gesicht und an den Händen: Adam Osmajew soll einer der drei Terroristen sein, die ein Attentat auf Ministerpräsident Wladmir Putin planten. Auf dem Notebook des aus Tschetschenien stammenden 31-jährigen Verdächtigen seien Anschlagspläne sowie Aufnahmen von Putins Regierungslimousine gefunden worden, berichtete der vom Kreml kontrollierte Sender.

Osmajew selbst behauptet, nur für die Planung des Anschlags zuständig gewesen zu sein. Der eigentliche Selbstmordattentäter sei bei einer versehentlich ausgelösten Explosion im Januar in der Ukraine ums Leben gekommen. Geheimdienste aus der Ukraine und Russland sollen die mutmaßlichen Attentäter schon vor einigen Wochen festgenommen haben. Die drei Männer sollten Putin angeblich im Auftrag des tschetschenischen Terrorchefs Doku Umarow nach der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag töten.

Während der Hauptnachrichten um neun Uhr Moskauer Zeit enthüllte der Staatssender noch drei weitere Attentatspläne gegen Putin aus den vergangenen Jahren: 2001 sei in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku ein Anschlag gegen den damaligen Präsidenten verhindert worden. Im August 2008 dann sollte Putin in der südrussischen Stadt Kislawodsk getötet werden. Eine Gruppe von Terroristen wollte das Attentat an der "Straße des Sieges" verüben, sei aber in den nahen Bergen des Kaukasus von Spezialeinheiten gestellt und "vernichtet" worden, so der Fernsehsender. Im Juni 2009 dann habe ein Einzeltäter eine Bombe gebastelt, um Putin bei seinem Besuch in der nordrussischen Stadt Weliki Nowgorod zu töten.

Putins Gegner: "Wahlpropaganda"

Die Gegenkandidaten Putins bei der Wahl am 4. März zeigten sich skeptisch und kritisierten vor allem den Zeitpunkt der Berichte. Der Kommunisten-Führer Gennadi Sjuganow bezeichnete die Meldungen über eine mutmaßliche Bedrohung der Sicherheit Putins gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti als "einen billigen Trick der stinkt". Der Nationalist Wladimir Schirinowski sagte, die Berichte seien von Spindoktoren erfunden und für "schlecht gebildete alte Damen" und Hausfrauen bestimmt. Auf der von tschetschenischen Rebellen betriebenen Website Kavkaz Center hieß es am Montag, die Berichte über den Komplott seien "Wahlpropaganda-Nonsens".

als/msch/dpa/dapd

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Forum - Präsidentschaftswahl in Russland - ist Putin noch der Richtige?
insgesamt 302 Beiträge
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1. Stärke und Stabilität
duk2500 26.02.2012
Russland braucht nach dem Desaster des Kommunismus und den Chaos der Übergangszeit jetzt Stabilität und eine starke Führung zur weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Daran hat der Westen leider kein Interesse. Befremdlich auch wie viele westliche Intellektuelle die nie oder nur halbherzig die kommunistischen Diktaturen kritisierten, jetzt lautstark gegen bestimmte und notwendige Eigenarten der "gelenkten Demokratie" protestieren.
2.
Finnländer 26.02.2012
Bringen Sie doch erstmal ihre Fakten zusammen: 35.000 waren das Ziel. Ihr Aufmacher auf der Titelseite: ---Zitat--- Mit etwa 35.000 Menschen war die Kundgebung in Moskau die größte des Landes. ---Zitatende--- Die Veranstalter sprechen von 30.000, die Polizei von 11.000 Teilnehmern. Es werden also wohl um die 15.000 gewesen sein.
3. 3
LaRussophobe 26.02.2012
Zitat von sysopWladimir Putin wird aller Vorraussicht nach neuer Präsident Russlands. Trotz der seit Monaten anhaltenden Proteste gegen ihn und das politische System, welches sich unter ihm in den vergangenen 12 Jahren etabliert hat. Was denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
Ja, überfällig. Denn Putins dritte Amtszeit steht unter einem anderen Stern als der vom Ölpreis gepushte Einstieg des ehemaligen Geheimdienstlers vor zwölf Jahren. Inzwischen sind Staat und Infrastruktur zerfallen und die Korruption zerfrisst die verbliebenen Reste. Die überfällige Modernisierung in Armee, Bildungs- und Gesundheitswesen wurde schon in satten Zeiten versäumt. Und die von Putin nun installierte Elite wird sich um sie trotz gegenläufiger Rhetorik auch in den nächsten Jahren nicht kümmern. Russland droht der weiter beschleunigte Abstieg in Richtung Dritte Welt. Putins nächste Amtszeit steht unter dem Stern des Zerfalls: Die neue Dritte Welt - taz.de (http://www.taz.de/!78808/)
4. Lachnummer
M67 26.02.2012
Diese Anzahl der Demonstranten bei einer 11 Millionenstadt wie Moskau ist einfach nur lächerlich. Was soll dieser Bericht eigentlich bedeuten. Kohl war 16 Jahre Bundesknzler der BRD, darüber regt sich keiner auf. Laßt doch endlich Russland in Ruhe und kümmert Euch um die Ungerechtigkeiten in diesem Lan, da haben wir alle Hände voll zu tun. Einfach nur langweilig das ewige Gezedere.
5. Der Übereifer des Westens
michaelslo 26.02.2012
Zitat von sysopWladimir Putin wird aller Vorraussicht nach neuer Präsident Russlands. Trotz der seit Monaten anhaltenden Proteste gegen ihn und das politische System, welches sich unter ihm in den vergangenen 12 Jahren etabliert hat. Was denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
hat den Wunsch zum Vater des Gedankens. Eine starke Persönlichkeit - der richtige Mann für dieses Riesenreich - ist gut für Russland, schlecht für den Westen. Eine Marionette wäre dem Westen lieber. Jedwede "Proteste werden so aufgebauscht, als ob diese von Wladiwostok bis Smolensk reichen würden. Die ständigen Kritiker Putins sollten die Wahlbeteiligung in der BRD beachten - darauf kann der Westen nicht stolz sein.
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