Ukraine-Konflikt Russland beginnt Großmanöver mit mehr als 100 Kampfjets

Nach Manövern der Nato hält jetzt auch die russische Luftwaffe ein fünftägiges Großmanöver ab. An der Grenze zur Ukraine übt die Armee die Vernichtung von Luft- und Bodenzielen - zum ersten Mal in dieser Größenordnung.

Russische Su-27-Flugzeuge (Archivbild): Luftwaffe startet Großmanöver
AP

Russische Su-27-Flugzeuge (Archivbild): Luftwaffe startet Großmanöver


Moskau - Die russischen Luftstreitkräfte haben ein nach eigenen Angaben bisher beispielloses Großmanöver mit mehr als hundert Kampfflugzeugen begonnen. An den Übungen seien Kampfjets und Hubschrauber verschiedener Klassen beteiligt, sagte der Luftwaffensprecher Igor Klimow am Montag der Agentur Interfax zufolge.

Eine solches Manöver, das sich über drei Verteidigungsbezirke des Riesenreichs erstrecke, gebe es zum ersten Mal. Es findet auch im Grenzbereich zur Ukraine statt.

Beteiligt seien Kampfflugzeuge vom Typ Su-27, Su-34 und MiG-31. Das Manöver sei bis Freitag angesetzt. Es sei die erste einer ganzen Reihe von Übungen der Luftwaffe.

Geübt werde die Vernichtung von Luft- und Bodenzielen nicht zuletzt mit echten Raketenstarts auf dem Truppenübungsgelände in Aschuluk im Gebiet Astrachan am Kaspischen Meer, sagte Klimow. Auch das Zusammenspiel von Flugzeugen und Raketenabwehranlagen sowie das Betanken von Militärmaschinen in der Luft werde getestet. Die Übung sei eine Etappe für die in diesem Jahr geplante Zusammenlegung von Teilen der Luftstreitkräfte, sagte Klimow.

Auch in Nato-Staaten hatte es zuletzt im Zuge des Ukraine-Konflikts Militärmanöver gegeben. Wegen der Konfrontation zwischen Russland und dem Westen erhalten solche Übungen erhöhte Aufmerksamkeit.

Wiederholt kam es zuletzt auch zu Zwischenfällen zwischen russischen und Nato-Maschinen. Erst am Wochenende machte ein Fall Schlagzeilen, bei dem ein US-Aufklärungsflugzeug auf der Flucht vor einem russischen Abfangjäger in den Luftraum Schwedens eingedrungen war, ohne eine Genehmigung dafür zu haben. Der Fall ereignete sich bereits am 18. Juli, einem Tag nach dem Abschuss von Flug MH17, wurde aber erst jetzt bekannt.

Ende April hatte ein russischer Kampfjet eine RC-135U bei einem Aufklärungsflug über dem Ochotskischen Meer zwischen Russland und Japan bedrängt und war bis auf 30 Meter herangerückt.

fab/dpa/Reuters



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insgesamt 55 Beiträge
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whs40 04.08.2014
1. Keine Friedensengel
Ein Zeichen der Deeskalation sieht anders aus. Sicher kann man ein Manöver in dieser Größenordung abhalten. Man muss es aber nicht! Fazit: Der Shitstorm, der hier im Forum bei den NATO Manövern losbricht, kann sich nun gegen die russischen Freunde Bahn brechen. Mit etwas Abstand betrachtet ist es lächerlich, wie diese riesige russische Streitmacht sich an der Grenze Ukraine mit ihrer geringen Militärmacht aufführt. Aber das ist so wie in der Schule, die Stärksten suchen sich immer die Schwächsten zum Prügeln.
spontanistin 04.08.2014
2. Erfolgserlebnisse
Jeder Mensch braucht Erfolgserlebnisse. Wenn Putin und seine Militärs Menschen sind, dann ..... Die einzige (!) alternative Lösung zur jetzigen Eskalation durch Sanktionen wird also sein: "Herstellung einer Win-Win-Situation!" Ob das unsere hoch-alimentierten Polit-Profis gegenüber den noch besser bezahlten Rüstungsmanagern und Mafiosis hinbekommen? Glück auf!
hubertrudnick1 04.08.2014
3. Nichts dazugelernt
Zitat von sysopAPNach Manövern der Nato hält jetzt auch die russische Luftwaffe ein fünftägiges Großmanöver ab. An der Grenze zur Ukraine übt die Armee die Vernichtung von Luft- und Bodenzielen - zum ersten Mal in dieser Größenordnung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-startet-grossmanoever-mit-mehr-als-100-flugzeugen-a-984314.html
Jetzt wo es 100 Jahre nach dem Beginn der ersten Weltkrieges sind, da muss man feststellen, dass wir nichts dazugelernt haben, wir begehen solche Tage immer mit viel Medienrummel, machen viele Worte und Gesten, nur ist das nur eines der üblichen Schauspiele, die leider kaum eine echte Bedeutung aufzeigen, denn das Säbelrasseln geht ständig weiter und das auf allen Seiten. Aber wie sollte sich denn auch was grundsätzliche verändern, der Mensch mit seinem Streben nach mehr Macht will eben keine friedliche Welt.
tottusmaximus 04.08.2014
4. Unnötiges Säbelrasseln
Putin soll sein Geld sparen. Bald hat er keines Mehr. Jetzt hat er noch den letzten freien Sender geschlossen. Ich freue mich, dass ich in diesem Land nicht Leben muss. Putin ist ein sehr gefährlicher Mann.
pete1812 04.08.2014
5. Kalter Krieg
Es ist schon unglaublich, dass es wieder so weit gekommen ist. Ein Fehler und es wird Ernst.
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