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Pro-Putin-PR: Russische Troll-Bekämpferin erhält einen Rubel Schadensersatz

Aktivistin Ludmilla Sawtschuk: "Ich habe mein Ziel erreicht" Zur Großansicht
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Aktivistin Ludmilla Sawtschuk: "Ich habe mein Ziel erreicht"

Ludmilla Sawtschuk hat den Kreml-Trollen im Internet den Kampf angesagt und ihren ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Die Sankt Petersburger "Trollfabrik" muss nun symbolischen Schadensersatz leisten, weil Löhne nicht gezahlt wurden.

Sie wollte die Propaganda-Trolle des Kreml in die Öffentlichkeit bringen, das ist ihr nun gelungen: Ludmilla Sawtschuk zog gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber vor Gericht. Das im Verborgenen arbeitende sogenannte Trollhaus in Sankt Petersburg muss symbolischen Schadensersatz zahlen: Die Aktivistin erhält einen Rubel. Das hat ein russisches Gericht laut einem Bericht des britischen "Guardian" entschieden.

Die Agentur soll Trolle angestellt haben, um Pro-Putin-Kommentare von einer unbestimmbaren Adresse aus auf sozialen Medien wie Twitter, Facebook und VKontakte zu verbreiten. Sawtschuk sagte, sie habe sich von Anfang an bewusst bei dem Arbeitgeber eingeschleust. "Sie bezahlen keine Steuern, keine Beiträge zur Rentenversicherung", sagte sie Ende Mai im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Aber es ist gutes Geld, 50.000 Rubel im Monat, umgerechnet rund 800 Euro."

Wegen der nicht gezahlten Steuern und Löhne sowie nicht vorhandener Verträge hatte die Aktivistin das "Trollhaus" verklagt. "Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg", zitiert der "Guardian" Sawtschuk. "Ich habe mein Ziel erreicht, die Internettrolle ans Licht zu zerren." Die 34-Jährige war gefeuert worden, als sie anonym Artikel über die Vorgehensweise der Agentur in Lokalzeitungen veröffentlicht hatte.

Der Kreml hatte behauptet, es gebe keine Verbindung zu den organisierten Trollen. Dabei ist klar: Propaganda war schon immer eine Spezialität des Kreml, die Troll-Kampagne wurde in den vergangenen Jahren enorm verstärkt. Hunderte Online-Aktivisten leisten ihren Beitrag, um dem Druck aus dem Westen während der Ukrainekrise entgegenzuwirken. Die Kampagnen zielen etwa auf den EU-Beitrittskandidaten Serbien sowie auf Deutschland, die USA und andere westliche Mächte.

Ludmilla Sawtschuk im Interview

vek/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 108 Beiträge
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1. Allein gegen die Mafia...
Wildes Herz 18.08.2015
Eine mutige Frau - Respekt!
2.
Robert_Rostock 18.08.2015
Sehr schön. Nun ist also gerichtlich bestätigt, dass es diese Trollfabriken gibt.
3. Das kann doch nicht sein!
WolfThieme 18.08.2015
Eine Pro-Putin-Propagandafabrik in Moskau? Alle Putin-Hymnen, die ich von Deutschen oder in deutscher Sprache im Forum gelesen habe, Auftragsarbeit, und dann nicht mal das Gehalt bezahlt? Wer hätte das gedacht! Ich habe alles geglaubt! Mir laufen die Tränen in Strömen übers Gesicht. Und was sagte der Putin-Verehrer Egon Bahr dazu?
4. Es erklärt einiges aber nicht alles
f_bauer 18.08.2015
Es erklärt schon die teils wahnwitzigen Pro-Putin-Kommentare in vielen Foren, wo immer wieder die Opferrolle Russlands betont wurde, die undemokratische Abstimmung auf der Krim als "Entscheidung des Volkes" verteidigt wurde und über amerikanische Scharfschützen und ukrainische Neonazis fantasiert wurde. Jetzt weiss man, wo das alles her kam. Was es aber noch immer nicht erklärt ist, wie ein Helmut Schmidt, der sogar selbst noch die Appeasement-Politik miterlebt hat, die direkt in den Zweiten Weltkrieg mündete, eine Appeasement-Politik in einer praktisch identischen Situation fordern konnte. Oder war der auch bei diesem Trollhaus angestellt?
5. Bravo!
archivdoktor 18.08.2015
Viele SPON-Leser ahnten ja schon, was in den Foren abging - kein RUS-Kommentar ohne hunderte fast gleich lautende Beiträge...Manchmal war es echt peinlich, was diese Trolle absonderten. Jetzt besteht die Gewissheit: Forentrolle aus Sankt Petersburg, die für rd. 800 Euro ihre bezahlten "Beiträge" ablieferten. Herzlichen Dank, Frau Sawtschuk für Ihre Enthüllung! Sie sind eine mutige Frau und für mich eine wahre Heldin. Eine Bitte: passen Sie gut auf sich auf.
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