Küste vor Norwegen Russische Marine übt in Nato-Manövergebiet

Russland testet Raketen - ausgerechnet im selben Gebiet, in dem die Nato gerade das größte Manöver seit Ende des Kalten Kriegs durchführt.

Norwegische Marinesoldaten
AFP

Norwegische Marinesoldaten


Die russische Marine will Schießübungen vor der norwegischen Küste in einem Gebiet abhalten, in dem auch die Nato gerade trainiert. Das geht aus einer Mitteilung der norwegischen Flugsicherung Avinor hervor.

In einem Avinor-Hinweis für Zivilpiloten ("Notam", "Notice to airmen") ist von einem Areal vor Norwegens Westküste in Höhe der Stadt Trondheim die Rede. Hier wolle die russische Marine in internationalen Gewässern vom 1. bis 3. November Raketen abfeuern. Das Testgebiet überschneidet sich teilweise mit dem Manövergebiet der Nato-Übung Trident Juncture 18, die zurzeit in Norwegen stattfindet.

Die Routinemeldung überlasse den Piloten die Entscheidung, das Gebiet zu meiden, sagte Avinor-Kommunikationschef Erik Lødding im staatlichen Rundfunk NRK. Das norwegische Militär erklärte, die russische Übung sei bekannt und würde das Manöver Trident Juncture nicht beeinträchtigen.

Zurzeit trainieren in Norwegen rund 50.000 Soldaten aus den Nato-Staaten. Ziel des Manövers ist es, ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden und für den sogenannten Bündnisfall zu trainieren. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

sth/dpa



insgesamt 136 Beiträge
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Seite 1
muellerthomas 29.10.2018
1.
Mal wieder eine pure Provokation des Putin-Regimes
go-west 29.10.2018
2. Die Russen wollen zeigen,
daß sie keine Angst haben. So wie man sie kennt, dürfte das Gegenteil der Fall sein.
auweia 29.10.2018
3. Na und?
Es ist lediglich nicht sehr professionell von den Russen, derartige Manöver zur selben Zeit am selben Ort anzusetzen - wenn sie doch relativ viel Platz Andernorts haben. Aber ich vermute, man will damit eine Botschaft senden. Ansonsten möchte ich das Geschrei unserer Moskauversteher mal hören, wenn sich die NATO erdreistete, ein russisches Manöver in ähnlicher Form zu - äh - ergänzen....
rant.biden 29.10.2018
4. Betrugsfunk
Der schnelle und dumme Leser liest in der Zweitüberschrift, die NATO führe das größte Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges durch, was die russischen Tests als legitime Gegenwehr gegen den NATO-Militarismus erscheinen lässt. Tatsächlich aber hat das größte Manöver - mit ca. sechs mal so vielen Teilnehmer - das zwei Kriege führende Russland abgehalten. Dabei dürfte es sich um den sattsam bekannten Pali-Trick handeln ("Israel tötet Palästinenser", wenn die IDF sich gegen Angriffe zur Wehr setzen).
juba39 29.10.2018
5. Wer lesen kann...
Zitat von muellerthomasMal wieder eine pure Provokation des Putin-Regimes
...ist klar im Vorteil: "Das norwegische Militär erklärte, die russische Übung sei bekannt und würde das Manöver Trident Juncture nicht beeinträchtigen." Wo erkennen Sie also ein Problem? Die Norweger sehen zumindest keines. Zumal alles in internationalen Gewässern passiert. Die USA sehen doch auch keines, wenn sie im Südchinesischen Meer, tausende sm von zu Hause entfernt, vor Chinas Haustür Manöver abhalten. Zu viel Russophobie kann auch blind machen!
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